Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1811)

N’43. 
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ü £&$* Mittwoch den osten Mai igu. 
Feuilleton 
des Westphäl ischen 
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Kassel. 
Nack einem Schreiben, welches Se. Exzellenz der 
Herr General-Inspektor der Geusd'armerie, welcher 
mit der hohen Polizei des Königreichs beauftragt ist, 
unter dem ivten d.M.an die Herren Präfekten erlassen 
hat, sollen die Namen und das Signalement derjeni 
gen Personen, welche unter besondere Aufsicht der Mai 
res gesetzt worden sind, an die Geusd'armerie über 
schickt werden, weil diese vermöge ihres Dienstes im 
Staude ist, die besteAufsicht über solche Personen aus 
zuüben. Die MaireS haben demnach die Namen und 
das Signalement von den Personen, welche unter Ihre 
besondere Aufsicht gesetzt worden sind, oder welche in 
Zukunft noch zu Ihrer Aufsicht in Ihre Gemeinde ge 
schickt werden, an diejenigen Brigaden der königlichen 
Gensd'armerie zu übersenden, zu deren RespicirungS- 
bezirke Ihre respekt ive Gemeinde geh ören. 
Der Präfekt des Allerdepartements, Herr Franz, 
Hat für dienlich erachtet, folgendes Erröte zu erlassen: 
Da der Arsenik, obgleich in den kleinsten Gaben, ver 
setzt und aufgelöset, jetzt mehr in medizinischen Ge 
brauchgezogen wird, so wird, um zufälligen Nachtheil- 
und möglichen Mißbrauch zu verhüten, den Apothekern 
deS Departements der Aller bei großer Verantwortlich 
keit und Ahndung anbefohlen, nur unter Beobachtung 
folgender Vorschriften Arsenik und dessen Bereitungen 
alS Arzenei zu dispensiren und zu verkaufen. 
1) Jedes Rezept, welches Arsenik in irgend einer 
Form oder Ggb^ enthalt, muß von einer ihnen wohl 
bekannten Hand' eineS im Departement mir Genehmi 
gung des Gouvernements praktisirenden Arztes geschrie 
ben oder mit dessen Namensunterschrift und dem Da 
tum versehen seyn. Kein Apotheker darf einem Kran 
ken Arsenik alS Arzenei auf desselben Verlangen oder 
nach eigenem Urtheil reichen und verkaufen. 
2) Alle Rezepte, die Arsenik enthalten, werden auf 
- der Apotheke zurückbehalten, oder falls deren Z uück- 
gabe bestimmt verlangt wird, mehrmals von oben nach 
unten durchstrichen. Ein solches durchstrichenes Re 
zept darf auf keiner Apotheke wieder gemacht werden. 
g) Im Fall ein Arzt dieselbe Arzenei, dte Arsenik 
enthalt, nochmals gemacht wünscht, so muß er sie in 
einem neuen Rezept verschreiben, oder seine Verord 
nung des ReiterirenS mit feiner Nameneunterschrift 
und dem Datum, auf dem Signaturzerttl in bestimm 
ten Worten ausdrücken 
4) Mehr wie zwei Gran Arsenik darf auf kein Re 
zept auf einmal verabfolgt werden, von derFoulerschen 
oder Heimschen Auflösung des Arseniks werden nie 
mehr als zwei Quentchen auf einmal difpensirt Ver 
schreibt irgend ein Arzt eine größere Menge für einen 
Kranken auf einem Rezept, so darf der Apotheker doch 
nicht mehr reichen lassen, als oben festgesetzt ist. Sollte 
indessen bei ganz besondern Umständen der Arzt etwas 
mehrereS verschrieben haben, und ausdrücklich verlan 
gen, so muß er darüber eine besondere schriftliche Er 
klärung mit Gründen geben, welche der Apotheker zu 
seiner Legitimation und künftigen Beurtheilung sorg, 
fällig aufbewahrt. Solche zwei Quentchen der Fou- 
lerschen oder Heimschen Auflösung müssen für drei Gr. 
verkauft werden. 
Sämmtliche Herren Maires der Oerter, in welchen 
sich Apo.heken befinden, haben deren Inhaber beson 
ders auf diese so nöthige polizeiliche Vorschrift aufmerk 
sam zu machen, und eS sich von jedem derselben schrift 
lich bezeugen zulassen, daß dies geschehen ist, mir aber 
diese Versicherung zum etwaigen künftigen Gebrauch in 
Absicht des Distrikts Hannover unmittelbar, und in 
Absicht der beiden andern Distrikte durch die Herren 
Unterpräfekten baldigst einzureichen. Gegeben zu Han 
nover den i4. Mai 18 ll. 
Präfekturverfügungen und Bekannt 
machungen anderer öffentlichen 
Behörden. 
Nach dem Patent-Steuergefetz vom i2ten Febr. v.I. 
sind die Leineweber von der Lösung ei»,es Patents zu 
ihrem Gewerbe befreit, und als unmittelbare Folge 
dieser Begünstigung ist denselben das Recht, das zu 
ihrem Bedarf nöthigeGarn ebenfalls.ohne Patent auf 
kaufen zu dürfen, gestattet.. Da es jedoch öfters der 
Fall ist, daß solche Leineweber, die ihr Geschäft stark 
betreiben, hin und wieder andere Perlenen beaufra- 
gen, für sie und auf ihre Rechnung das benötbigte 
Garn aufzukaufen, so haben Se. Excellenz der Herr 
Finanzmimster zu Vermeidung von möglichen Defrau 
dationen gegen das PatentSteuergefttz festgesetzt, daß 
jeder Leinweber, der durch andere Personen Garn zu 
fernem eigenen Bedarf aufkaufen lassen will, diese Ab 
sicht bei der Maicie seines Wohnorts erklären, und 
zugleich denjenigen namhaft machen mnß, den er den 
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