Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

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Nordenbeck 
im Jahre 1623 an die Familie von Bourscheid, in deren Besitz es fünf Generationen hindurch 
verblieb. Der letzte von Bourscheid, Johann Ludwig, Bayrischer Oberst, starb 1836. Schon 
vorher, im Jahre 1790, war Nordenbeck an Caspar Heinrich Canisius verpachtet worden. 
Dessen Zahn Thomas Canisius erwarb 1826 Nordenbeck käuflich. Die Familie besitzt es 
heute in der fünften Generation. 
Das Dorf Nordenbeck wird 1507 zuerst genannt. Die Landeshoheit stand den Waldecker 
Grafen zu. Cs gehörte zum Amt des Cisenberges, zum Vaurgericht vor der Brücke auf dem 
Cisenberg und zum Freistuhl auf der Windmühle vor Korbach. Hausstätten und Mühle, 
sowie sämtliche Gefälle gehörten 1537 den von viermünden. Die Mühle ist im Jahre 1500 
von diesen errichtet worden. Im gleichen Jahre wurde dicht an der Mauer des Schlosses von 
Graf Philipp von waldeck ein Kupferbergwerk angelegt. 1595 stiftete Anna von vier 
münden, Gräfin zu waldeck, Freifrau zu Winnenberg und Beilstein, zum Dank für den ge 
wonnenen Crbschaftsprozeß die Kapelle und ein Armenhaus. — 1738 17 Wohnhäuser. 
Rittergut 
(Es nimmt den Südteil des Dorfes ein. 
Line angebliche Nachricht von einer größeren Reparatur am Turm des Schlosses 
im Jahre 1398 wird sich auf einen älteren Bau der Familie von Nordenbeck beziehen. Der 
gegenwärtige große Turm ist mit dem nicht mehr erhaltenen alten Schloßbau und den Wall 
anlagen, Mauern und Gräben im Jahre 1412 von Broseke von viermünden errichtet worden. 
Der Wohnhausbau ist zwischen 1443 und 1453 vollendet worden. Das „Haus Nordenbeck" 
war eine Wasserburg. Sie war von doppelten Wüllen mit Mauern und Türmen und einem 
Wassergraben umgeben. Der Hauptzugang befand sich ursprünglich auf der Gstseite und 
führte über eine Zugbrücke durch ein langes Gewölbe mit mehreren starken Toren. Man 
gelangte zuerst in einen großen vorhof, der mit Wirtschaftsgebäuden bestanden war. Zwei 
weitere kleinere Zugänge mit Zugbrücken führten auf der Nord- und Südseite durch den wall 
hindurch, der der Südseite ist noch an den vermauerten Torbogen beim inneren Schloßbezirk er 
kennbar, der der Nordseite an Stelle der heutigen Hauptzufahrt zum Hof ist abgebrochen. Der 
eigentliche Schloßhof war von diesem wiederum durch einen Graben und eine Mauer mit Tor 
abgeschlossen. Inmitten dieses inneren Schloßhofes, der den westlichen Teil des gesamten 
Schlotzbezirkes einnahm, und dessen Süd-, West- und Nordmauern mit den Außenwällen zu 
sammenfielen, stand der noch heute erhaltene große „Bergfried" vollständig frei. An den Ccken 
des Hofes standen auf den Wällen halbrunde Türme. An der Nordseite des von hohen Mauern 
umgebenen Hofes befand sich das Wohngebäude, von dessen zweitem Stockwerk man mittels 
einer Zugbrücke zu der noch heute erhaltenen Lingangstüre des Turmes gelangen konnte. 
Der untere Eingang zum Turm ist erst in späterer Zeit gebrochen worden. An einem Fenster 
des Wohnhauses befand sich die Inschrift „Broseke von viermyne 1412". Am Schloßtor be 
fand sich die Jahreszahl „1443" und an der Haustür des Wohnbaues „1453". In einem 
der Cckerker des Turmes war das von viermündensche Wappen und die Inschrift angebracht: 
„johan und herman gebroeder : von vermun«de : anno dni mcccccxn (1512). Die Inschrift 
ist nicht mehr erhalten. Das Dach des Turmes wurde mit den vier Lcktürmchen im Jahre 1881 
erneuert. Tin fünftes Erkertürmchen mit winde befand sich ehemals an einer der vier Seiten. 
Auf den Wällen standen noch die Mühle und eine Schmiede. Lin Bauwerk unbekannter Be 
stimmung wurde im Jahre 1567 errichtet. Das alte Schloß wurde 1851—54 wegen Bau 
fälligkeit abgerissen. Das jetzige Herrenhaus ist im Jahre 1801 von Johan Ludwig von 
Bourscheid auf dem ehemaligen Vorhof unter Verwendung von älterem Material und älteren 
Werksteinen erbaut worden. Anbau des neuen Wohnhausteiles 1881. 
Vestand. 
Anlage. Mittelalterliche Wasserburg mit dem breiten Wassergraben davor. Die hohe Um 
wallung, die im Osten im Rechteck, im Westen im Vieleck herumgeführt ist, ist in nahezu dem 
vollen Zuge erhalten- nur die Nordostecke fehlt. Im westlichen Teile, inmitten des von ihr
        

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