Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1815, [1])

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Beförderungen. 
Der Forstmeister von Baumbach ist zugleich 
zum Cammerjunker gnädigst ernannt. 
Dem Ober - Rent - Cammer - Secretariats- 
Accessisten Engelhard ist der unterthänigst ge 
betene Abschied mit dem Prädicat: Assessor, gnä 
digst ertheilt. 
Dem Canzellisten Gunckel bey dem Hofgericht 
in Hanau ist der Acceß zur Registratur desselben, 
mit der Hoffnung zur Nachfolge, gnädigst ertheilt. 
Zur Wiederherstellung und Erhaltung der 
durch Vagabunden und Diebesgesi'ndel beeinträch 
tigten öffentlichen Sicherheit ist von Sr. Kur 
fürst!. Durchlaucht die Bildung eines besondern, 
in mehrere Corporalschaften eingetheilten Com- 
mando's gnädigst verordnet, und von dem ersten 
Departement Kurfürst!. KriegScollegiumS folgen 
des Dienst-Regulativ für dasselbe entworfen worden. 
§. t. 
Jedem Cuirafster oder Husaren, welcher zu ob- 
erwähntem Dienst commandirt ist, wird deshalb 
von dem Commandeur ein Certificat ertheilt, wel 
ches derselbe beständig bei sich tragen, und sich 
dadurch legitimircn muß. 
§. 2 . 
Die wesentlichen und ordentlichen Dienstverrich- 
lungen des LandcssicherheitS- Commando'ö sind 
folgende: 
i) Streifzüge und Patrouillen auf den großen 
Queer- und Nebenwegen nach allen den respecti-. 
ven Corporalschaften angewiesenen Ortschaften 
zu machen, und ein besonderes Register zu hal 
ten, in welches von denr Corpora! von Tag zu 
Tag die von seinem Commando verrichteten Dienste 
eingetragen werden. Jedem Gemeinen ist sodann 
ein Dienstbuch mitzugeben, in welches die Orts 
vorgesetzten die Anwesenheit in ihrer Gemeinde 
jedesmal bescheinigen. 
Die Märsche müssen so eingerichtet werden, 
daß jede in dem Bezirke der Corporalschaft gele 
gene Gemeinde innerhalb vierzehn Tagen wenig 
stens einmal bey Tag, und einmal bey Nacht, 
besilcht werde. 
2) Nachrichten über etwaige Vergehen und 
Verbrechen einzuziehen, und davon den Beamten 
zu unterrichten. 
Z) Die r-amhaft gemachten, uud ihnen bezeich 
neten Uebelthäter aufzusuchen, zu verfolgen, und 
mit Zuziehung der Ortsvorgesetzten zu Haften 
zu bringen. 
4) 'Alle Personen, die bey einem Verbrechen, 
oder bey Frevel an öffentlichen oder Privat-Alleen, 
Gärten, Denkmählern, desgleichen bey unerlaub 
tem Schießen, auf frischer That betroffen werden, 
zu ergreifen. 
5) Sich der Diebe, Straßenräuber, Mord 
brenner und Mörder zu bemächtigen. 
6) TumultuarisiUeZuläufe und öffentliche Zän 
kereien zu zerstì'ejzcm'^^tzàà 
7 ) Auf VagaàwtzMDE^àt0^^d''Gesindel 
zu wachen, im Betretungsfalle sie anzuhalten, 
und an die einschlagenden Beamten zur weiteren 
Verfügung abzuliefern, übrigens bey den Ortsbe 
hörden Erkundigungen über solche verdächtige Per 
sonen einzuziehen, und dem Beamten von dem in 
Erfahrung Gebrachten sogleich Meldung zu thun, 
und nach dessen Weisung gegen dieselven zu ver 
fahren. . 
8) Sich in der Nähe zahlreicher Volksver 
sammlungen, wie bey Messen, Märkten, öffent 
lichen Ceremonien, und sonst, aufzuhalten, um bey 
vorfallenden Unordnungen die gewöhnliche Polizey- 
behörde, auf deren Verlangen, zu unterstützen. 
§. 3 . 
Außer den §. 2, Nr. 4, 5, 6 und 7 genannten 
Fällen dürfen, ohne den besonderen schwachen 
Befehl des Beamten, in welchem der Nam»?n und 
Cy arac ter der zu verhaftenden Person ausgedrückt 
ist, keine Arrestationen vorgenommen werden. 
Jede Uebertretung dieser Vorschrift wird aufs 
Nachdrücklichste geahndet werden. 
, ‘ ' §. 4 
Ueber vorgenommene Arrestationen sollen kurze 
Aufsätze, mit aenauer Anmerkung des Orts und 
der Zeit, aufgestellt, und diese, von dem Be 
fehlshaber des Detaschements und dem Ortsvor- 
gefetzten unterschrieben, dem Beamten überreicht 
werden. In diesen Aufsiitzen müssen auch die Signa 
lements der Arrestanten zu finden seyn.
        

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