Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1818, [1])

i 
Lasselsche 
Mit Kurfürstlich 
allergirädigsten 
Hessischem 
Privilegio. 
Sonnabend, den 27 a-° Junii 1818 . 
Beförder- und Veränderungen. 
Vorn Artillerie - Regiment wird der Staabs- 
Capirain Huth als Ingenieur-Ofsicier nach 
Rinteln, und 
der Staabs-Capital'» Holzapfel in dieser 
Eigenschaft und nach seiner Änciennetät zum 
zweiten Füsilicr-^andwehr-Regiment transferirt. 
Die erledigte Pfarrei Wabern, Classe Hom 
berg, ist dem darauf erspectivirten bisherigen 
Pfarrer Werner zu Kirchbaune, und 
die Pfarrei Kirchbaune dem Pfarrer Sey- 
bert zu Elgershausen allergnadigst übertragen. 
Der hiesige Packhofs-Buchhalter Hundes- 
Hagen ist dem hiesigen Stadtwaage-Inspector 
Vorwerck als A djunctus.mic der Hoffnung zur 
Nachfolge allergnädigst beigegeben. 
Gemeinnützige Sachen. 
Bereitung einer zum Bleichen der Lein 
wand mit dem besten Erfolg angewen 
deten Flüssigkeit. 
Vier Pfund fein gestoßener Schwefels 20 Pfund gut 
gelöschter und durchgesiebter Kalk, und 16 Gallonen 
Wasser (eine Gallone hält etwa 8 Pfund) werden gut 
unter einander gemischt, und die Mischung ohngefahr 
eine halbe Stunde in einem eisernen Kessel gekocht, 
indem man sie von Zeit zu Zeit umrübrt. Nach denr 
Aufwallen wird die Auflösung des Schwefelkalks klar, 
und kann nun von dem unaufgelösten sehr beträchtli 
chen Bodensätze abgegossen werden. Die Flüssigkeit 
hat in diesem Zustande beinahe die Farbe des dünnen 
We ßbierö, ist aber nicht so durchsichtig. Nachher 
werden noch 16 Gallonen Wasser auf den Satz gegos 
sen, das Ganze gut unter einander gerührt, und 
dann das Klare abgeheilet. Dieses wird mit ersterer 
Flüssigkeit vermischt^ diese noch mit 33 Gallonen Was 
ser verdünnt, und so zum Eintauchen der Leinwand ange 
wendet. Man erhalt also überhaupt (abgerechnet waS 
verdampft und in dem Bodensätze zurückbleibt) von 
4 Pfund Schwefel 60 Gallonen Flüssigkeit oder L.uge. 
Edictal • Vorladungen. 
1. Nachdem die nächsten Anverwandten der abwesende» 
von Helmarshausen gebürtigen Anna Margaretha 
Heidelmann, dermalen 70 Jahr alt, und von deren 
Leben oder Tod bisher keine Nachricht eingegangen, 
um Verabfolgung der Abwesenden zu Helmarshau- 
sen zurückgelassenen Vermögens nachgesucht, und 
darauf deren öffentliche Vorladung erkannt worden ; 
als werden gedachte Anna Margaretha Heidelmann 
oder deren rechtmäßige Leibeserben hierdurch citirt 
und vorgeladen, Montag den Lo. Julii d. I. so 
gewiß vor Amt dahier zu erscheinen und sich wegen 
des gedachten Vermögens zu erklären, als widri 
genfalls :m Falle des Zurückbleibens benannte Anna 
Margaretha Heidelmann für todt erklärt, und ihren
	        

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