Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

,c 5 4 Z4t«r Stück. 
Armen, einzeln genau zu prüfen; so werden alle Bedürftige angewiesen, künftig sich bey dem 
Contrvlleur Eyriaci. mit ihren Zeugnissen zu melden, der das Verzeichniß der wirklich Behürf, 
tigen von Zeit zu Zeit der Direction vorlegen, und. die Bestimmung der Steuren auswütken, 
auch solche durch die bestellten Armen-Vögte der Armen bekannt machen wird. Cassel den 
Loten August l8o§. 
Aus Rurfürstl. Armen -Verpflegungs- und Werkhaus - Lommissron. 
Fulda. weyell. 
g) Davon dem Amtmann Berner zu Holzheim berichtliche Anzeige geschehen, daß dem bor» 
traen Amtsboten am zten April d. I. ein Schreiben unter der Addreffe r. an Kurfürst!. Ober- 
Nent-Cammer, zur weitern Besorgung nach Hersfeld zur Post eingehändigt worden, solches 
aber mit dem beygefügten, über die aus dem Deposito des Amts Hauneck zur General-De 
positen- und Land-Afftstenz-Caffe unterm loten Februar 1804 eingesandte 216 Stück Lbthr. 
von Johannes Niebell aus Starklos, für die von Johannes Schüler erkaufte Güter, depo« 
nirte Gelder, von Seiten der Casse ertheilte gedruckte Originalschein , c>. 6. Cassel den iztea 
Februar 1824 sub. Nr. 12. verlohren gegangen seye; so wird der Fmder aufgefordert, be- 
meldeten Orginalschein a 6aw binnen 10 Wochen zu produciré», und sich als dessen rechtmäs 
siger Besitzer zu legitimiren, widrigenfalls nach Verlauf dieser Frist, gedachter Original,) 
seschein für ungültig und erloschen angesehen, und darauf nie einige Zahlung geleistet, son 
dern das deponirte Geld an die Amtsdepositarien zur weitern Auszahlung an die rechtmäßigen 
Behörden »urückgezahlt werben soll. C-ffel den irten August 180;. 
' Aus Rrrrfurstl. Ober-Rent»Lammer. 
Todesfälle. 
Am oten August gefiel es der weisen Vorsehung meinen innigstgeliebten Gatten,' den in, 
Kurheisischen Regiment von Wurmb gestandenen Hauptmann George Rvmstädt in einen, 
Alter von 38 Jahren 8 Monaten io Tagen, mir und meinen 2 kleinen Kindern von der Seite 
ru nehmen und in die frohen Gefilde der Ewigkeit zu setzen. Alle die den Guten kannten, 
werden an meinem Jammer, den ich und meine Kinder durch deefen harten Schlag erlitten 
Laben warmen Antheil nehmen. Verbunden allen Anverwandten und Freunden des Seeligen 
dieses bekannt zu machen, empfehle mich und meine Kinder Ihrer fortdaurendtn Gewogen 
heit und Freundschaft mit der Bitte, mich mit Beyleidsbezeugungen gütigst ru verschonen, 
welche nur die tief geschlagenen Wunden meines Herzens wieder erneuern wurden. Cassel 
den izten August i8oz. Des Verstorbenen hinterlassene Witwe 
Marta Romftädt, geb. vonVultejns, und deren bephen Kinder. 
Kaum habe ich mit schweren Herzen den am 2Zten v. M. erlittenen Verlust meiner gute« 
Schwiegermutter bekannt gemacht, als ein zweyter weit härterer Schlag mich betroffen hat. 
Meine geliebte Ehegattin, Wilhelmine Christiane Ernestine, geb. von Butflar, wurde mir 
nämlich am Zten dieses Nachmittags gegen 5 l Uhr durch den Tod im 2§ten Jahre ihres Le 
bens von meiner Seite gerissen. Sie litte seit 9 Monaten an einer Lungensucht, und nach 
her erfolgten galoppircnden Schwindsucht. So sanft ihr Character, so zärtlich ihre Liebt 
gegen mich ihren Gatten und ihre hinterlassene 2 unmündige Kinder war, eben so groß war 
auch ihre Standhaftigkeit in ihren bitteren Leiden. Seit 5 Jahren lebte ich mit ihr in der 
vergnügtesten und glücklichsten Ehe. Welchen Verlust ich also leide, da ich die treueste Gattin 
und meine unschuldigen Kinder die liebevollste Mutter verlohren, wird jedes fühlbqrk Heq 
mit mir empfinden. Ich mache dieses meinen Verwandten, Freunden und Bekannten unter 
Verkittung aller Beyleidsbezeugungen hierdurch schuldigst bekannt. Ziegenhain mKurhesseñ 
den 8ten August 1805. Friedrich Wilhelm v. Mandelsloh, 
Lieutenant i» der Brigade leichter Truppen. 
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