Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [1])

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solches unedle Bettagen gewiß streng rügen. Das 
Halebald, welches der Hund beim Adhandenkom- 
men mn hatte, ist dem Eigenthümer zugeschickt 
worden, man will nicht weiter untersuchen, wie 
der Ucberschicker hierangckommen ut. La dieser 
Hund besonders start signalisirt ist, und beym er 
sten Blick ins Auge fallen muß, so wird ein je 
der gebeten, auch ihn zu vigiliren, außerdem wird 
nichts erspart werden, um ihn zu entdecken, 
und möchte doch einmal dieses Avertissement hin 
reichend seyn, dergleichen Frevel ein Ende z>l ma 
chen. Alle öffentliche Behörden, so wie alle Po- 
lizeibeamten des Königreichs werden ergebenst er 
sucht , auf diesen Hund ein wachsames Auge zu 
halten. Die Waisenhaus-Buchdruckerei ertheilt 
das Weitere. Kassel den löten Februar 181O'. 
13. Da sich schlechte Menschen erlaubt haben auf un 
sern Namen zu borgen, so fordern wir jeden auf 
sich bei uns schleunigst zn melden, bei dem ein 
ähnliches geschehen ist, widrigenfalls wir niemand 
für die Bezahlung haften, da wir jede Sache so 
gleich bezahlen. Kassel den izten Febr. i8rc>. 
Die Witwe Strobel und Sohn. 
14. Ich warne hierdurch jedermann niemand etwas 
arft meinen Namen zu borgen, indem ich für nichts 
einstehe. Io h. Justus Si es mann. 
15. Eni einzelner Mann, dessen Lebensweise sehr ru 
hig und eingezogen ist, wünscht auf Ostern oder Jo 
hanni eine geräumige Stube und Kammer nebst ei- 
ner hellen Küche; ohne Meubcls, in dem 2tcn oder 
3ten Stockwerk, auf mehrere Jahre zu mrethen, 
nicht zu entfernt von der Oberneustadt. Wer eine 
solche kleine Wohnung zu vermiethen hat, wird er 
sucht, seinen Namen, die Straße und Hausnum 
mer, unter folgender Adresse in der Waiscnhaus- 
buchdruckerey abzugeben, wo solches alsdann zu 
näherer Erlundlgung abgefordert werden wird- 
An Herrn B. 
16. Wegen Mangel an Raum sollen den 5ten März 
aus dem Königl. Gestüte zu Beberbeck 7 Stück Pfer 
de, junge Stuten und Fohlen, an den Meistbieten 
den um II Uhr am Brunnen zu Hofgeismar ver 
kauft werden. Bcberbcck den I4ten Februar l8.'0. 
Der Direktor des Gestüts, C. von Buttkar. 
17. Den loten März Morgens il Uhr soll auf hie 
sigen Distrikts-Tribunal eine von Johannes Lange 
und Katharine Elisabeth Lange von Helfe, am zten 
Oltober 1*06, beim vormaligen Stifts-Gerichte 
zu Obcrkaufungen errichtete Disposition pubiizirt 
werden. Welches allen Interessenten hierdurch be 
kannt gemacht wird. Kastei, den 17. Februar i8U>, 
K. W. Distrikts-Tribunal. 
Pränumerations.Anzeigen:' 
1. Das sehr ähnliche Portrait S. M. des Königs nach 
Herrn.Kinsvn, gezeichnet vonsPinhas, gestochen von 
Herrn Weissc, wird, da die mit aller höchster Ge 
nehmigung eröffnete Subskription bereits guten Fort 
gang gehabt, und der Königl. Hof sowohl als auch 
dieH.H. Staatsrathe und Re.chsstande diesen,. Unter 
nehmen Beförderung zustießen lassen,! nächstens er 
scheinen : 
Das Portrait'I. M. der Königin, welches noch 
nicht ganz fertig ist, wird unmittelbar nach Erschei 
nung dieses ersteren, und ebenfalls nach eingeholter 
allerhöchsten Genehmigung, in Kupfer gestochen 
herausgegeben werden. Der Subskriptionspreis, 
welcher Pränumerando zu entrichten ist, ist für 
beide Platten zwölf Franks-, für eine 6 Franks 
bis zum iten April, nach welchem Zeitpunkt der 
Preis unwiderruflich auf beide 16 Frk., und auf 
eine 8 Frk. festgesetzt ist. P i n h a s, 
Miniatur-Mahler allhier in der Johauncs- 
straßr Nr. 7bo. beim Kaufm. Hrn. Pugge. 
2. Wir leben in einem Zeitalter, wo die uns zu unse 
rer Gesundheit, Kleidung und Nahrung unentbehr 
lich gewordenen Kolonialwaaren so hohe Preise er 
langt haben, welche die leidende Menschheit aufs 
empfindlichste drücken und fast alle Gewerbe lähmen. 
Leider ist noch nicht abzusehen, wieslange bet der jez- 
zigen Tyranney des Scehandcls diese Theurungnosh 
fortdauern wird und unser Gewerbe in Trauer ver 
hüllt bleiben können. — Da nun aber die Geschichte 
unsrer Tage beweißti, daß Noth und Entbehrung oft 
die Erfinderin und Beforderin nützlicher Entdeck»», 
gen würden, und ganz veränderte Wege und Maß, 
regeln den Menschen zu eben den Zweck führten, den 
er dis dahin so oft auf einem andern und weitlaufti- 
gern Wege suchte, so zwingt uns dies, unsre Blicke 
auf den eigenen Reichthum unsers vaterländischen 
Bodens zurichten und Pflanzenkörper aus der Dun 
kelheit hervorzuziehen, ldie nur zu lange verkannt 
worden. lDiefer Borwurf, der Mißkennung manig- 
fa.'tigcr vaterländischen Gewächse trift uns selbst in 
Betreff solcher, worauf uns Chemiker schon vor 
Menschcn-Akter aufmerksam gemacht haben. Noth 
und Entbehrung war aber damalen noch nicht wie 
jetzt an der Tagesordnung. Unserm Zeitpunkt liegt 
nun wohl die gedoppelte Pflicht auf, dar, was un 
ser gcseegnete Boden, an Arzneyen, au Farben, an 
Brandstoffen, Nahrungsmitteln und andern Bed rrf- 
niffen hervorbringt, und wovon wir manches, vlind 
gcnlig, nur im Auslande zu finden wähnten, was 
wir eben so gut, oft schöner noch in unsern Wal-
	        

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