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12. Juli.
13. Juli.
4. Juli.
zwischen die oͤsterreichische Brigade eingetroffen. Es wurde angenommen, daß
diese im Verein mit der hessischen Division imstande sei, einem preußischen
Angriff bis zum Eintreffen der uͤbrigen Teile des Korps zu begegnen.
General v. Goͤben setzte am 14. Juli seine Truppen gegen Aschaffenburg
in Marsch. Bald stieß die Division auf die Hsterreicher, welche die naͤchste Um—
gebung der Stadt besetzt hatten. Der oͤsterreichische Fuͤhrer, General Neipperg,
rechnete auf die Unterstuͤtzung der hessischen Division und auf ein baldiges Ein—
treffen der Badenser und Wuͤrttemberger. Er sollte sich aber in jeder Beziehung
taͤuschen. Der hessische General hatte es vorgezogen, seine Truppen uͤber Stock⸗
stadt auf das linke Mainufer zuruͤckzufuͤhren. Die in Aussicht gestellte Ver—
staͤrkung erschien nicht. Nach tapferer Gegenwehr mußten die HÄsterreicher unter
schweren Verlusten Aschaffenburg raͤumen.
Prinz Alexander entschloß sich nunmehr zum Ruͤckzug mit seinem Korps
durch den Odenwald.
Wir hatten das Korps Manteuffel am 11. im Biwak bei Greßthal ver—
lassen. Nachdem es durch die Gunst der Verhaͤltnisse endlich an die Spitze der
Armee gekommen war, brachte es der befohlene Abmarsch auf Frankfurt wieder
ganz ins Hintertreffen. Das Bewußtsein, fuͤr die naͤchste Zeit voraussichtlich
wieder von der Teilnahme an den entscheidenden Gefechten ausgeschlossen zu
sein, legte sich wie ein Druck auf Offiziere und Mannschaften. Die herrschende
Stimmung fand ihren humoristischen Ausdruck in der Losung und dem Feld—
geschrei des 12. Juli: „Nichts los“ und „Essig“.
Am 12. gingen zahlreiche Patrouillen unseres Regiments in Richtung
Schweinfurt vor, ohne aber in irgendwelche Beruͤhrung mit den Bayern zu
kommen. Die 3. und 4. Eskadron erhielt den Auftrag, die Eisenbahn bei Karl—
stadt zu zerstoͤren.
Wie befohlen war, erreichte das Korps am 13. Gemuͤnden. Unsere 3. und
1. Eskadron bezogen ein Biwak bei Langen-Prozelten und sicherten gegen Lohr.
Die 2. Eskadron kam ins Quartier nach Adelsberg. Die J. Eskadron trat zu
den Vorposten (J. R. 30) und sicherte vom Main bis nach Sachsenheim.
Die 3. und 4. Eskadron machten an diesem Tage eine willkommene Beute.
Als die Eskadrons eben ihr Biwak einrichteten, kam ein Schiff den Main
hinunter am Biwakplatz voruͤber. Dasselbe wurde angehalten, und man fand
in ihm eine Ladung Bier, welche fuͤr die suͤddeutschen Truppen bestimmt war.
Die Loͤschung der Ladung fand nunmehr bei Langen-Prozelten statt.
Waͤhrend des Ruhetages am 14. erhielt man Kunde von den Siegen der
Division Goͤben. Wohin der geschlagene Gegner sich gewandt hatte, war ungewiß.
Der Kavallerie erwuchs nunmehr die neue Aufgabe, durch weitreichende Auf⸗
klaͤrung Fuͤhlung mit dem VIII. Bundeskorps zu gewinnen.
Von den Bayern war man jetzt so weit entfernt, daß eine Beruͤhrung mit
ihnen zunaͤchst ausgeschlossen erschien. Die Vorposten in oͤstlicher Richtung
wurden daher auf die Haͤlfte herabgesetzt.