Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

N® IZO. 
K a s fei, 
Feuilleton 
deö Westfälischen 
Sonntag den 14. Oktober i 8 to. 
. «der Supplement 
Moniteurs. 
/ 
Kassel. 
<7> 
-^ urcf) eine Dezision des Königs ist dem Misbrau- 
che des Tragens von Fedcrhüten, die auch unter den 
vorigen Regierungen immer als eine besondere Aus- 
Zeichnung hoher Staats - Aemter betrachtet wurden, 
ein Ziel gesetzt worden. F lgcndes ist der wörtliche 
Inhalt dieser Allerhöchsten Entscheidung: 
Art. 1. Unter den in Unseren Zivildiensten stehen 
den Personen ist es nur den Ministern, den Offizie 
ren Unseres Hauses und Dcu Mitgliedern des Staats- 
Raths erlaubt, bei gewöhnlicher Kleidung Hüthe mit 
schwarzen oder weißen Federn ju tragen. 
9tet. 2. Diejenigen Unserer Unterthanen, welche 
nicht in Unsern Diensten stehen, so wie diejenigen 
Fui.klionairo, welche ftu vorhergehenden Artikel,nicht 
aus.^.'.'Utch -tenäh.tt sind',-dürfen nur bei dem Hofr 
kleide eine Feder am Huche tragen. 
Art. 34 Unsere Minister und Unsere Staats-Rä 
the, welchen eine General-Direkzivn übertragen ist, 
werden darüber wachen, daß keiner der unter ihren 
Befehlen stehenden Offizianten diese Vorschrift über 
trete. 
Gegeben zu Napolconehöhe, den 22tenScpt. 1812. 
Der Moniteur liefert jetzt auch die Ernennungen 
der General - Inspektoren bei der neu vrganisirren 
General r Verwaltung der Königlich Wcstphälischen 
Posten. 
Hr.GeneralD' Ajbignac, Grafvon Ried, chm. 
Gryß,l«llmeister und provisorischer Kriegsminister, ist 
vorigen Sonntag von hier abgereist und wird sich zu 
feinem Vater, der auf einem Gute im südlichen Frank 
reich lebt, begeben. 
Hr. Christian Ludwig Wundram, Doktor 
.der Philosophie und Prediger in Wülsten, Distrikts 
Ostc'Me'tm Harz-Departement, welcher sich bereits 
durch einige mir Beifall aufgenommene ökonomlfche 
und natnrhistorische Abhandlungen bekannt gemacht 
bar, ifam 6ten September von der Kömgl. Sachs. 
Thüringischen Landwirlhschafts - Gesellschaft in Lan- 
gcnfalza, zu ihrem wirklichen Mitgliede aufgenommen 
worden. ^ 
^Mehrere Prediger sowohl auf dem Lande als in den 
Städten haben dem Red. angezeigt, daß sie in Anse 
hung der verschiedenen Geschäfte, welche die Akten 
deö Zivilstandcs mit sich bringen, nicht einig sind. 
Die Zivilbeaimen halten in dem einen Orte etwas für 
nöthig und wichtig (z. B. bei Abschließnng einer Ehe) 
was in dem andern Orte von denselben übergangen 
wird und selbst die Königlichen Prokuratoren scheinen 
in dem einen Distrikt andere Erläuterungen des Ge 
setzes in dieser Hinsicht zu geben als in dem andern. 
Dennoch warx Einigkeit in diesem Stücke sowohl für 
die Geschäfte der Zivilstands-Beamten als auch fürs 
Publikum von großem Nutzen. Es ist daher der 
Wunsch geäußert worden, daß es den Predigern ge 
fallen möchte, sich dieser Blätter dazu zu bedienen, 
trm üch über diese'? oyer jen-r Geacnstsud freundlich 
und bescheiden ihre gegenseitigen Ideen mitzutheilen. 
Noch willkommner aber dürfte es seyn, wenn dieser 
oder jener Rechtögelchrte seine Meinung über diese 
oder jene dunkele Stelle im Gesetzbuchs Napoleons in 
dieser Rücksicht hier niederlegen wollte. 
Da die Aufhebung der Innungen und Zünfte den 
von den Lehr-Herrn, (Künstlern, Kaufieutcn und 
Handwerkern), mit ihren Lehrlingen abzuschließenden 
Kontrakten, eine unseren neuen Gesetzen gemäße Form 
auflegt, die Lehrlinge auch nach vollendeten Lehrjah 
ren über ihr erlerntes Gewerbe einer Beglaubigung 
unter gleicher,Form von ihren Lehrherren bedürfen, 
indem keine Lehrbriefe von Meistern mehr statt'finden, 
so ist die Nachricht gewiß Vielen willkommen, daß 
Herr Notar Roraridis zu Magdeburg eine An 
weisung über diese Kontrakte und Lehrbescheinigungen 
bei Heinrichshofer daselbst herausgegeben hat. 
Gewohnheit und Erfahrung haben, insonderheit hx 
dem letzten Jahrhundert, den Satz fast zum Axiom 
erhoben , daß der Handel mit andern Welttheilen für 
Europa unentbehrlich sey, daß Manufakturen sowohl 
als die Genüsse des Lebens nicht ohne außereuropäi 
sche Erzeugnisse befriedigt werden könnten, daß In 
dustrie und Wohlfahrt des Kontinents mithin fest und 
für alle Zeiten an diesen Verkehr mit fernen Landen 
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