Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

Kt 179 . 
Kassel, 
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Feuilleton 
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Montag den io. December rgro. 
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à Supplement ß M , 
Moniteurs. 
D. 
Kassel. 
-^tirch ein Zirkularschreiben Sr. Exz. des Hrn. 
Kriegsministers an die Präfekten verschiedener Depar, 
temcnte vom 19 u. 24WN November wird über nachste 
hende Punkte Auskunft verlangt: 
1. über die Zahl der im Departement befindlichen 
Pulvermühlen, 
2. ob solche Privatpersonen gehören, oder Staate- 
eigenthnm und unter welchen Bedingungen dieselben 
in letzterem Falle vervachket sind? 
Z. ob es Mühlen mit Gängen oder mit Stampfen, 
4. ob dieselben gegenwärtig in Thätigkeit sind? 
5. wie viel Pulver sie monatlich liefern können, vor, 
ausgesetzt, daß die erforderlichen Stoffe nicht fehlen, 
6. wie hoch sich der Preis des fabricirten Pulvere 
beläuft, und endlich 
7. wie viel Salpeter die Pulvermühken gegenwärtig 
vorräthig haben, mir Angabe der Mittel, durch wel, 
che sie sich den fernern Bedarf verschaffen können. 
Ein anderes Schreiben aus dem Kriegs-Ministerium 
von demselben Datum befiehlt Berichte darüber: 
1. wie viel Salpeterhüttcn, Salpctergrubcn oder 
ähnliche Anstalten dieser Art in ihren resp. Distrikten 
und Kantons vorhanden, 
2. von welcher Art die Verpflichtungen der Eigen 
thümer oder Pächter gegen den Staat und die ihnen 
auferlegten Bedingungen sind, 
3. wie viel an rohem und wie viel an raffiuirtem 
Salpeter jährlich gewonnen wird, 
4. ob es thunlich ist, zu veranstalten, daß eine 
größere Quantität davon gewonnen werde, oder, falls 
kein dergleichen Etablissement in den respektivcn Di 
strikten und Kantons befindlich ist, ob nicht ein solches 
in selbigen angelegt werden könne. 
Bericht des Staats-Raths, Generaldirektors 
der Forste an den König über die Forst- 
Bußgeschäfte und Forst-Kulturen. 
Das Forstbußgeschäft macht einen sehr wichtigen 
^heil der Forstverwaltung aus. Die Erhaltung und 
der gute Zustand der Waldungen hängen wesentlich 
von einer wohleingerichteten Forstpvlizei ab, und die 
Strafe, wenn sie wirken soll, muß strenge seyn und 
dem Frevel auf dem Fuße folgen. 
Von diesen Ansichten sind Ew. Majestät ausge, 
gangen, als Höchstdicselben im roten Titel des Orga, 
niiationsr Dekrets, mit einer Umsicht, die im voraus 
eine Menge von Schwierigkeiten aus dem Wege räum 
te , den in Ansehung der Forstfrevel zu beobachtenden 
Geichaftsgang vorzeichlmten. 
Ein auf die Konstitution des Reichs passendes, der 
neuen Justijverfassung gemäß entworfenes, System 
trat an die Stelle der verschiedenen Prinzipien, die 
bis dahin in den einzelnen Provinzen befolgt worden 
waren. 
Die Direktion hat durch eine besondere Instruktion, 
die in dem erwähnten roten Titel enthaltenen Grund- 
züge dieses Systems entwickelt und diese Instruktion, 
nachdem sie die Genehmigung des Justiz, und des 
Finanzministers erhalten hatte, den Gerichtshöfen, 
dem Forstbeamten- und den Dvmainen-Direktvren uno 
Domainen-Einnehmern zugefertigt, um Einklang in 
der Geschäftsführung, bei den verschiedenen Behörden 
die zum Forstbußwesen konkurrircn, zu bewirken. 
Durch den ?9ten Artikel des Organisations-Dekrets 
war es bestimmt worden, daß die Tribunäle erstcrIn- 
stanz alle Forstfrevel untersuchen und darüber sprechen 
sollten. 
Da indessen diese Gerichtshöfe, neben ihren andern 
zahlreichen Geschäften, nur mit der äußersten Mühe 
diese Oblieaenheit würden haben erfüllen können, so 
getuhetcn Ew. Majestät, den angeführten Artikel 
durch das Dekret vom 6ten August r8v8, auf die des 
halb von den Reicheständen gemachte Vorstellung, da, 
hin zu modifiziern, daß den Munizipal-Polizei-Gerich, 
ten, dar Erkenntniß über alle Forstfrevelsachen über, 
lassen wurde, welche eine Strafe von weniger als 20 
Franks nach sich ziehen. a . _ . 
Diese Modifikation, welche ubriaene dw festgesetzten 
Grundsätze in nichts veränderte, hat der Forstverwal, 
tung die Mittel in die Hände gegeben, eine größere 
Thätigkeit in das Forstbußgeschäft zu bringen, und sie 
gewährt zugleich der ärmern Klaffe der Unterthanen 
dadurch eine Erleichterung, daß sic denselben kostspitt 
lige Wege nach den Hauptdistriktsorten erspart. 
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