Full text: Adreßbuch der Residenzstadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wolfsanger, Gutsbezirke Fasanenhof und Wilhelmshöhe (Jg. 78.1911)

Teil I. Auszug aus (len Bedingungen für den Bezug von Gas, Wasser u. Elektrizität. 9 
Sämtliche nach vorstehenden Bestimmungen an Wassergeld zu zahlenden Beträge 
kommen vierteljährlich zur Anforderung und Erhebung. 
Bei der Wasserentnahme aus der städtischen Wasserleitung darf außer zur Unter 
drückung von Feuersgefahr 
a) das Wasser nur für die im Anmeldeformular bezeichneten bezw. bei der Festsetzung 
des Wassergeldes vorgesehenen Räume und Zwecke benutzt werden; 
b) Wasser nicht an dritte Personen, sei es unentgeltlich oder gegen Vergütung abge 
geben werden. 
Den auf die Wasserleitung bezüglichen Anordnungen der Wasserwerks-Verwaltung hat 
jeder Haus- oder Grundstückseigentümer sowie jeder andere Bewohner des Hauses unverzüglich 
Folge zu leisten. Überhaupt hat die Wasserwerks-Verwaltung das Recht, die auf die Wasser 
leitung bezüglichen Räumlichkeiten und Einrichtungen eines jeden Grundstücks und Hauses 
durch ihre Beamten einer Besichtigung zu unterziehen und nötigenfalls die zum Schutze der 
städtischen Anlagen dienenden Arbeiten nach Benachrichtigung des Grundstückseigentümers 
oder dessen Bevollmächtigten vorzunehmen. 
III. Elektrizität. 
Anmeldungen zum Bezüge elektrischer Energie aus dem städtischen Kabelnetz sind bei 
der Geschäftsstelle des Elektrizitätswerks einzureichen. Bei Beantragung neuer Hausanschlüsse 
ist außerdem die Anmeldung bei der Geschäftsstelle des Stadtbauamts, Abteilung II a, er 
forderlich. Über die Genehmigung des Anschlusses entscheidet die Direktion des Elektrizitäts 
werkes. 
Der Strom wird nach Angabe der Elektrizitätszähler abgegeben. Diese Elektrizitäts 
zähler stellt das Elektrizitätswerk auf. Sie bleiben Eigentum des Elektrizitätswerkes und 
werden den Stromabnehmern mietweise überlassen. Die Miete wird vierteljährlich erhoben 
und beträgt für diese Zeit für einen Zähler bis zu 10 Glühlampen von je IG NK. 1.50 M. 
und erhöht sich mit der Zahl der Glühlampen, für welche die Zähler eingerichtet sind, bis 
21 M. für 1 Zähler für 600 Glühlampen. 
Der Preisberechnung für den Verbrauch von Elektrizität liegt die Kilowattstunde, d. i. 
1000 Voltampere während einer Stunde, zugrunde. 
Der Grundpreis der Kilowattstunden für Beleuchtungszwecke beträgt 70 Pfg. 
Dieser Preis ermäßigt sich mit der Dauer der Benutzung der Anlage während des 
Etatsjahres durch denselben Stromabnehmer, und zwar so, daß die Kilowattstunde in den 
ersten 300 Brennstunden mit 70 Pfg., in der 301. bis 000. Brennstunde mit 35 Pfg., in der 
601. und folgende Brennstunde mit 20 Pfg. berechnet wird. 
Die Anzahl der Brennstunden wird durch besonderen Zeitzähler oder durch Berechnung 
angegeben. 
Für Arbeitsleistung und sonstige Zwecke, soweit sie nicht zur Beleuchtung dienen, 
25 Pfg. Bei Entnahme von Strom für gewerbliche Zwecke im Werte von mehr als 100 M. 
im Monat wird die Kilowattstunde mit 20 Pfg. berechnet. 
Für Arbeitsleistung oder für die Ladung von Akkumulatoren zu Beleuchtungszwecken 
wird Strom zum Preise von 40 Pfg. für die Kilowattstunde abgegeben, wenn die Stroment 
nahme nur zu gewissen Tageszeiten erfolgt und Einrichtungen vorgesehen sind, die eine 
Stromentnahme zur Zeit der Dunkelheit ausschließen. 
Der Stromverbrauch wird monatlich festgesetzt und ist monatlich zu bezahlen. Das 
Elektrizitätswerk kann zur Sicherstellung seiner Ansprüche jederzeit die Hinterlegung eines 
Geldbetrages beanspruchen. 
Die Kündigung der Stromentnahme seitens des Abnehmers hat schriftlich mit Frist von 
drei Monaten zu erfolgen. 
Die Anmeldeformulare und Bedingungen für die Entnahme von Gas, oder Wasser, oder 
Elektrizität aus den städtischen Leitungen können bei der Direktion des Gaswerks, Leipziger 
Straße Nr. 76 für Gas, bei der Direktion des Wasser- und Elektrizitätswerks, Königstor Nr. 7, 
für Wasser und Elektrizität kostenlos bezogen werden. 
Der Preis für den elektrischen Strom usw. wird vom 1. April 1911 ah geändert. 
Bestimmungen 
über die Herstellung von Anschlüssen an die stiidt. Gas-, Wasser- u. Elektrizitätsleitungen. 
Zur Vermeidung wiederholter Straßenaufbrüche und unnötiger Verzögerung der Straßen 
wiederherstellung ist es erforderlich, daß jeder, der sein Grundstück an die städtische 
Kanalisation, Gas-, Wasser- oder elektrische Leitung anschließen will, alle beabsichtigten 
Anschlüsse möglichst gleichzeitig beantragt und die für die Zulassung der Anschlüsse vorge- 
schriebenen Bedingungen sofort ndch erhaltener Aufforderung erfüllt. Erst, wenn dieser Vor 
schrift entsprochen ist, werden das Stadtbauamt und die Direktionen der städtischen Gas-, 
V asser- und Elektrizitätswerke die beantragten Anschlüsse zur Ausführung bringen. Die 
Anträge auf Ausführung aller Anschlüsse sind — und zwar in der Regel mündlich — beim 
3tadtbauamt, Abteil. II, anzubringen, von wo aus das weiter Erforderliche besorgt werden wird. 
ln der Zeit vom 1. Dezember bis 1. März werden Straßenaufbrüche zur Herstellung 
von Versorgungsleitungen nur in Notfällen gestattet werden.
	        

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