Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

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willingen 
willingen 
Dorf an der Straße Korbach—Brilon und an der Bahnlinie wabern—Brilon-Wald. Straßendorf im oberen Tal des 
Itterbaches. 1046 Linwohner. 
«Duellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 1484. Kopiare. Landregister 1537 u. 1541. Salbuch 1664. Langen- 
deck; Nachlaß. 
Literatur, w. Classen 274. L. Lurtze 644. v. Klettenberg Mskr. 1738, T. l Kap. Il §12. Seiberts US. Varn» 
Hagen Mskr. viering, Bausteine zur Kirchengeschichte de; Kirchspiels Usseln, tbesch. Bl. Bd. 35 S. 101 ff. 
Geschichte. Wildingen (1380), wildqngen (1502), wpldinghen (1537), willingen (1571). — 
1380 hatte die Kirche 5t. Lpriacus in Gesecke in w. Besitz. Das Darf war 1388 waldeckische 
Grenzfeste nach Kurköln. 1408 verkaufen Graf Adolf von waldeck und sein 5ohn Otto die 
Hälfte des Zehnten an Tppeln heinricus, Bürger zu Korbach. 1497 war das Dorf wüst. Es 
lag ursprünglich unterhalb des jetzigen Dorfes und wurde später „Alten-Wildingen" genannt. 
1518 haben die Waldecker Grafen Einkünfte in W. 1537 gehört das Dorf zum Waldeckischen 
Amt Lisenberg, zum Gogericht Flechtdorf und Freistuhl Usseln. Die Hälfte des Zehnten hat 
volpert von Bernikhusen als waldeckisches Lehen, die andere Hälfte gehört dem waldeckischen 
Kanzler Wendelin Eolbecher. Diese habe früher dem Hospital zu Korbach gehört und sei im 
Jahre 1540 von volpert von Bernikhusen eingelöst worden. Diesem gehört auch die Mühle 
daselbst. — 1738 55 Wohnhäuser. 1847 großer vorfbrand, dem 40 Wohnhäuser und die 
Kapelle zum Opfer fielen. 
Uirche 
Cv.. Zilial von Usseln. 
In Vorfmitte. Sie steht mit dem wcstgiebcl frei an einer mit der Hauptstraße gleichlaufenden Nebenstraße. 
Kirchenbuch - Eintragungen ab 1644 im Kb. Usseln. 
Geschichte. Eine Kapelle „Unserer lieben Frauen" bestand bereits 1541. 5ie war Filial 
von Usseln. 1663 wird der Glockenstuhl abgenommen. 1667 erhält die Kapelle einen neuen 
Turm durch Zimmermeister Laurentz Tillenz aus Brilon. Die Kapelle wird im gleichen Jahr 
umgebaut. 1760 wird eine neue Kanzel geschaffen. 1763 Wiederherstellung der Kapelle und 
neues Gestühl. Bei dem großen vorfbrand von 1847 wird auch die Kapelle vernichtet. Neu 
bau 1849/51. Einweihung 20. Januar 1852 durch Pfarrer Julius 5teinmetz. Begräbnisstätte 
für die Gemeinde war bis 1827 auf dem Friedhof zu Usseln. In diesem Jahre Anlage eines 
eigenen Friedhofs. 
Bestand 
Grundriß, (Abb. 81). Rechteckiger Saal; der Windfang an der 5üdseite modern. 
Taf. 111 ' Au tri ß. Außeres. 5andsteinbau in Biedermeiercharakter, modern verputzt, über breitem 
Plattensockel. An den Langseiten je drei schlicht eingeschnittene Rundbogenfenster mit in Platte 
und ausgekehlter Platte profilierten Kämpfersteinen. Jeweils das mittlere ist höher gezogen. 
Die Türe in der Südseite mit geradem Sturz, die in der Westseite ist rundbogig, Kämpfersteine 
wie oben. Uber der Westtüre ein glatter (ehemals eine Inschrift tragender?) Stein eingemau 
ert. — Im östlichen Giebel eine rundbogige Ladeöffnung zum Dachboden. Weitausladendes 
hölzernes Kastengesims, es läuft als Ouergesims unter dem westlichen Giebel entlang. Sattel 
dach mit Schieferdeckung,- an seinem westende kleiner Krüppelwalm. Darüber vierseitiges 
Dachtürmchen mit rundbogigen Doppelöffnungen,- verschiefert. Kastensims. Niedriger pyra. 
midenhelm, ins Achteck übergeführt.
        

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