Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

156 
Lengefeld 
tengefeld 
Dorf an der Straße Korbach—Medebach. Haufendorf am Südhange des lvipperberges, 244 Einwohner. 
«Duellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 135(1. Kopiare. ZIechtdorfer Urkunden. Kammerakten. Land- 
regifter 1537 u. 1541. Salbuch 1682. Langenbeck; Nachlaß. 
Literatur. L. Curtze 648. v. Klettenberg Mfkr. 1738, T. I Kap. II § 12. st Leiß, Studierende Waldecker, 
lbesch. vl. vd. 4, S. 56 stnm. 106. varnhagen Mfkr. weftf. US I u. IV. 
(5e[d)tcf)te. Lenkevelde (1036), Lingefelde (1194), Lenghevelde (um 1350), Lengefelde 
(1537). — 
1036 Vorwerk von Korbach. Bischof Meinwerk von Paderborn schenkt den Zehnten dem Klo 
ster Busdorf. 1168 und 1194 bestätigt der Erzbischof von Köln dem Kloster Flechtdorf den 
Besitz von Gütern in L. 1228 werden die Brüder von Lengefeld als Inhaber der Burg er 
wähnt. Diese lag ursprünglich auf dem Berg oberhalb des Dorfes. Einige Wälle und ein 
Kellereingang sind davon noch erhalten. 1251 überträgt Kloster Flechtdorf seinen Fjof zu L. 
an Bitter Bernhard von valwigk und gibt das Lehen davon an Kloster Torvep. Den Burg 
hof hat HIbert von Mühlhausen als Lehen der Grafen von Everstein inne. 1272 verpfändet 
Gottschalk von Mühlhausen den Hof an Kloster Berich. 1318 belehnt Graf Gtto von Ever 
stein den Ritter Ulrich von Escheberg mit Schloß und Gut L. Um 1350 haben die von Rhene 
in L. ein Gut als Torveysches Lehen. 1360 und 1370 hat Kloster Flechtdorf Einkünfte daselbst. 
1488 hat Kloster Bredelar ein Gut in L. Um 1500 gehört der Zehnten den von viermünden. 
1537 haben den Zehnten die von Vorfeld und der waldeckische Kanzler wendelin Eolbecher je 
zur Hälfte als waldeckisches Lehen. Vas Burglehen hat die Familie Teddesalz (später auch 
Tedesalt und Zeddesaltz gen.) inne. Die Familie Teddesalz war bis zu ihrem Nussterben im 
Jahre 1632 auf Lengefeld ansässig. Dann kam das Burggut in den Besitz des waldeckischen 
Kanzlers Zacharias Victor, der ein neues Haus an einen alten Turm (wie in Nordenbeck!) an 
bauen ließ. Nach seinem 1641 erfolgten Tode gelangte das Gut in den Besitz seines Sohnes 
und Nachfolgers im Kanzleramt Johannes Victor, von diesem erbte es 1675 der Schwieger 
sohn Georg Rauchbar, der es wiederum seinem Sohne, dem waldeckischen Geheimen Rat Tarl 
Gottfried von Rauchbar vermachte. 1733 starb mit ihm die Familie aus. Das Gut kam in den 
Besitz der von Lassert. 1811 wurde von Fürst Friedrich von Waldeck das Gut allodifiziert 
und verkauft. Ls kam dann an den Landrat Schreiber und später an die Familie Klein 
schmidt. heute ist es im Besitz des Freiherr^ von Kleinschmidt-Lengefeld. — L. gehörte zum 
Baurgericht vor der Brücke des Schlosses auf dem Lisenberg und zum Freistuhl auf der 
Windmühle vor Korbach. — 1738 24 Wohnhäuser. 
Kirche 
Lv., Zilial der stltstadtpfarrei St. Kilian in Korbach. Sie liegt inmitten des Dorfes zwischen umfriedeten Gärten 
Diese sind mit Sandsteinmauern gegen die sie an drei Seiten umschließenden Straßen abgestützt. 
Kirchenbücher ab 1640 in Pfarrei St. Kilian zu Korbach. 
(5e[d)icf)te. Kirche Unserer lieben Frauen, 1375 zuerst als Kapelle genannt. Die Kapelle 
gehörte zum Nrchidiakonat horhusen und Bistum Paderborn. — Kirche romanisch, um 1200. 
Ursprünglich gewölbt. Im dreißigjährigen Kriege teilweise zerstört. Wiederherstellung 1656/57: 
Neuaufbau der Nordwestecke der Schiffsmauer, Tür, Decke und Dachstuhl erneuert. 1722 reno 
viert (Strebepfeiler).
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.