Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

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S I c cf) t ö o r f 
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tonten Gratansätzen. Nur über den beiden Jochen des südlichen Seitenschiffes sitzen aus 
gesprochen grätige Kreuzgewölbe. 3m basilikalen Teil besitzen die Mittelschiffspfeiler, die 
die Wandbögen bzw. nach Süden hin die Scheidebögen tragen, Vorlagen für die Gurtbögen 
bzw. für den Wandbogen im Osten. Sn den Scheidebögen zum südlichen Seitenschiff deutet ein 
Knick in der Laibung auf eine nachträgliche Verbreiterung der als Wandbögen — entsprechend 
denen an der Nordseite — berechneten Nrkaden. Die niedrigen voppelarkaden zum nördlichen 
Seitenschiff ruhen auf Iwischenpfeilerchen und auf Vorlagen an den Hauptpfeilern. Dieses Letz 
tere unterscheidet die Flechtdorfer Kirche von allen anderen Basiliken des Kreises. Die Kämp 
ferplatten an den Urkaden mit Unterschräge. Profilansätze an den Enden der östlichen Schmal 
wand lassen vermuten, daß hier einst eine Npsis ansetzte. Die Gewölbegurte ruhen auf unten 
gerundeten Konsolen, der westlichste, mit dem sich der basilikale Teil des nördlichen Seiten 
schiffes gegen das Ouerschiff hin öffnet, sitzt an der Nußenwand auf einem Wandpfeilerchen 
mit Schrägsockel. — 3m südlichen Seitenschiff ruht der Gurt beiderseits auf Konsolen (f. u.). — 
Zwischen T) u e r s ch i f f und Turmtravee sind die Freipfeiler kreuzförmig. 6n den Lang 
wänden hier Wandpfeiler. Die Gurtbögen ruhen auf konsolartigen Vorlagen der Pfeiler. Nuf 
entsprechenden Konsolvorlagen ruhen die Scheidebögen und ein Wandbogen im südlichen Ouer- 
arm. Da der Westteil der Kirche nicht wie ein normaler romanischer Gewölbebau auf einem 
System von quadratischen Jochen aufgebaut ist, hier bereits Auftreten des Spitzbogens, so zwi 
schen den Seitenschiffsjochen und in der Turmtravee. hier ist der nördliche Scheidebogen ver 
mauert. — Die Kämpfer der Pfeiler und Konsolen sind kräftig profiliert und im südlichen Sei 
tenschiff teilweise von einem Spitzbogenfries begleitet (ctbb. 18). Die untere Endigung der Kon 
solen z. T. mit kreuzförmig aufgeteilten oder mit einem Knauf be 
legten Flachblenden. Die Pfeilersockel entsprechen dem Außensockel 
des Westbaues (Abb. 19). Sie sind durch höherlegen des Fußbodens 
um ein bzw. mehrere Glieder verkürzt. Z. T. fehlt auch die oberste 
Stufe. — Die Fenster in Schräglaibung. Die des südlichen Seiten 
schiffes (flbb. 20) in der Art des rheinischen Ubergangsstiles be 
handelt: Die vor die Zwischenpfeiler gestellten Säulchen über steiler 
attischer Basis mit Eckblatt, Kelchblockkapitell mit aufgelegtem 
Blattwerk. Ebensolche Säulchen tragen einen das viertelstabförmige 
Fenstergewände begleitenden Wulst. Zwei gedrungene Säulchen die 
ser Art, deren Kapitellblattwerk stark plastisch ausgearbeitet ist, 
und zwei ihnen entsprechende Konsolen tragen Spitzbogenarkaden, 
die zwei Mauerblöcken an der Gstwand des Mittelschiffes vor 
gelegt sind. Die Bedeutung dieser Bauteile ist nicht ganz klar. Sie 
erinnert an die Anlagen in romanischen Kirchen, wo eine Mittel 
treppe zu einem hochgelegenen Thore hinaufführt und südlich von 
ihr Zugänge zu einer Krypta liegen. Das breite Dstfenster in der 
Gberwand in flachbogiger Schräglaibung. 3n der Ostwand des süd 
lichen Seitenschiffes Mauerabsatz in Mannshöhe. Die Wände geputzt und z. T. 
bemalt oder gequadert, die Gewölbekappen geputzt, die Architekturieile z. T. 
kräftig geschlemmt, mit in weiß aufgemalten Fugen. Fußboden mit modernem 
Sandsteinplattenbelag,' Altarstufe. — Die barocken Fenster der Nordwand in 
steiler, mit Balken abgedeckter Schräglaibung, vom Dachboden des Mittel 
schiffes aus rundbogige Zugänge zum Innern der Türme, in Ouaderfassung. Das 
heutige gemeinsame Vach über zweigeschossigem, unten doppelt liegendem, oben 
stehendem pfettenstuhl, barock. 
Drachen. Flachrelief an der Südwand des Ouerschiffes. Sandstein, h. 0,40 m, 
Br. 0,97 m. Abb. 19 
Ñbb. 18 ZIechtdorf, 
Kirche, Gewölbekonsole im 
südlichen Seitenschiff. 1:30 
S a k r a m e n t S n i s ch e. Sie ist vermutlich in dem abgebrochenen Thor an 
gebracht gewesen. Erhalten ist der obere Abschluß der Umrahmung, mit Wim 
perge und Fialen. Er ist in den Teil der hofmauer eingesetzt, der die östliche 
Verlängerung der Kirchennordwand bildet. 
ZIechtdorf, Kirche, 
Sockelprofil der 
Schiffspfeiler und 
der Außenwand 
des Turmes. 1:25
        

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