Full text: Gedichte und Uebersetzungen

Ein schweres Schicksal. 
Din schweres Schicksal wurde ihr beschieden: 
Verschwiegen leidend, muß sie freundlich thun; 
Der, dem sie Alles, Jugend, Glück und Frieden, 
Zu eigen gab, ward selbst ihr Henker nun! 
Schon lange muß sie meiden einen Jeden; 
Verhärmt, verschüchtert, in den Staub gedrückt. 
Muß täglich sie erdulden seine Reden, 
Die beides sind: voll Liebe und — verrückt! 
„Sag' nicht, daß ich dein Loos verkümmert habe. 
Durch Eifersucht das Leben dir vergällt, 
O sag' es nicht! Ich bin so nah dem Grabe, 
Du blühst der Frühlingsblume gleich im Feld! 
Den Tag, an dem erinnernd ich mich labe. 
Den Tag, an dem du sprachst: so bin ich dein! 
Verfluch' ihn nicht! Ich bin so nah dem Grabe 
Und löse sterbend Alles, Alles ein!
	        

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