Full text: Adreßbuch der Residenzstadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wilhelmshöhe, Wolfsanger, Gartenstadt Brasselsberg und Gutsbezirk Fasanenhof (Jg. 83.1916)

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Städtische indirekte Steuern. 
Teil I. 
und dergl.), unterliegen einer Steuer in Höhe von 10°/o des bezahlten Preises, mindestens aber 
von 50 Pfg. Beim Vorveikauf von Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen wird die Steuer nach 
dem vollen Tageskassen preise berechnet. 
Sofern jedoch die Zahl der Veranstaltungen, zu deren Besuch die Eintrittskarten berechtigen, 
und die Zahl der Personen, die durch die Eintrittskarten zum Eintritt in eine Veranstaltung be 
rechtigt sind, eine fest bestimmte ist, darf die Steuer nie mehr als die Summe der nach § 2 für 
entsprechende Einzolkarten zu berechnenden Sätze betragen. 
Unentgeltlich ausgegebone Eintrittskarten sind von der Steuer befreit. 
§ 5. 1. Die näheren zur Durchführung der Eintrittskartensteuer erforderlichen Vorschriften 
erläßt der Magistrat. 
2. Über die täglich entgeltlich oder unentgeltlich ausgegebenen Eintrittskarten aller 
Art (Tageskarten, Dutzendkarten, Abonnemontskarten usw.) jst in der vom 
Magistrat vorgeschriebenen Form mit der städtischen Ilebestelle abzurechnen. 
Wird hierbei die für die Höhe des städtischen Steueranspruchs maßgebende 
Anzahl der ausgegebenen steuerpflichtigen Eintrittskarten nicht nachgewiesen, so 
wird die für die betreffende Veranstaltung zu entrichtende Steuer durch den 
Magistrat in einer Gesamtsumme innerhalb der Grenzon von 20 Mark bis 
200 Mark festgesetzt. 
3. Der Steuerpflichtige ist gehalten, dem Magistrat zur Prüfung der richtigen Ab 
führung der Steuer jederzeit Einsicht in seine Bücher zu gestatten. 
4. Stouerbeträge, die für eine nicht zustando gekommene Veranstaltung an die 
Stadtkasse abgeführt sind, werden dem Unternehmer zurückerstattet. 
b) Lustbarkeitssteuer. 
§ 6. Im Bezirke der Residenzstadt Cassel sind für öffentliche Lustbarkeiten, soweit 
nicht Eintrittskartenbesteuerung Platz greift, nachstehende Steuern für jeden Tag zu entrichten, 
und zwar: 
I. Für die Veranstaltung von Tanzbelustigungen, Narrenabonden, Karnevalssitzungen, 
Kostümbazaren, Kostümfesten und dergl., sowie von Gesangs- und deklamatorischen Vorträgen, 
Schaustellungen von Personen und ähnlichen Darbietungen, boi denen ein höherers Intoresso der 
Kunst und Wissenschaft nicht obwaltet (Variote-, Spozialitäton-Vorstollungen u. dergl.), 
1 . 
in 
Räumen 
bis 
ZU 
50 
qm 
Grundfläche 
2 M. 
2. 
77 
71 
77 
77 
100 
77 
77 
4 , 
3. 
77 
7) 
77 
77 
150 
77 
77 
7 „ 
4. 
77 
7) 
77 
77 
200 
77 
77 
10 „ 
5. 
77 
77 
77 
77 
300 
77 
77 
15 „ 
6. 
7) 
77 
77 
400 
77 
77 
20 „ 
7. 
77 
über 
400 
77 
77 
25 „ 
Bei Berechnung der Größe der Grundfläche kommen nur diejenigen Räume in Betracht, 
in donen die Tanzlustbarkeit usw. tatsächlich stattfindet, nicht aber die zu sonstigen gesellschaft 
lichen Zwecken mitbenutzten Räume. 
Für Tanzlustbarkoiten, dio für einen längoren Zeitraum in regelmäßiger Wiederkehr oder 
an im voraus fostbestimmten Tagen veranstaltot worden sollen, kann dio Abgabe durch den 
Magist rat in einer Gesamtsumme festgesetzt werden, die in monatlichen Raten im voraus zu 
entrichten ist und sich innerhalb der Grenzen von 75 bis 100 °/o der Einzolsteuersätze zu 
haiton hat. 
Beim Nachweis besonderer Verhältnisse, die für den Besuch dor Lustbarkeiten oder deren 
Einträglichkeit von erheblichem Einflüsse sind, kann die Veranlagung nach dem einer geringeren 
Größenklasse entsprechenden Tarifsätze erfolgen. 
II. Für die Veranstaltung von Theatervorstellungen, sowie von deklamatorischen Vor 
lesungen, Rezitationen und Vorträgen, die nicht unter die zu I aufgoführten Veranstaltungen 
fallen, wird dio Hälfte der zu I festgesotzton Steuersätze orhoben. 
III. Für die Veranstaltung von Konzorton, die nicht unter zu I aufgeführten Veran 
staltungen fallen, werden folgende Steuersätze erhoben: 
1. Für Konzerte in geschlossenen Räumen: 
mit einer Grundfläche von 
a 
b 
wenn Eintrittsgeld 
nicht erhoben wird 
M 
wenn Eintrittsgeld 
erhoben wird 
M 
bis 150 qm . . . 
2 
4 
151 „ 250 „ ... 
4 
6 
251 „ 500 „ ... 
6 
8 
501 „ 700 „ ... 
8 
10 
7C1 qm und mehr . . 
10 
12
	        

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