Full text: Die Landesbibliothek Kassel 1580 - 1930

zu gunsten dieses Fonds stehen; der Kammerschreiber hat diese Beträge einzubehalten 
und auf Anfordern den Bibliothekaren zu überweisen. 
2. Jeder Schutz-Jude zahlt in Kassel, Marburg, Hersfeld, Schmalkalden, Rinteln und 
Homburg zu diesem Fonds 6 Rthlr., in den übrigen Städten 4 Rthlr. und in den 
Dörfern 2 Rthlr., der Rabbiner bei seiner Anstellung 12 Rthlr. Der Schutzbrief darf 
ihnen erst nach erfolgter Zahlung ausgehändigt werden. 
3. Wenn eine Kleider- und Luxus-Verordnung erlassen werden sollte, so sind alle dadurch 
anfallenden Strafen den Bibliotheken zuzuweisen. 
4. Gegen den Nachdruck von Büchern, durch den vor allem der erste Verleger geschädigt 
wird, ist eine besondere Verordnung zu erlassen; auch die hier vorzusehenden Strafen 
kommen den Bibliotheken zu gute. Auch sollen alle Buchdrucker, Buchhändler und 
Buchbinder zu Kassel, Marburg, Rinteln und Hersfeld bei Aufnahme ihrer 'l'ätigkeit 
4 Bthlr. zu gunsten der Bibliotheken zahlen. 
5. Was auf diese Weise im Niederfürstentum Hessen, im Fürstentum Hersfeld, in der 
Grafschaft Katzenellenbogen und der Herrschaft Schmalkalden einkommt, wird der 
Königl. Bibliothek in Kassel zugeteilt; das Einkommen aus dem Oberfürstentum ge- 
hört der Universitätsbibliothek Marburg; desgl. das aus der Grafschaft Schaumburg der 
Universitätsbibliothek Rinteln. 
6. In Marburg und Rinteln erhalten die Bibliotheken außerdem je 50 Rthlr. aus der 
Universitätskasse. f 
7. Jeder Student, sei es in Marburg, sei es in Rinteln, hat bei der Immatrikulation min- 
destens V2 fl. oder V2 Rthlr. für die Bibliothek zu entrichten. , 
8. Die Bibliothek zu Kassel wird von Ostern bis Michaelis, oder so lange es das Wetter 
erlaubt, von 9-12 Uhr Vormittags für jedermann offengehalten, die beiden Universi- 
tätsbibliotheken am Mittwoch und Sonnabend vor- und nachmittags je eine Stunde. 
Gleichzeitig legt Schmincke den Entwurf einer Verordnung gegen den Nachdruck 
vor, die auch wieder mittelbar und unmittelbar zur Förderung der Bibliotheken dienen soll. 
1. Kein neues oder altes Buch darf im Lande gedruckt werden, das nicht der Zensur 
vorgelegen hat; mit dieser werden die Bibliothekare in Kassel, Marburg und Rinteln 
beauftragt, denen für ihre Mühewaltung eine Vergütung zugestanden wird. 
2. Alle Bücher sind von den Bibliothekaren unter Angabe der Namen des Autors und 
des Verlegers, sowie von Jahr und Tag in ein Buch einzutragen. 
3. Die hier eingetragenen Bücher darf kein Drucker oder Verleger im Lande nach- 
drucken, es sei denn mit Zustimmung des Autors oder des ersten Verlegers, der diese 
Erklärung den Bibliothekaren vorzuzeigen und gegen Quittung auszuhändigen hat. 
Verstöße ziehen den Verlust der Exemplare und eine Strafe von 20 Rthlr. nach sich. 
4. Die Buchhändler und Verleger haben die von auswärts bezogenen Bücher ebenfalls 
zum Eintrag vorzuzeigen. Strafe: Verlust der Exemplare und 30 Rthlr. 
5. Wenn jemand ein Manuskript von einem Autor kauft, so hat der erste Verleger dafür 
zu sorgen, daß keine Abschrift für den Nachdruck zurückbehalten wird. Strafe: 
30 Rthlr. 
6. Vor der Drucklegung einer Neuauflage ist der Autor zu benachrichtigen. 
7. Der erste Verleger hat dafür zu sorgen, daß kein Mangel an dem betr. Buch eintritt 
8. Bücher, die im Land gebraucht werden und hier zum erstenmal gedruckt sind, dann 
aber außerhalb gedruckt werden, dürfen nicht eingeführt werden. Strafe: Verlust 
der Exemplare und 30. Rthlr.
        

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