Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1821)

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Schullehrer Breul, modo Münstermann, c. Grebe 
Rel. und Cens, und die Gern. Unterngeiß, weg. 
verweigertem Anfahren des DeputatholzeS. 
Gmde. Hillartshausen c. Schullehrer Götz, wegen 
rückständigen Schullobns. 
Ritzmann c. uxor., pto. divortii. 
End-bescheide. 
Seebach c, uxor., pto. divortii. 
Slblerin c. Fackenherm, pto. stupri. 
Hcidemar-nin c. Möller, desgl. 
Btkterin c. Schmidt, desgl. 
Polizeiliche Bekanntmachung. 
Den guten Zwecken der Gesinde-Ordnung vom i Z. Mai 
1797 zuwider, hat sich die Zahl derjenigen Töchter 
hiesiger Bürger und Einwohner, welche sich durch 
Nähen, Stricken und sonstige weibliche Arbeiten zu 
ernähren suchen, und sich dem Dienen entziehen, 
ohne durch körperliche Gebrechen dazu unfähig zu 
seyn, seit mehreren Jahren unverßaltnißmäßig ver 
mehrt. 
Die Erfahrung lehrt, daß hierdurch die Unsitt 
lichkeit und Lüderlichkeit begünstigt nnd für solche 
Mädchen nie-.sttns eine unglückliche Zukunft herbei 
geführt wird, während dre Zahl zuverlässiger und 
in Rücksicht ihrer Moralität bekannter weiblicher 
Dienstboten in eben dem Grade vermindert wird, 
als die Zahl jener Mädchen zunimmt. Dies Miß- 
vrrhältniß hat dann die schädliche Folge, daß sich 
eine zu große Anzahl ausländischer und unzuverlässi 
ger weiblicher Dienstboten hierher zieht, und allge 
meine Klagen über Mangel an trenen und gesitte 
ten Dienstmädchen entstehen. 
Um den berührten Uebeln Grenzen zu sehen und 
den wohlthätigen Zweck der Gesinde-Ordnung mög 
lichst zu erreichen, rst es nothwendig, eine vollständige 
Uebersicht aller dahier mit weiblichen Arbeiten sich 
ernährender Mädchen zu haben, und wird deshalb 
verfügt, daß alle solche Mädchen, sich, nach gegen 
wärtiger Bekanntmachung, jeden Diensttag und 
Freitag, Morgens von 10 bis 12 Uhr, im Polizei- 
Commissariat melden sollen, um sich über ihre Ver 
hältnisse zu erklären. 
Cassel, am 10. Januar 132t. 
Aus Kurfürstlicher Polizei-Commission. 
Zur Beglaubigung: 
Wende, Ober-Polizei-Commissar. 
Warnungs-Anzeigen. 
». Der Schäfer Jacob Lieberum von Fnedr'chsbrück 
ist zufolge hvchvrrehrlichkn Rrscripts d. d. Castel 
ben ta.Oetoder v.I., aäNr. 1698.S.P., theils 1 
wegen begangenen Ehebruchs, theils wegen thät- j 
licher Mißhandlung der Christine Elisabeth Boller 
und des Philipp Saul, Schäfer daselbst, in eine 
halbjährige Zuchthausstrafe, so wie auch zur Ent 
richtung von 5 Est. Schmerzengelder an Erstere, 
und von s Cfl. desgl. an Letzteren, verurtheilt, und 
in bas Zuchthaus abgeliefert worden; welches zur 
- Warnung hiermit bekannt gemacht wird. 
Lichtenau, den 14. Januar 1821» 
Kurf. Hess. Amt daselbst. Möller. 
2. Durch hohes Erkenntniß Kurfürstlicher Regierung 
vom r. Junii h. a., Nr. 850. I. Pr., ist Jost 
Vestweber von Densberg, wegen begangenen Dieb 
stahls von fünf Ofenplatten und,einer Heerdplatte, 
in öwöchige Zuchthausstrafe und die Untcrsuchungs- 
kosten, welche jedoch nachher, wegen Unvermögen, 
niedergeschlagen worden find, verurtheilt, und am 
isten ejusdem zur Verbüßung der Strafe abge 
führt worden. Treysa, den 20. December 1820. 
Hüpede». In sidem Kulrnkamp. 
3. Henrich Happel vom Hof Treyßbach, ist wegen 
Gewaltthätigkeit gegen den Metzger Christoph 
Schlv'.t von Ziegenhain durch hochverehrlicheS Re- 
script Kurfürstlicher Regierung vom 24. Julii h. a., 
Nr. 985. I. Pr., in 8tägige Grfängnißstrafe und 
die Untersuchungskosten verurtheilt worden. 
' Treysa, den 24. Drcembrr 1820. 
Hüpeden. In k.dern Kulenkamp. 
4. .Wegen wiederholten Diebstahls ist die Ehefrau beS 
Ackermanns George Wilhelm Schrllmam. aus Dens 
berg, Anne Margarethe, geborne Horn, nach dem 
höchfiverehrlichen RescriptKurfürstlicher Regierung 
vom so. November, Nr. 1947. I. Pr., in eine 
fünfjährige Zuchthausstrafe, mit Niederschlagung 
der Untersuchungskosten, wegen Unvermögen, ver 
urtheilt, und zur Verbüßung der Strafe den 2ten 
Irujus abgeführt worden; was hiermit vorschrifts 
mäßig zur allgemeinen Warnung bekannt gemacht 
wirb. Treysa, den 20. December 1820. 
Kurfürst!. Amt daselbst. Hüpeden. 
In sidem K Ulenk amp. 
5. Wegen betrüglicher Verleitung des Johannes Lock 
zu Gilserberg zu einem nachtheiligen Vergleiche, ist 
durch höchstvrrehrlrchrs Rescript Kurfürstlicher Re 
gierung vom 11. December v. I., Nr. 2084. I. Pr., 
der Israelit Liebmarin Stern dahier in eine sechs- 
wöchrge Juchtbausstrafe, Henrich Sengelaub von 
Schiffelbach, Amts Rauschenberg, und Jacob Bek- 
ker von Gilserberg , wegen Theilnahme an diesem 
Verbrechen, Ersterer in i4tägiqe, und Letzterer! in 
ztägige Grfängnißstrafe verurtheilt, zugleich auch 
Liebmann Stern zur vollständigen Entschädigung 
des Betrogenen und zur Bezahlung der Untersu 
chungskosten verurtheilt worden; welches hiermit 
zur Warnung öffentlich bekannt gcmachr wird. 
Treysa, den 8. Januar 1821. 
Der Justitz Beamte Hüpeden. 
In sidem Kulerrkamp.
	        

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