Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1757)

ArsL ) Zs8 ( 
3) Auf 7 bis 8 stück Rkndtbieh, i Pfund Speck imd zerhackt solchen, so klein, bis er fiies- 
sen will, vermenget darunter sofort \ Pfund gestossenen Amimonium mit so viel Rocken 
Mehl, Daß es einen, Teige gleich wird, woraus jodann Kugeln einem Hüner Ey dick 
oder gleich, gemacht und einem jeden stück eine Portion nüchtern eingegeben werden, wo 
mit man es i stunde fasten last und sodann giebt man ihm eine Handvoll Heu und trän- 
cket es vor dem Austreiben , Nut Rocken Mehl-Gejpühl; 
4) Und folglich dcn4tcn morgen, giebt man jedem stück Rindtviehe 2 - z Löffelvoll warm 
Getränck mit 2 Meffrsprh vorgemelten Afutimonii nüchtern ein und hält es mit dem Fasten 
und Träncken, wie im vorigem §pbo gemeldet worden; wie dann 
5) Jeder Kuh oder Rindt den ztcn morgen i schuß Schieß-Pulver, mit der Kuh eigener 
Milch-denen Rindern aber auch mit Milch eingegeben und weiter damit wie vorgcmelt, 
zu Wercke gangen wird; den 6 ten morgen aber wird 
6) jedem stück ein Löffelvoll Wein-Eßig, mit einer Messerspitze voll gestossenen Pfeffer in die 
Nase geschüttet und des 7ten Tages 
7) jedem stück 4 Messerspitzen röchen und weißen Bolus, mit ein wenig 8-rIperer Sath und 
einer Handvoll Hasser vermischt, eingegeben und gleichsam eingezwungen, mithin durch 
Wasser mit einem Horn, eingegossen; 
Ist es aber damit noch nicht gethan und das Vieh gesund worden, so sängt die Cur von 
Nro. z. hinwieder an und continuiret damit vorgejchriebener maßen, bis man die Ge 
sundheit verspüret; ' 
Übrigens wird auch hierdurch ohnverhalten, daß auch das Viehe gesund erhalten worden, 
wann man einem jeden stück Rindtvieh täglich eine Handvoll Wachholderbeeren mit z 
Handvoll Saltz vermengt ins Futter gegeben und gebrauchet hat; wie dann auch einige 
Das Futter mit Vogelbieren untermengt, und solches gut gefunden haben. 
IV. Dienet zur weitern Nachricht, daß auch durch folgendes Mittel oder Eure, das 
kranck-wordene Viche, in Vorhinniger und auch in jetziger Vieh-Kranckheit, hin 
wieder zur Gesundheit gebracht worden; nemlich 
Man nimmt täglich ii Maaß, ordinaires Vierund schneidet darin anfänglich etwas we 
niger, nach und nach aber mehr Recken Brodt, kocht solches auf und gibt davon ei 
nem stück Hornviehe, zu drcymahlen, Morgens, Mittags und Abends \ theil, aber 
nicht warm, sondern laulicht zu fressen- und continuiret danu't täglich; Sollte aber 
das Viehe zu schwach seyn und es nicht selbst aussrcsst n können , so muß es demselben 
eingeschüttet werden und zeigt sich die Genesung, binnen 7- 8 Tagen. 
2) Es soll künfftigen Mittwochen den 9ten Bujus verschiedenes Bettwerck, Tisch - Linnen, 
Stühle und sonstiger .nzaußrath , durch öffentliche Aucticn, an den Meistbietenden, gegen 
haare ellickmäßige Bezahlung, verkauft werden, mithin belieben diejenige, so etwas zu 
erstehen gesonnen sind, Nachmittags um 2 Uhr auf der Oberneustadt in der neuen Stras 
se , in der Jungfer Hofmännin Behausung, sich einzufinden. 
3) Mn thut hiermit Denen Liebhabern Der Antiquitäten, zu wissen, Daß alhier im Golde 
nen
	        

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