Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1811)

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5 . io. Ueber diejenigen Krankheiten und Gebrechen, 
'ú‘i)c durch eine einzige ärirliche Untersuchung „»chr 
-u 5 *r Zweifel gesetzt werden / können, muß 
i das Attest eines öffentlich approbirttn Arztes oder 
-c,undheitsbeamtcn, welcher idem Kranken feil länge» 
eer Zeit behandelt hat, beigebracht werten. Ist der 
kranke von keinem Arzt behandelt worden, oder dessen 
Zeugniß nicht zu beschaffen, so muß dieses in dem so» 
alerch zu erwähnenden Atteste des Maires besonders 
ausführt werden. 
2) Außerdem aber muß ein solches Gebrechen eines 
Konskribirten, von dem Maire der Gemeinde seines 
Wohnorts und fünf angesessenen und angesehenen Fa 
milienvätern, welchen den Zustand des Konstribirlen 
aus eigner Wissenschaft bekannt ist, bescheiniget wer 
den. Die Herren Maires werden besonders hierbei 
die in Z. 5. erwähnte Vorsicht beobachten, und im Fall 
sie den mindesten Zweifel an der völligen Richtigkeit 
des angeblichen Gebrechens haben könnten, die Fami 
lienvater anweisen, sich persönlich vor den Rekruti- 
rungerarh zu stellen. 
Dritter Abschnitt. 
Atteste über die gänzliche Befreiung. Art. n. des 
Konftriptionekodex. 
§. i r. Wenn ein Kvnstribirter schon unter dem Trup 
pen Er. Majestät des Königs, oder unter dem Fran 
zösischen, Neapolitanischen oder Spanischen MÑilair 
dient, so muß er sich 
a) eine Bescheinigung vom Verwaltungerath des 
Regiments, bei welchem er sicht, ertheilen lassen, in 
welcher attestirt wird, daß er wirklich bei diesem Re 
giment anwesend sey. 
b) Ein Attest vom Maire seines Eebursort, in 
welchem dieser die Wahrheit des vorigen Attests, in so 
weit sie ihm bekannt ist, bescheinigt und erklärt, daß 
derjenige Konskribirte, welcher als solcher in der Liste 
steht, mit demjenigen, aus welchen das obige Zeugniß 
spricht, eine und dieselbe Person sey. 
tz. i2. War ein Konskribirter vor Idem ersten April 
vcrheirathct. so muß er 
a) eine förmliche Ausfertigung der Heirathö- Akte 
beibringen, und 
b) ebenfalls ein Attest vom Ortsmaire, wie das un 
ter h. u. b) welches außerdem enthalten muß, daß die 
Ehefrau des Konstribirten noch am Leben ist. 
§. i3. War er schon vor dem ersten Avril 1808 Wit 
wer und harte eine oder mehrere Kinder so ist. 
a) itx Kopulationsschein, 
b) der Todes schein der Frau, 
c) die Geburtsscheine der Kinder, und 
<0 ein Attest vom Maire bciznbringen, in welchem 
dieser zugleich bescheinigt, daß die Kinder noch am 
Leben sind. 
§. rg. War er ehemals Offizier, so muß er ■ 
4) den erhaltenen Abschied oder die Dimission bei 
bringen, und außerdem ¿ 
b) ein Attest vom Maire wie das bei §. ||. b. 
Z. 15. 3Ñ er Staatsbeamter, so ist 
a) die darüber von Sr. Majestät erhaltene Bestal 
lung, aus welcher hervorgehen muß, daß er schon vor 
dem 2Zten April i 808 , eines von den in dem Gutach 
ten desStaatsrarhs vom löten Jul. r 803 , benannten 
öffentlichen Aemtern erhalten, und noch 
b) ein Attest vom Maire wie das sub §. IIt b. bei 
zubringen. 
§ i6. Ist er ein Geistlicher, welche die höhere Wei 
hen erhalten, so muß er 
a) eine aus den Durean's Sr. Exzellenz des Mini 
sters des Innern ertheilte Bescheinigung über die ge 
schehene Ordinatirn, und 
b) eine Bescheinigung vom Maire, wie die bet 
§. n. b. beibringen. 
§. 17. Ist der Konskribirte der einzige Sohn einer 
Familie, welche schon zwei Söhne unter den Fahnen 
vcrlohren hat, oder überhaupt der Sohn einer solchen, 
welche deren Drei unter den Fahnen verlor, so muß 
a) der Todesschein der Verstorbenen 
b) eine Bescheinigung von dem Regiment bei wel 
chem sie gedtent haben, und 
c) ein Attest vom Maire, wie bei §. n, b. beige 
bracht werden. 
Vierter Abschnitt. 
Atteste, über die vorläufige Befreiung. Art. 12. 
des Kodex. 
h. 18. Diejenigen Konskribirten, welche in Gemäß 
heit des i2. Art des Konskriplionskvdex ein Recht auf 
die vorläufige Befreiung zu haben glauben, müssen 
sich, um diese Ansprüche geltend zu machen, zeitig ge- 
ttrnj bei den kompetenten Behörde melden. DieUmer- 
prafckten so wenig als der Rekrutirungsrath können 
auf dergleichen Reklamationen Rücksicht nehmen, wenn 
nicht ein besonderes köntgl. Dekret zu Gunsten des Re 
klamanten da ist, oder wenigstens dessen Ansprüche, 
in so r it als gegründet anerkannt find, daß ihm des- 
fallö ein Urlaub von Sr. Exzellenz dem Herrn Kriegs 
minister bewilligt ist. 
Fünfter Abschnitt. 
Atteste, über die Setzung an bas Ende der Reserve. 
Art. tZ des Kodex. 
Z. ly. Die Konskribirte», welche als Arbeiter in 
den Königl. oder Pivat-Salz- und Bergwerken, oder 
in den Königl- Münzstätten, Gcwchrfabriken, oder 
in andern ganz odcr zum Theil auf Königl. Rechnung 
betriebenen Manufakturen angestellt sind, müssen zu 
Begründuug ihres Anspruchs, an das Ende der Re 
serve gesetzt zu werden, beibringen: 
1) ein Attest 00m Direktor der Fabrik, oder des 
Berg - und Saizwerks, in welchem die Art der Arbeit, 
welche sie betreiben, bezeichnet ist, und zugleich er, 
klärt wird, daß ihre Beibehaltung nothwendig ist, und 
sie durch andere Arbeiter der Anstalt nicht leicht ersetzt 
werden können. 
2) Eine Bescheinigung vom Ortemaire, nach wel, 
cher sie seit länger als einemJahr in der Fabrik», f. w. 
arbeiten,
	        

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