Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

N° 175V 
Kassel, 
Donnerstag den 6 . December 1810 . 
Feuilleton 
des Westphälischen 
V V 
Supplement 
Moniteurs. 
£ 7 otöoej 
Kassel. 
^s ist die Absicht der Gcneraldirektion des Westphä- 
Nschen Moniteurs, keine Mühe und Kosten zu scheuen, 
um dem offiziellen Journal und dessen Supplemente 
mit dem Anfange des künftigen Jahres ein solches 
Interesse und eine solche Gemeinnützigkeit zu verlei 
hen, daß dasselbe für jeden Westphalen von einiger 
Bildung, der sich für sein Vaterland intercssirt, un 
entbehrlich, und dem Geschäftsmann eben so wie dem 
Privatmann stets zur Hand seyn muß. Sie setzt aber 
auf der andern Seite auch das gegründete Vertrauen 
in den Patriotismus ihrer Mitbürger, daß sie von 
denselben in ihrem Unternehmen aufs thätigste unter 
stützt werden wird. Besonders hofft sic, daß alle öf 
fentliche Behörden sich beeifern werden, die Redaktion 
des Regierungsblatts durch Mittheilungen aller Art 
in den Stand zu setzen, auf eine vollständige Art von 
allen dem Nachricht zu ertheilen, was sich in den 
Städten des Königreichs und in den Departements 
ereignet und einer Bekanntmachung werth ist; aber 
nicht minder willkommen werden auch Beiträge von 
jeder andern Hand seyn. Zu den Gegenständen, 
worüber man vorzüglich Nachrichten zu erhalten 
wünscht, gehören z. B. nützliche Anordnungen, Ver 
besserungen und Einrichtungen, Fortschritte der In 
dustrie und des Ackerbaues, Erfindungen und Ent 
deckungen aller Art, sowohl im Felde der Wissenschaf 
ten als in dem der Künste, Arbeiten von Künstlern 
und Gelehrten, Sammlungen von Literatur- und 
Kunstschätzen, gelehrte Anstalten, Universitäten und 
Schulen, "Verhandlungen gelehrter oder gemeinnützi 
ger Gesellschaften, merkwürdige Kriminal- und Ge 
richtsfällt/ Schilderungen von Volks - und Jahresfe- 
sten, Beschreibung von herrschenden und ehmaligcn 
Sitten und Gewohnheiten, statistische, historische und 
geographische Notizen, Biographie und Nekrolog von 
interessanten Männern Westphalens, ungewöhnliche 
Na'vr-Ereignisse, astronomische und meteorologische 
Beobachtungen, rc. Für die Gelehrten des König 
reichs, für die Professoren unserer Universitäten muß 
schon der Gedanke, daß ihnen, indem sie die Resul 
tate ihrer Forschungen in dem Moniteur niederlegen, 
dadurch die Ehre zu Theil wird, sie auf diese Weise 
unter die Augen des Könige gebracht zu sehen und die 
Aufmerksamkeit der Regierung auf sich zu ziehen, ein 
kräftiger Antrieb zu Mittheilungen für das offizielle 
Journal seyn. Die Namen der Verfasser sollen diesen 
Mittheilungen jederzeit beigesetzt werden, so oft es 
verlangt wird. Alle Buchhandlungen und Drucke 
reien des Königreichs werden hierdurch zugleich auf 
gefordert, von den bei ihnen heranekommcnden neuen 
literärischen Produkten und Büchern Ein E-e.mplar 
einzusenden, damit die Redaktion Rechenschaft von 
denselben im Moniteur ablegen könne. Um ein Glei 
ches ersucht man alle Schriftsteller Westphalens in 
Ansehung ihrer im Auslande gedruckten literarischen 
Werke. 
Was die auswärtigen Angelegenheiten betrifft, so 
hofft die Redaktion auch in dieser Hinsicht den so viel 
fach geäußerten Wünschen brs Publikums mit dem 
folgenden Jahre dergestalt Genüge zu leisten, daß die 
Leser des Moniteurs der Anschaffung von auswärti 
gen politischen Zeitungen ganz überhoben seyn können. 
Alle Briefe und Beiträge, de»: Moniteur und des 
sen Supplement betreffend , könne»! ubrigcus unfran» 
kirt eingesandt werden und sind mit einem doppelten 
Couvert zu versehen, wovon das äußere die Adresse: 
An die Generaldirektion des Westph Mo 
niteurs und das innere die Adresse: An Herrn 
Präfektur-Rach Murhard, Redakteur dcs 
Moniteurs in Kassel, führen muß. 
Zirkularschreiben Sr. Exzellenz des Herrn Fi- 
nanzministers für die Beamten der indirekten 
Steuern, die Bezahlung der Erbschafts-Stem 
pelsteuer betreffend. 
Kassel, den gl. Oktob. igrv. 
Mein Herr! 
Auf mehrere Anfragen: cb bei den vor dem ersten 
August vorgefallenen, aber erst nachstdem rcgolirten 
Erbschaften, in Hinsicht der davon zu bezahlenden 
Stempelsteuern, das königl. Dekret vom Uten März 
v. oder das wom 7ten Juni d. I. in Anwendung kom 
men müsse, sehe ich mich veranlaßt, hierdurch bekannt 
zn machen, daß die Scempelgefalle von den Erbschaf 
ten nach demjenigen der beiden kölugl. Dekrete zu er 
heben sind, welches am Todestage des Erblassers ge 
setzliche Kraft gehabt hat. 
338 ;
	        

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