Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

Schweinsbühl 
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Zchweinsbühl 
Dorf an einer von Rhena nach Flechtdorf führenden Seitenstraße. Haufendorf in kföhenlage. 161 Einwohner. 
«Duellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 1336. Koplare. Landregister 1537 u. 1541. Salbu* 1680. Lan- 
genbecks Nachlaß. 
Literatur, w. Tlassen 274. L. Turtze 645. v. Ulettenberg Mskr. 1738, T. I Rap. II 8 12. varnhagen Mskr. 
Wests. UV. 
Karten und Pläne. Triftenkarte der Gemeinde Sch. 1871 im Staatsarchiv Marburg. 
(5e[d)i(i)tC. Scanesbuele (um 1075), Swensbule (um 1350), Swepnsbuel (1528), Schwens- 
buel (1537), Schwenspul. — 
1075 Torveyscher Besitz. Um 1350 haben in Scfj. Johann von Padberg und die Brüder von 
Scarpenberg Vogtei, Gericht und Kirchenpatronat zu Lehen. 1398 bis 1460 besitzen in Sch. 
die von valwigk einen Hof und das Gut Wechteler zwischen Sch. und Uhena. 1460 verpfänden 
die von valwigk ihren Besitz in Sch. an Hermann von Kratzenstein. 1497 ist das Gut im 
Besitz des Hermann von Schwerte. Um 1500 haben die von Uhena ein Gut als paderbornischcs 
Lehen. 1535 verpfändet Graf Philipp III. seinen Hof zu Sch. an den waldeckischen Kanzler 
Wendelin Lolbecher. 1537 haben Höfe in Sch. der Kanzler wendelin Lolbecher, die von Dal- 
wiglr, die von viermünden, die Kalden zu Korbach und die Kirche daselbst. Bei Sch. lag der 
Hof Ißmerkusen (Lissenkusen), der den Waldecker Grafen und den Kalden je zur Hälfte ge, 
hörte. Sch. gehörte zum Umt Lisenberg, zum Gogericht Flechtdorf und zum Freistuhl Schwcins- 
bühl. Der vorfbesitz war zehntfrci. — 1738 20 Wohnhäuser. 
Kirche 
Ev., Filial von Rhena. 
Rm Nordrande des Dörfchens auf dem umzäunten, nach Norden abfallenden ehem. Friedhof stehend. 
Rirchenbücher ab 1646 in der Pfarrei Rhena. 
(öe^chichle. Kirche 1336 genannt. 1354 hatten Vogtei und Patronat Johann von Padberg 
und die Gebrüder von Scarpenberg von Kloster Lorvey zu Lehen. Um 1540 besaßen den Pa, 
tronat die Grafen von Waldeck. Die Kirche gehörte vor der Ueforrnation zum Urchidiakonat 
horhusen (Uiedermarsberg) und Bistum Paderborn. — Kirche romanisch, 2. h. 12. Ih. 
Bestand 
Grundriß. (Ubb. 71). Einheitlich romanische Unlage ans quadratischem Schiffsjoch mit 
halbrunder Ostapsis und aus rechteckigem Turmjoch im Westen mit Mauertreppe in der Süd 
wand. 
Ruf r tf}: Außeres. Kalksteinbau aus kleinen Ouadern, mit Besten von verputz. Uu der 104 
Upsis ein Sockel aus Schräge und Platte, an Teilen der westwand Sockelprofil aus Platte 
und Wulst, stark verwittert. Uu der Südseite in rundbogiger Blende ein spitzbogiges Portal 
mit gefastem Sandsteingewände. Rechts darüber ein Bundbogenfenster in Schräglaibung,- ein 
ebensolches, nach unten verlängert, in der Bordwand und drei im Bund der Upsis. Das Fenster 
in der Bordwand des Westjoches ist modern. In seiner Westwand eine bis auf das Vogenfeld 
vermauerte Bundbogenpforte. Darüber kleines Bundfenster mit leicht gefastem Gewände. Im 
Ostfenster Rest einer Bleiverglasung. — Der Westgiebel und die östliche Giebelspitze verschie, 
fert. Dachüberstand mit Schrägbreit. Satteldach bzw. halbes achtseitiges Zeltdach in deutscher 
Schieferdeckung. Uber dem Westgiebel vierseitiges Dachtürmchen mit achtseitigem Helm, ver. 
schiefert.
	        

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