Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

( 1130 ) 
Man bemerkt an beiden Nummern, daß sie durch 
das Feuer gelitten haben. Nr. 50. ist an einer Seite 
in eine hellgraue poröse Schale umgeändert. 
52) Lin Stück quarzigen Sandsteins aus Tuf ge 
schlagen, ebendaher. 
Auch dieser Sandstein hat ein verblichenes Anse 
hen, und ist nicht so frisch als bei Nr. 59. 
53) Ein Stück rother sandiger Thon mit ankleben 
dem Tuf, ebendaher. 
Es ist dies die Gcbirgsart Nr. 55 . 
II. F l ö tz 9 c b i r q s a r t e n. 
Den Fuß von Napoleonshöhe umgeben folgende 
MtzgebirgSarten: 
54) Bunter Flötzsandstcin aus den Sandsteinbrü- 
chen auf der südöstlichen Seite von Napoleons- 
Höhe. 
Es ist dies derjenige Sandstein, welcher sich äußerst 
häufig, und fast in allen Ländern findet. Er macht 
Die unterste Flötzschicht um Napoleonshöhe so wie im 
Kasseler Thäte aus. 
Auf ihn folgt: 
55) Rother sandiger Thon. 
Man trifft diese Gebirgsart, welche hier den pro 
vinziellen Namen Mönchebcrg führt, an mehreren 
Orten des Kasseler Thals, unter anderen auch am Fuße 
von Napoleonshöhe in einem sanften Hügel zu Tage 
ausgehend an. Manchmal nimmt diese Gebirgsart 
auch eine graue Farbe an. 
56) Jüngerer Flötzkalkstein, vom Kratzenberge bei 
. Kassel. 
Dieser Kalkstein ist die jüngste Flötzschicht im Kas 
seler Thale. Er hat meist eine lichtgraue,' auch zu 
weilen blaulichgraue Farbe, und enthält nicht selten 
Muschelabdrücke, Enkriniten, auch und zwar häufi 
ger korallenartige Körperchen. Der Kratzenberg so wie 
Der Weinberg bei Kassel besteht aus diesem Kalkstein- 
In demselben streichen an mehreren Orten Kalk- 
spathgänge, auch Gange von 
'57) Braunspath. 
III. Aufgesch-wemmte Gcbirgsarten. 
Hierunter versteht man diejenige Gebirgsarten, 
welche eine neuere Formation haben, als die Flötzge- 
birge. Es gehört auf Napolconshöhe hierzu 
3) das Vraunkohlenlager hinter dem Oktogon, 
b) ein eisenschüssiger mit Uferseemuschelen ver 
mischter Sand hinter dem königlichen Palais 
auf Napolconshöhe, 
c) ein kleines Kalktuflager am südlichen Fuße 
von Napoleonshöhe. 
58 ) Braunkohle mit innelicgendem bituminösen 
Holze und Pflanzenstengeln, von einem Braun 
kohlenlager hinter dein Oktogon. 
Auf diesem Braunkohlenlager wird seit vielen Jah 
ren her Bergbau getrieben. Es liegt auf Sand und 
wird mit Thon bedeckt.' 
In letzterem kommt auch und zwar in loselicgcn- 
den ziemlich großen Blöcken ein quarziger Sandstein 
von einer weißen auch graulichwcißen Farbe vor. Hin 
und wieder ist dieser Sandstein auch mit Bitumen durch 
drungen , und nimmt in diesem Falle eine schwarz- 
braune Farbe an» 
Den losen Sand trifft man auch vom Fuße von 
Napoleonshöhe bis über den königlichen Palais an, 
und hier sieht man auch an mehreren Stellen, z. B. 
unterhalb dem Palais und bei dem Dorfe Mulang 
große weiße quarzige Sandsteinblöcke l»egen, von wel 
chen der ehemalige Name Weißen stein wahrschein 
lich herrühtt. 
59) Weißer quarziger Sandstein von den großen 
Blöcken unterhalb dem Dorfe Moulang. 
Sonderbar ist es, daß die Oberfläche dieser Blöcke 
ein glanzendes gleichsam überfirnißtes Ansehen manch 
mal hat. 
60) Bituminöser quarziger Sandstein, aus sder 
Sohle des Braunkohlenlagcrs hinter dem Ok 
togon. 
61) Ein eisenschüssiger thoniger Sand mit Ufersee 
muscheln, hinter dem königlichen Palais aufNa- 
poleonöhöhe. 
Wahrscheinlich ist dieser Sand eineSchlammschicht, 
welche das Meer hier einst zurückgelassen hat. Hier 
von rühren auch die Menge der Uferseemuscheln her, 
wovon man viele Fragmen-e darin antrifft. Die Mu 
scheln bestehen hauptsächlich aus chama levis et 
transversim striata. Diese Schlammschicht erstreckt 
sich vom königlichen Palais bis zur Plutogrotte. 
62) Weißer Kalktuf am Fuße von Napolconshöhe. 
Ein kleines Lager dieses Kalktufs befindet sich am 
östlichen Fuße von Napoleonshöhe, woselbst es mit 
Sand umgeben ist. Dieser Kalktuf läßt sich vortreff 
lich zum Ausmauern derGefächer der Häuser benutzen, 
und es würde von großem Nutzen für die Residenz 
Kassel seyn, wenn man — wozu Aussichten vorhan 
den, — denselben in einem mächtigern Lager anträfe.
	        

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