Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1813)

c 976 ) 
25. Brief - Oblaten von allen Sorten, Farben und 
Größen, auch verschiedene Sorten röche und braune 
Siegellacks, sind billigen Preises zu haben Lei dem 
Oblaten > Fabrikant Appel in der Martinistraße 
Nr. 76. 
26. Die Zahrszeit fordert mich auf, meinen Gönnern 
und Freunden bekannt zu machen, daß bei mir au 
ßer den gewöhnlichen Sorten Branntwein, Vorzug- 
. lich guter Magen-Essenz auch doppelter Wacholder 
zu haben ist. - Haustein, Nr. 758. 
27 . Ein moderner viersitziger Relsewagen steht zu ver 
kaufen- Auf demKönigsplatz im Amelungschen Hause 
Nr. ist das Nähere darüber zu erfahren. 
2Z. Die Haurandifche Bäckeret neven dem Rathhaus 
stehet von künftige Ostern auf vre» oder sechs Jahre 
zu vermiethen. 
29. Bei dem Buchbinder Wagner in der Mittelgasse 
sind mehrere Sorten besonders schöne Neujahrs 
wünsche, mit beweglichen Figuren, und nachdem 
allerneuestcn Geschmack zu haben.' 
30. Bei I. Mansbach in derBellevuestcaße Nr. 9 sind 
alle Sorten MeubelS, Spiegel u. s. w. zu den bil 
ligsten Preisen zu kaufen und zu miethen. 
Z i. Bei dem Buchbinder Hofer auf dem Brink Nr. -,62. 
sind wiederum von den schönsten und neuesten Sor 
ten Neujahrewünsche mit beweglichen Figuren, auf 
feine mit Spitzen-Einfassungen ln Eouwerrs, und 
andere schöne Sorten, so wie auch Frag und Ant 
wort, Spiele und Visiten-Karten angekommen. 
32 . Bei Adler in der Holländischen Straße (Mütter 
Gaffe Nro. 579 2 Treppen hoch, ist wie gewöhnlich, 
alle Sorten Leinen, Stücktreiß, und ein Auöschnit 
zu haben Wels-Leinen in f Y «♦ I Dr. buadeö u. 
karirtes Bektleinen in £ u. -£ Br. rechte gute Waa 
ren von bester Fualität, und billige Preise, wird 
einem jeden auf das beste empfehlen. 
3?. Da ich meiner Schwester des Kaufmanns Herrn 
Friedrich Hüpeden Gattin in Münden, mein Erb 
anteil an der hiesigen Einhorn Aporbeke förmlich 
cedirt habe: so zeige ich hieses hiermit gebührend 
an, damit alle diejenigen, die sich bisher in Ange 
legenheiten der auf jenem Haufe haftenden Lasten, 
an mich gewandt haben, sich künftighin einzig an 
meine Schwester als nunmehrige alleinige In ereffen- 
tin dieses Hauses halten mögen. 
G. W. Rüde, 
Assessor beim Collegio medico. 
Besondere Avertissements. 
Von Seiten Kurfürstlicher Polizey- Kommission wird 
dem Publik» hierdurch, bei nachdrücklicher Strafe, 
bekannt gemacht, daß Niemand fremde Effekten 
von Menschen, welcher Art sie a«ch seyn mögen, 
an sich kaufen sott, von welchen man nicht ganz ge- 
wiß überzeugt ist, daß sie zum Verkauf berechtigt 
sind. 
Kassel, am iy. Dezember 18 * 3. 
Kurfürstlich Hes > ische Polizey - Kommis- 
sion hi er sel bst. 
Es wird hierdurch widerhclt bekannt gemacht-, daß bei 
Strafe von zwanzig Kammer r Gulden weder die 
Metzger noch hiesigen Bürger zu ihrem eigenen Be, 
darr, Rindvieh schlachten dürfen, bevor cs nicht 
von den zu Besichtigung des Schlachtviehes er.rann, 
ten Metzgermetstern besichtigt, und von ihnen aner 
kannt worden, daß es mit keiner Krankheit behaf 
tet sey. 
Kassel, am 22. Dezember 1813. 
Kurfürstlich Hessische Polizey- 
Kommission. 
Es ist von Seiten derPvlizey mißfällig wahrgenommen 
worden, daß mehrmals des Abends in der Gegend 
vor der Wohnung Sr. Durchlaucht des Kurprinzen 
geschossen worden. Jedermann, ohne Unterschied 
der Person, wird daher, bei strenger Ahndung, 
gewarnt, sich alles Schießens in der Stadt zu ent 
halten. Kaffer, am 23. Dezember 1813. 
Kurfürstlich Hessische Polizey - Kom 
mission Hierselbst. 
Diejenigen Einwohner der hiesigen Residenz, welche 
die herrschaftlichen Grundzinsen, sonst Renrherey- 
zinsen genannt, für das laufende Jahr, noch nicht 
bezahlt haben, werden hierdurch aufgefordert, sol 
che sofort in Nr- 485 der Hohenrhorstraße neben der 
Martinikirchc abzutragen. 
Kassel, den 22. Dezember i8i3. 
Aus Kurfürstlicher Rentherey daselbst. 
Trömner. 
Gemeinnützige Gedanken - Mittheilung. 
Bet denen jetzt in Ober- und Niedersachsen so dro 
hend werdenden epidemischen Krankheiten unter 
Menschen und Vieh, hält Linsender für patriotische 
Pflicht, um diese Folgenübel des allgemeinen Lan 
der-Unglücks bei dessen glücklich fortgehender Be 
zähmung solchem leicht endlich noch gleich werden zu 
sehen, allgemeiner bemerkttch zu machen : daß man 
im Orient, woselbst die eigentliche Pest einheimisch 
ist, die glückliche Entdeckung gemacht haben soll, 
daß dieses fürchterliche Uebel diejeni 
gen Per fönen verschont, welche eine of 
fene Wunde an ihrem Körper tragen. 
Sollte die Richtigkeit dieser höchst merkwürdigen 
Bemerkung sich nur einigermiaßen bestätigen, wür 
de sie nicht jetzt den wichtigsten Zweck zu ihrer An 
wendung — wenigstens zur genauesten Untersuchung 
ihrer Anwendbarkeit finden? Sollte man.bei denen 
so furchtbar, fast pestartig, werdenden Rervenübeln
	        

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