Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

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Dem bei dem hiesigen Lyceo stehenden ersten 
Lehrer, Rektor Caesar, ist die Specialaufsicht 
desselben, mit dem Karakter als Professor, und 
Dem Lehrer, Professor L>uabedissen, un 
ter Bestätigung dieses Prädikats, die besondere 
Aufsicht der hiesigen Bürgerschule gnädigst über 
tragen. 
Die zu Hanau erledigte Procuratura fisci ist 
dem dasigen Hofgerichts-Advokaten Carl gnä 
digst konferirt. 
Der Rentmeister Kümmel zu Wetter erhält 
das Prädikat als Ober-Rentmeister, und 
Der Dentsch-Ordens-Rendant Stephan zu 
Fritzlar ist zum Rentmeister dieser Revenüen 
gnädigst ernannt. 
Der bisherige Regierungs-Registrator Ri n g- 
h öbel zu Hanau ist nunmehr zum Archivarius, 
und 
Der bei der dasigen Regierungs-Registratur 
bisher in Funktion gestandene Kanzellist Johann 
George Stawitz zum Registrator dabei gnä 
digst bestellt. 
Das erledigte Diakonat Treysa bei Ziegenhain 
ist dem Pfarrer Rog ues zu Frankenhain gnä 
digst mit übertragen. 
E d i c r a l - Vorladungen. 
r. Nach einer inauthentischer Form errichteten Schuld, 
Verschreibung vom 10. Julius 1612 sind der Bau, 
Meister Johann Baptist August Grandjean de Mon- 
tigny. und dessen Ehefrau Victorie Katharine, ge, 
dorne Cavaro, dermalen zu Paris, derPrinzrGeor, 
gischen Fundation allhier ein Kapital von 2020 Rrhlr. 
Hessischer Münze solidarisch schuldig geworden, und 
haben die Zinsen zu fünf Procent in halbjährigen 
Beträgen zu entrichten, das Kapital aber nach vier, 
teljähriger Aufkündigung zurückzuzahlen versprochen, 
auch zur Sicherheit des creditirenven Instituts ein 
vor dem aüen Wilhelmshöher Thore allhier gelege, 
nes Haus nebst dazu gehörigem Garten als Spe, 
cialhypvthek verpfändet. Da nun bei zurückdlei, 
beuder Zinszahlung der Syndikus der Prinz,Geor, 
gischen Funvalton eine Klage auf Zurückzahlung des 
Kapitals nebst Zinsen vom n. Januar 1813 an er, 
hoben, und zugleich, wegen der notorischen Schwie, 
rigkeit der Insinuation einer Citation an die Be, 
klagten um i^dictales gebeten hat; so wird den Be, 
klagten hierdurch aufgegeben, das klagende Institut 
entweder binnen drei Monaten zu befriedigen, oder 
in dem eventnafitsr auf den i6. August d. I. be, 
stimmten Termine durch einen bevollmächtigten An, 
wald auf hiesiger Regierung zu erscheinen und ihre 
Einreden vorzubringen, widrigenfalls dieselben dem 
Klageanträge gemäß, als Solidarschuldner zu Be 
zahlung des Kapitals nebst rückständigen Zinsen und 
Kosten werden verurtheilt werden. 
Cassel, den ry.März 1314. 
Kurfürstlich Hessische Regierung. 
2. Der Baumeister Joh. Baptist August Grandjean de 
Montigny und dessen Ehefrau, Viktvrie Katharine, 
geb. Cavaro, dermalen zu Paris, sind, nach Inhalt 
einer öffentlichen Schuldverschreibung vom 31. Okto, 
der I 8 H und des derselben beigefügten Cessions-Jn, 
struments vom y. Jul. igir, zur hiesigen Prinz- 
Georgischen Fundation ein Darlchn von Eintausend 
Rthlr. Hessenmünze solidarisch schuldig geworden, 
und haben die Zinßen zu 5 Prozent in halbjährigen 
Beträgen zu entrichten, das Kapital aber nach vier, 
teljähriger Aufkündigung wieder zu bezahlen ver, 
sprechen, auch zur Sicherheit des Gläubigers ein 
vordem alten Wilhelmshöher Thore allhier gelegenes 
Haus nebst dazu gehörigen Garten als Spezial, 
Hypothek verpfändet. Da nun» bei zurückbleibender 
Zinßzaylung, der Syndikus der Prinz, Georgischen 
Stiftung eine Klage auf Zurückzahlung des Kapitals 
nebst Zinßen vom n. Jan. 1 813 an, und Erstattung 
der Kosten erhoben, die Verklagten solidarisch zu 
verurtheilen nnd zugleich, wegen der notorischen 
Schwierigkeit der Insinuation einer Citation an die, 
selben, um Erlaffung von Ediktalien gebeten hat; 
so wird den Beklagten hierdurch aufgegeben, entweder 
das klagende Institut binnen drei Monaten zu be, 
friedigen, oder in dem eventualiter auf den l4.Jun. 
bestimmten Termin durch einen bevollmächtigten An, 
wald auf hiesiger Regierung zu erscheinen und ihre 
Einreden vorzubringen, widrigenfalls dieselben dem 
Klageanträge gemäß werden verurthelft werden. 
Cassel, den 'y. März 1814. 
Kurfürstlich Hessische Regierung. 
3. Peter Scholl , ein Sohn des verstorbenen Tobias 
Scholl von Bottendorff, hiesigen Amts gebürtig, 
42 Jahr alt, ist vor etwa 24 Jahren als Schneider, 
geselle ausgewandert, hat in dieser Zeit nicht das 
geringste von sich hören lasse», und ist demnach des, 
sen Aufenthaltsort unbekannt. Da nun dessen Ge, 
fchwistcr um Verabfolgung seines elterlichen Vermö, 
gens, in 177 Rthlr. bestehend, gebeten haben; so 
wird gemeldeter Peter Scholl oder dessen Letbeserben 
hiermit vorgeladen, sich a dato über acht Wochen 
so gewiß beim hiesigen Amt einzufinden und sein 
elterliches Vermögen in Empfang zu nehmen, als 
solches gegentheitigen. Falles an feine Geschwister 
gegen Caution verabfolgt werden soll. 
Datum Frankenberg, den ly. April ,8k4. 
Kurfürstlich Hessisches Justitzamt daselbst. 
Der Rath und Amtmann I. C. Kuchenbecker.
	        

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