Volltext: Die Landesbibliothek Kassel 1580 - 1930

Text: 
Bl.1v bis 4T Kalendarium in Form der alten Kanontafeln (zweispaltig oben und 
unten mit Tierkreis- und Apostelbildern). Bl. 4 v späterer liturgischer Zusatz (anscheinend 
Fortsetzung zu der unleserlich geworden Seite Bl.1 F). Bl. 5 P ff Über die Horen-Einteilung 
u. a. Bl. 10 P beginnen die Psalmen auf bunter Majuskelseite mit Psalmen 1, sie umfassen 
den Hauptteil des Bandes bis Bl. 12711 (Ende von Ps. 150). Bl.128P bis 137 v schließen 
sich daran die Cantica, weiter Bl. 13811 das Symbolum Athanasii, Bl.139F beginnend mit 
Kyrie die Litanei [zum Teil ausgekratzt], Bl. 141 F bis 145 v verkürzt und mit zahlreichen 
Schabestellen das Officium mortuorum. 
Bildschmuck: 
Die Initialen sind sehr unbeholfen und wenig sorgfältig ausgeführt, ebenso die 
Evangelisten- und Tierkreisbilder des Kalendariums, die meist stark die Farbe verloren 
haben und daher lediglich noch durch die formal-zeichnerische Auffassung interessieren 
können. An ganzseitigen Miniaturen sind vorhanden: Bl. 5 v Kreuzigung, Bl. 6v Himmel- 
fahrt, Bl. 7 v Verkündigung, Bl. 8T Geburt, Bl. 9T Der thronende Christus mit den Evan- 
gelistensymbolen, ferner Figuren (meist mit unbeschriebenem Spruchband) in den 
Initialen: Bl. 27 v, 40 F, 52Pv, 63 v, 77 F, 88 F, 89 v, 101 v, 128 F, 141 F, außerdem die ge- 
nannte farbig grundierte Majuskeltafel mit Goldbuchstaben. Kunstgeschichtlich haben die 
naiv und handwerklich-ungeschi-ckt mit Blau, Rot, Grün und Gold ausgetuschten Illu- 
strationen kaum irgend welchen Wert, sie gewinnen lediglich Bedeutung durch die grobe 
altertümelnde Holzschnittmanier der Zeichnung und Anlage, die hier wohl mit Sicherheit 
wenig gelungene Kopien sehr viel älterer Buchmalerei vermuten läßt. 
Entstehung, Geschichte, Herkunft: 
Über die Schicksale des Codex läßt sich nicht mehr sagen, als daß er aus dem Peters- 
stift in Fritzlar stammt, wie uns das dem Deckel aufgeklebte Eigentumszeichen mit den 
gekreuzten Schlüsseln über der Bibel und Tiara verrät. 1802 wird er mit den übrigen Fritz- 
larer Bänden (vgl. unten S. 84 ff.) nach der Säkularisation des Stiftes in die Kasseler Landes- 
bibliothek gelangt sein. 
4. Niederländisches Stundenbudl (Getydenboek): so Mss.the0l.13. 
Beschreibung: 
Pergt.Hs. 15. Jahrh. 185 Blätter [unvollständig] (22 Quaternionen, davon die 9. mit 
7, die 2. 3. 13. 16. mit 9, die 12. mit 10 Blättern, dazu 5 Anfangsblätter, Schluß fehlt). Blatt- 
größe: 13,5)(9,5 cm, Schriftspiegel: 8X5,5 cm, durchschnittlich 16 Zeilen. Rote Über- 
schriften und Abschnittbezeichnungen. Einige spätere Zusätze im Kalendarium. Ein- 
fache rote und blaue und kunstvolle kolorierte Initialen verschiedener Größe. Vier 
Miniaturen mit Bordüreneinfassung und Randleistenschmu-ck. Gleichmäßige sorgfältige 
Schönschreiberhand. Späte gotische Bücherminuskel des strengen Stiles. 
Text: 
B1. 2 1' bis 14 P Kalender. B1. 15 v Miniatur. B1. 16T bis 67 v: onser vrouwen getiden. 
[Officium beatae Mariae virginis] 16! Metten tyt (Psalm, Antiffen, Lessen, Responsorien), 
27' Die Laudes, 38FfT. Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Completorium mit 3 (Vesper 5) 
Psalmen, Hymnus, Antiphonen, Responsorien u. a. - B1. 67 v Miniatur. Bl. 681" bis 95 v: 
62
        

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