Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

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Goddelsheim 
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Goddelsheim 
Dorf an der Strotze Rorbach—Zrankenberg. Haufendorf in welligem Gelände. 1013 Einwohner. 
Quellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 888. Ropiare. Akten. Landregister 1537 u. 1541. Salbuch Ibb4, 1681 
Langenbecks Uachlatz. — Beim Bürgermeister Salbuch 1664 u. Zehntbuch 1825. 
Literatur, w. Elasten 272. L. Eurtze 646 f. TD. Gärig, stuf den Spuren der Vergangenheit, Ausgrabungen auf dem 
Ring bei Goddelsheim, Wald. Landesztg. 3. Gkt. 36. v. RIettenberg Mfkr. 1738, T. I Rap. II § 12. R. Ratz, Die Gra 
bungen in Goddelsheim, Wald. Landesztg. August 1935. varnhagen UB Nr. 5, derf. Mfkr. westf. UB. I u. IV. Rind- 
linger Uv. 
Ge^ä)iä)1e. Godeloveshem (888), Godelevesheim (1028), Gotelovsheim (1120), Godolves- 
heim (1125), Godelovessen (1147), Godeleshem (1240), Godelobisheim (1326), Goddelevisheim 
(1356), Goddelszem (1537), Goddelsheim (1540). — 
Ergebnisse von int Jahre 1935 durchgeführten Ausgrabungen lassen bereits eine vorgeschicht 
liche Besiedlung erkennen. Ts wurden ein bronzezeitlicher Urnenfriedhof sowie ein frühmittel 
alterlicher Friedhof aus dem 8./9. Jahrhundert freigelegt. Funde hiervon im Korbacher Hei- 
matmufeum. — 888 genehmigt König Arnulf einen Tausch zwischen Kloster Corvey und dem 
Grafen Otto, durch welchen Torvey die dem Grafen Otto verliehenen Güter in G. im 3tter- 
gau erhält. 1028 gibt Kaiser Konrad dem Kloster Torvey seinen Hof in G. zurück. 1147 hat 
Adelbert von Godelovessen Güter von Torvey zu Lehen. 1189 hat Graf widekind von wal- 
deck den Zehnten von G. von Torvey zu Lehen. Um 1195 gibt Abt widekind von Torvey dem 
von ihm bei G. gegründeten Kloster (Schaaken) Einkünfte. Die Gebrüder von Brunenchusen 
tauschen mit dem Kloster ihren Besitz in Schaaken gegen vier Hofe in G. mit Einwilligung des 
Abtes von Torvey. 1236 inkorporiert Bischof Bernhard von Paderborn dem Kloster Schaaken 
die Kirche zu G. 1336 verpfändet Graf Heinrich von Waldeck dem Grafen Johann von 
Nassau als Mitgift seiner Tochter Elisabeth u. a. das Dorf G. Um 1350 haben in G. von 
Torvey zu Lehen die von Gogrebe zwei Hofe, die von Tppe einen Hof, Johann Meyngers 
zwei Hofe, Johann Zalentin eine Mühle. 1356 verpfändet Graf Otto von Waldeck dem Heine- 
mann von Gogrebe den halben Zehnten zu G. 1369 u. 1374 verpfändet Graf Heinrich von 
Waldeck den v. Gogrebe die andere Hälfte seines Zehnten des Dorfes G. 1530 lösen Graf 
Philipp III. und Gräfin Anna, geb. von Tleve, das den von Gogrebe verpfändete Dorf G. 
wieder ein. Dieselben verpfänden 1532 den von Gogrebe das Dorf G. von neuem für 2000 
Goldgulden. 1534 erhält Tiele Wulff von Gudenberg von Graf Philipp III. und Gräfin Anna 
das Recht der Wiedereinlösung des den von Gogrebe verpfändeten Dorfes. 1537 gehört das 
Dorf den Waldecker Grafen. Güter haben die von Gogrebe, von viermünden, von Grafschaft, 
von Tppe und Kloster Schaaken. Die Mühle gehört den von Gogrebe. Den Zehnten haben 
die lvaldecker Grafen. G. gehörte vor das Gogericht Medebach und zum Freistubl, „wohin 
sie von unserem gn. Herren gefordert werden". 1548 stellt Kurfürst Adolf von Köln Ansprüche 
auf G. Als ihm dies verwehrt wird, überfallen Kölnische Truppen das Dorf und plünderten es. 
Die Waldecker Grafen klagen 1549 vor dem Reichskammergericht. 1627 überfällt Kurfürst 
Ferdinand von Köln abermals G., läßt das Waldecker Wappen an der Kirche abhauen und 
entführt den Kirchenschlüssel. 1663 verzichtet Kurköln in einem vergleich zwischen Waldeck und 
Köln auf alle Ansprüche. Bei G. liegt die ausgegangene Ortschaft Brungerckhusen, die 1537 
den von Gogrebe verpfändet war. Der Hof Tschenbeck war Waldeckisches Lehen der von 
Gogrebe. 1738 bestanden drei adelige Güter, zwei gehörten als hessisches, bis dahin Torvey- 
sches Lehen den von Gaugrebe, deren Hof „die Burg" genannt wurde, einer den von Tppe als 
waldeckisches Lehen. Die von Tppe starben 1785 aus. Mit ihrem Gut wurde von Fürst Fried 
rich von Waldeck Präsident von Zerbst belehnt. Das Gut wurde 1805 von Joh. Georg Wagner 
gekauft. Die Familie behielt es bis 1862. Bis 1905 hatte es ein Graf von Trbach-Schönberg. 
Dann wurde es aufgeteilt. Den Hof besitzt jetzt H. Knipp. Das von Gaugrebische Gut ist jetzt
        

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