Full text: Adreßbuch der Residenzstadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Gutsbezirk Wilhelmshöhe und Wolfsanger (Jg. 77.1910)

6 Auszug aus den Bedingungen für den Bezug von Gas, Wasser u. Elektrizität. Teil I. 
Jede Wohnung wird mit sämtlichen zu ihr gehörigen Räumen als ein Ganzes be 
trachtet. 
Durch die Zahlung des festgestellten Wassergeldes erhält der Grundstückseigentümer 
unter der Voraussetzung der Anmeldung Anspruch auf Freiwasser für das Grundstück und 
zwar a) für jeden von ihm angemeldeten ständigen Bewohner 40 Liter Wasser täglich; 
b) fiir Verkaufsläden, Lagerräume, Gasthöfe, Schankwirtschaften, Schreibstuben und andere 
Geschäftsräume eine bestimmte Menge Freiwasser. 
Übersteigt der Gesamtwasserverbrauch in einem Grundstück oder Gebäude die fest 
gesetzte Verbrauchsgrenze, so ist für jedes Kubikmeter des über dieses Maß hinaus ver 
brauchten Wassers der Betrag von 20 Pfg. an die Wasserwerkskasse zu zahlen. Eine aus 
nahmsweise Ermäßigung des Betrages auf 10 Pfg. für den Kubikmeter Mehrwasser tritt ein, 
wenn der überzeugende Nachweis erbracht wird, daß das Überwasser oder ein Teil desselben 
infolge eines Rohrbruchs entstanden ist, welchen der Hausbesitzer oder sein Bevollmächtigter 
oder die Hausbewohner nicht bemerken konnten. 
Zur Zahlung dieser Vergütungen sind die Grundstücks- bezw. Hauseigentümer ohne 
Rücksicht auf den Mehr- oder Minderverbrauch ihrer einzelnen Mieter verpflichtet. 
In Grundstücken, welche Fabrikzwecken dienen, oder in denen große gewerbliche 
Unternehmungen sich befinden, findet die Wasserabgabe nur nach Wassermessern gegen 
Zahlung von 20 Pfg. pro Kubikmeter Wasser statt. 
Sämtliche nach vorstehenden Bestimmungen an Wassergeld zu zahlenden Beträge 
kommen vierteljährlich zur Anforderung und Erhebung. 
Bei der Wasserentnahme aus der städtischen Wasserleitung darf außer zur Unter 
drückung von Feuersgefahr 
a) das Wasser nur für die im Anmeldeformular bezeichneten bezw. bei der Festsetzung 
des Wassergeldes vorgesehenen Räume und Zwecke benutzt werden: 
b) Wasser nicht an dritte Personen, sei es unentgeltlich oder gegen Vergütung abge 
geben werden. 
Den auf die Wasserleitung bezüglichen Anordnungen der Wasserwerks-Verwaltung hat 
jeder Haus- oder Grundstückseigentümer sowie jeder andere Bewohner des Hauses unverzüglich 
Folge zu leisten. Überhaupt hat die Wasserwerks-Verwaltung das Recht, die auf die Wasser 
leitung bezüglichen Räumlichkeiten und Einrichtungen eines jeden Grundstücks und Hauses 
durch ihre Beamten einer Besichtigung zu unterziehen und nötigenfalls die zum Schutze der 
städtischen Anlagen dienenden Arbeiten nach Benachrichtigung des Grundstückseigentümers 
oder dessen Bevollmächtigten vorzunehmen. 
III. Elektrizität. 
Anmeldungen zum Bezüge elektrischer Energie aus dem städtischen Kabelnetz sind bei 
der Geschäftsstelle des Elektrizitätswerks einzureichen. Bei Beantragung neuer Hausanschlüsse 
ist außerdem die Anmeldung bei der Geschäftsstelle des Stadtbauamts, Abteilung II a, er 
forderlich. Über die Genehmigung des Anschlusses entscheidet die Direktion des Elektrizitäts 
werkes. 
Der Strom wird nach Angabe der Elektrizitätszähler abgegeben. Diese Elektrizitäts 
zähler stellt das Elektrizitätswerk auf. Sie bleiben Eigentum des Elektrizitätswerkes und 
werden den Stromabnehmern mietweise überlassen. Die Miete wird vierteljährlich erhoben 
und beträgt für diese Zeit für einen Zähler bis zu 10 Glühlampen von je IG NK. 1.50 M. 
und erhöht sich mit der Zahl der Glühlampen, für welche die Zähler eingerichtet sind, bis 
21 M. für 1 Zähler für 600 Glühlampen. 
Der Preisberechnung für den Verbrauch von Elektrizität liegt die Kilowattstunde, d. i. 
1000 Voltampere während einer Stunde, zugrunde. 
Der Grundpreis der Kilowattstunden für Beleuchtungszwecke beträgt 70 Pfg. 
Dieser Preis ermäßigt sich mit der Dauer der Benutzung der Anlage während des 
Etatsjahres durch denselben Stromabnehmer, und zwar so, daß die Kilowattstunde in den 
ersten 800 Brennstunden mit 70 Pfg., in der 801. bis 600. Brennstunde mit 85 Pfg., in der 
601. und folgende Brennstunde mit 20 Pfg. berechnet wird. 
Die Anzahl der Brennstunden wird durch besonderen Zeitzähler oder durch Berechnung 
angegeben. 
Für Arbeitsleistung und sonstige Zwecke, soweit sie nicht zur Beleuchtung dienen, 
25 Pfg. Bei Entnahme von Strom für gewerbliche Zwecke im Werte von mehr als 100 M. 
im Monat wird die Kilowattstunde mit 20 Pfg. berechnet. 
Für Arbeitsleistung oder für die Ladung von Akkumulatoren zu Beleuchtungszwecken 
wird Strom zum Preise von 40 Pfg. für die Kilowattstunde abgegeben, wenn die Stroment 
nahme nur zu gewissen Tageszeiten erfolgt und Einrichtungen vorgesehen sind, die eine 
Stromentnahme zur Zeit der Dunkelheit ausschließen. 
Der Stromverbrauch wird monatlich festgesetzt und ist monatlich zu bezahlen. Das 
Elektrizitätswerk kann zur Sicherstellung seiner Ansprüche jederzeit die Hinterlegung eines 
Geldbetrages beanspruchen.
        

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