Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1763)

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und Herrschafften, nebst Entbietung Unserer Gnade , .hierdurch zu wissen, daß, nachdem 
Uns von verschiedenen Orten her die beachtliche Anzeigen geschehen, welchergestalten sich 
allerhand Vagabunden, Bettler, Maraudeurs unö anderes böses a^errnloses ^riebs-Gksin- 
del, sowohl einheln als Rottenweiß, mit Anrichtung mancherley Schadens und Verübung 
gewaltsamer Einbrüche, dermahlen häusfia verspühren lasse , und hierdurch die allgemeine 
Sicherheit in Unsern Landen mercklich gekräncket werde, Wir zu dieser möglichsten Aufrecht 
halt-und. jener völligen Vertreib-und Aohaltung cíe deshalb bereits vorhin ergangene heil- 
jsahme und nachdrückliche LäiÄe durch nachstehende anderweite'V>rcrdnung zu erneuern ei, 
rre hohe Nothdurfft zu seyn erachtet haben. Wir befehlen, ordnen und wollen demnach, 
!. Daß alle fremde und ausländische Bettler , Landstreicher, Vaganten, in Unsern Dien, 
stell nicht stehende Blessierte und invalide«, auswärtig abgedanckte Soldaten, Deserteurs, 
Bettel-Juden, Ziegeuner und anderes Aerrnloses Gesindel in Unsern Landen nicht gedul- 
tet, sondern von ihnen binnen denen nächsten 14. Tagen allenthalben geräumet werden, 
wicd: igens aber dieselben gewärtigen sollen, daß sie zu hassten genommen, und entweder anhe, 
ro aä opas publicum gebracht, oder sonst nach Befinden auf andere Art mit ihnen verfahren 
werde; Zumahlen 
H. Das Betteln in sämtlichen Unsern Fürstenthumen und Landen so oft und vielfältig all 
schon verbotten worden, auch um somehr nochmahlcn alles Ernst s hiermitgäntzlich untersaget 
wird, als denen Reichssatzungen nach ohnehin kein Bettler-Votck gchulttt werden,sondern 
einem jeden Ort obliegen soll, die Arm n allda selbst zu unterhalten ; Gestalten dann die einher« 
mische, ohne Unterscheid des Geschlechts, binne«4 Wochen, an diejenige Orte, wohin sie 
gehören, sich zu begeben und daselbst ihre Versorgung abzuwarten haben. Und obwohlen 
Ul. Wegen Versorgung der Armen und abgeschafften Gassñ-Betteins in Unser Resi 
denz verschiedentlich allschon nachdrückliche Verordnung ergangen; So ist solcher jedoch 
überhaupt, und besonders in denen letztvergangenen Kriegs-Jahren, fast gar nicht nach, 
gelebet worden, welchen ohnerlaubten Mißbrauch Wir demnach gäntzlich hiermit abgefchast 
fet wissen, und im etwaigen Entstehungs-Falle diejenigen, welchen mit der nöthigen Sorg, 
fält durch ihre Untergebene dafür zu wachen oblieget, zur gebührenden Strafe ziehen wollen; 
Wie dann auch soviel andere Unsere Städte, Flecken und Dörffer betrifft, die Beamte und 
andere Obrigkeiten, jede au ihrem Orte, die ohnverweilte Verfügung thuv sotten , daß, 
wann unter denenjenigen, welche sich bis daher auf das Betteln gelegt, einige befindlich, 
die zur Arbeit tüchtig und ihrBrod selbst verdienen, oder ihre Eltern sie damit versorgen kön- 
neu, solchen das Betteln mitNachdruck und unter der Verwarnung untersagt werde, daß 
sie, als schädliche und andern nur zur Last fallende Müßiggänger, daraus verwiesen, oder 
aber, auf eines jeden Beamten vorgängigen Bericht, allenfalls anhero ad opus publicum 
geliefert, und solcher gestalt zur Arbeit auf gewisse Zeit wieder angewiesen werden sollen, hin- 
gegen aber wegen dererjenigen, die ihr Brod nicht verdienen können, vorermeldte Obrigkei- 
ten die Einrichtung dahin zu machen haben,daß selbige, ein jeder an seinem Orte, theils aus der 
Gemeinde,aus dem Gottes-Kasten versorget und nothdürfftig erwehret werden könne, diejenige 
aber-so alsdann ausser ihrer Stadt oder Gemeinde, wohin fle Mt gehören,ertappet werden,
	        

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