Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1818, [1])

r. 50 . 
Lasselsche 
Mit Kurfürstlich 
Mittwoch, den 15 
Hessischem 
Privilegio. 
1818. 
Beförder- und Veränderungen. 
Der im Dornialtgen dritten Landwehr-Regi 
ment gestandene Reaiments-Chirurgus Chri 
stian Stöckenius ist in dieser Eigenschaft bet 
dem Regiment Kurfürst allergnädigst angestellt 
worden. 
Bei der Buchhalterei der Over-Rentkammcr 
ist der Gehülfe Becker nunmehr zum Buchhal 
ter allergnadigst bestellt. 
Der Zollbreiter Leimbach zu Eschwege ist 
nunmehr zumAcciö- und Licent - Controleur in 
Rotenburg allergnadigst ernannt. 
G esctz g e b u n g. 
1 Die Nr. VII. des Gesetzblattes von diesem Jahr 
enthält: 
1) Ausschreiben der Regierung zu Fulda vom 
März, die Obstbaumzucht betreffend; 
' 2) Ausschreiben der Regierung zu Hanau vom 
2t. Marz, die Befreiungen von Entrichtung des 
Pflaster- und Brückengelds, und die Bestrafung 
deßhalviger Unterschleife betreffend; 
3) Regierungö-'Ausschreiben vom 26. Marz, 
wegen der Comperenz der Forstbußgerichre gegen 
S-Hriftsässige; 
4) Regierungs-Ausschreiben vom y. April, 
den Ankauf der Sommersaat - Früchte ausser de» 
Getraidemarkten betreffend. 
Gemeinnützige Sachen. 
Ueber einige der .wichtigsten Seuche» 
der vorzüglichsten Hausthiere. 
(Von dem Thierarzt Thielemann zu Niederaula.) 
4) Ueber die Schaafpockenseuche. 
Unter den mancherlei Krankheiten, denen die in 
jedem Betrachte so ungemein nützlichen Thiere, die 
Schaafe, unterworfen sind, ist wohl keine gefährli 
cher, keine verwüstender, als die Pockenseuche. Diese 
Krankheit ist äußerst, ansteckend, befallt lediglich die 
Schaafe, und zwar nur ein einziges Mal in ihrer», 
Leben. Sie ist den Menschenblattern im Wesentlichen 
vollkommen ähnlich, aber dessen ungeachtet hat weder 
der Mensch, noch irgend ein anderes Thiergeschlccht, 
Empfänglichkeit dafür. Eben so wenig haben die 
Menschenblattern auf das Schaafvieh Einfluß. 
Die Schaafpockenseuche ist, wie die Rrndviehpest, 
ein gänzlich fremdes Uebel, welches aus einem an 
dern Wclttheile, aus Asien, zu uns gekommen ist, 
und sich bei uns bleibend gemacht hat, indem es von 
einer Heerde zur andern schleicht, und sich auf diese 
Weise erhält und ernährt. Keine Ursache ist in unserm 
Welttheile vorhanden, welche im Stande ist, diese 
Krankheit zu erzeugen; nur auf dem Wege der An 
steckung entsteht sie bei unsern Schaafheerden.
	        

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