Full text: Adreßbuch der Residenzstadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wilhelmshöhe, Wolfsanger, Gartenstadt Brasselsberg und Gutsbezirk Fasanenhof (Jg. 82.1915)

20 Städtische indirekte Steuern. Teil I. 
V. Für den Betrieb eines oder mehrerer Orchestrions, Musikautomaten oder dergl. in 
Schankwirtschaften oder öffentlichen Vergnügungslokalon für jedes angefangene Vierteljahr je 
nach Größe und Wert des Instruments 2,50—7,50 M. 
VI. Für Vorstellungen von Gymnastikern, Equilibristen, Ballet- und Seiltänzern, Taschen 
spielern, Zauberkünstlern, Bauchrednern und dergl. 
1. wenn das Entgelt in das Belieben des Publikums gestellt ist oder ein Eintrittsgeld von 
höchstens 0,20 M. erhoben wird, für den Tag 0,50—3 M. 
2. bei einem Eintrittsgelde von höchstens 1 M., für den Tag 3—5 M. 
3. bei höherem Eintrittsgeld, für den Tag 10 M. 
VII. Für don Betrieb einer Reitbude (Hippodrom), für den Tag 1—6 M. 
Für ständige Unternehmungen kann der Magistrat eine monatliche Abgabe von 3—15 M. 
festsetzen. 
VIII. Für den Betrieb eines Karussells, eines Velocipedkarussells, einer russischen Schaukel 
oder ähnlicher Veranstaltungen, für den Tag 
1. bei Betrieb durch Menschen- oder Tierkraft 1—6 M. 
2. bei Betrieb durch Maschinenkraft 5—20 M. 
Für Unternehmungen von längerer Dauer kann der Magistrat eine Monatsabgabe in den 
Grenzen von 5—50 M. zu 1 und von 20—100 M. zu 2 festsetzen. 
IX. Für den gewerbsmäßigen Betrieb eines Glücksrades, einer Würfelbude oder sonstiger 
Veranstaltungen zum Ausspielen von Waren oder dergleichen, für 1 Tag 1—18 M. 
Für Unternehmungon von längerer Dauer kann der Magistrat eine Monatsabgabe von 
3—50 M. festsetzen. 
X. Für den Betrieb einer Schießbude für den Tag 1—5 M. 
Für Unternehmungen von längerer Dauer kann der Magistrat eine Monatsabgabe von 
3—15 M. festsetzen. 
XI. Für öffentliche Belustigungen und Schaustellungen einer vorher nicht gedachten Art, 
insbesondere für den Betrieb eines Marionetten-Theaters, für das Vorzeigen eines Museums, 
eines Panoramas, von Tiersammlungen (Menagerien), abgerichteter Tiere, don Betrieb eines 
Kraftmessers und dergl., ferner für Kunstreitervorstellungen, Wettrennen, Wettfahren, Wett 
rudern, Wettschwimmen, Rad- und Motorronneu, Luftballon- und Luftfahrzeug-Auffahrten und 
ähnliche Veranstaltungen, je nach der Höhe des Entgelts und dem zu erwartenden Gewinn des 
Unternehmens täglich 1—18 M. 
Für ständige Unternehmungen dieser Art kann der Magistrat eine monatliche Abgabe von 
3—50 M. festsetzen. 
XII. Ergänzung der Eintrittskartensteuer. Für die nach dem Abschnitt I der Steuer 
unterliegenden Veranstaltungen ist anstatt oder neben der Steuer eine besondere Lustbarkeits 
steuer zu erheben, sofern der Zutritt, wenn auch nur zu einzelnen Teilen des Zuschauerraumes, 
ohne Lösung von Eintrittskarten gewährt wird, oder die nach § 2 steuerfreien Eintrittskarten 
mehr als den vierten Teil der überhaupt ausgegebenen Eintrittskarten ausmachen. 
Die nöhe der Steuer wird dann jo nach dem Umfang des ohne besteuerte Eintrittskarten 
gewährten Zutritts innerhalb der Grenzen von 5—50 M. für jede Veranstaltung durch den 
Magistrat von Fall zu Fall festgesetzt. 
§ 7. 1. Werden mehrere steuerpflichtige Lustbarkeiten an demselben Tage und in dem 
selben Raume gleichzeitig oder in sonst unmittelbarem Zusammenhänge stehend 
von demselben Unternehmer veranstaltet, so schließt in den Fällen des § 6 
Nr. I—IV die für eine Veranstaltung gezahlte höhere oder gleich hohe Steuer 
die für eine andere Veranstaltung ausgeworfene niedere oder gleich hohe Steuer 
in sich. In allen anderen Fällen ist bei gleichzeitig stattfindenden Lustbarkeiten 
verschiedener Art für jede einzelne Lustbarkeit die festgesetzte Steuer zu ent 
richten. 
2. In den im § 6 unter IV, V, VI 1 und 2, VII bis XI bezeichneten Fällen erfolgt 
die Festsetzung der Steuer von Fall zu Fall durch den Magistrat. 
3. Bei dem Zusammentreffen oder Aufeinanderfolgen von Veranstaltungen, die der 
Lustbarkeitssteuer und der Eintrittskartensteuer unterliegen, ist erstere dann nicht 
zu entrichten, wenn die besteuerte Eintrittskarte der ausschließliche Ausweis 
auch für die Beteiligung an den der Lustbarkeitssteuer an sich unterliegenden 
Veranstaltungen ist, und anderen als den durch besteuerte Eintrittskarten be 
rechtigten Personen Zutritt nicht gewährt wird. 
4. Die Steuern, welche für den Tag festgesetzt sind, werden zu ihrem vollen Betrage 
für jede angefangenen 24 Stunden erhoben, ohne Rücksicht auf die Dauer der 
betreffenden Veranstaltung.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.