Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

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Einführung 
bronzenen Gürtelschmuck und l5 geschmiedete Nägel mit rundem Kopf, die wohl als Schild 
beschlag verwendet wurden. 
Die Anlage des Neihengräberfriedhofs der Karolingerzeit, in dessen Raume die germanischen 
Brandgrubengräber liegen, ist gewiß nicht rein zufällig an der Stelle des älteren Begräbnis 
platzes erfolgt. Ls unterliegt wohl kaum einem Zweifel, daß die Bevölkerung des karolingi 
schen Dorfes, denn um einen vorffriedhof handelt es sich, mit vorbedacht die alte Begräbnis 
stätte zu der ihrigen gemacht hat. Vas setzt aber Kontinuität der Bevölkerung in diesem 
Siedlungsraume voraus. 
Die Gräber, es sind bisher 46 untersucht worden, zeigen eine ziemliche Regelmäßigkeit. Die 
Toten liegen bis auf wenige markante Nusnahmen in Gstwestrichtung; das Gesicht ist nach 
Osten gewendet. Männer-, Frauen- und Rindergräber wechseln ab. Da der Erhaltungszustand 
der Skelette dank des Kalkbodens ein recht guter ist, bietet das Schädelmaterial eine reich 
haltige Fundgrube für die anthropologische und Rassenforschung. Die zahlreichen Beigaben 
geben recht wertvolle Aufschlüsse über die Lebensweise, Kleidung und Bestattungssitten der 
damaligen Zeit. Da sie dem Korbacher Museum zugeführt wurden, ist im Inventar des 
Museums ausführlicher darüber berichtet worden. Ls erübrigt sich daher an dieser Stelle eine 
eingehende Behandlung. 
Geschichte 
Die Geschichte des Kreises des Eisenberges ist für den Verlauf eines Jahrtausends unlöslich 
mit der Geschichte der beiden anderen waldeckischen Kreise, des Kreises der Twiste und des 
Kreises der Eder, verknüpft, mit denen ihn gleiche Schicksale unter einem gemeinsamen lferr- 
scherhause verbinden. Mit dem Eintritt in die Geschichte zu Beginn unserer Zeitrechnung saßen 
in dieser Gegend die T h e r u s k e r, während südlich davon in der Edergegend die Ehalten 
ansässig waren. Im Jahre 9 u. Zr. geboten die Cherusker dem Vordringen der Römer Ein 
halt. Ihr Fürst Hermann vernichtete die römischen Legionen unter varus an den hängen des 
Teutoburger Waldes, wahrscheinlich haben die Züge der Römer nach dem Teutoburger Walde 
und an die untere Weser durch die „Waldecker Pforte" über das Hochland von Korbach ge 
führt, da dieser Weg auch im späteren Mittelalter eine der wichtigsten südnördlichen Ver 
bindungsstraßen vom Mittelrhein-Main-Gebiet nach Westfalen, von Frankfurt über Wetzlar, 
Frankenberg und Korbach nach der Eresburg, Paderborn und der unteren Weser gewesen ist. 
In der Völkern» anderungszeit waren die Sachsen von Osten kommend über die 
Weser und Diemel bis an den Rhein vorgedrungen und hatten auch den ganzen nördlichen und 
westlichen Teil Waldecks erobert und besiedelt. Die Städte Sachsenberg und Sachsenhausen 
kennzeichnen die Grenzen ihres Vordringens und bestimmen bis auf den heutigen Tag ihre 
südliche Sprach- und Stammesgrenze auf Waldecker Boden. Der Kreis de; Eisenbergs gehört 
damit in seiner gesamten Nusdehnung dem niedersächsischen Stammesraum an. In der ersten 
Hälfte des 8. Jahrhunderts stießen die Sachsen von der waldeckischen Pforte aus in die mitt 
lere Edergegend weit ins Hessenland vor. Zu einer Gegenbewegung kam es unter Kaiser 
Karl dem Großen, der in seinen Sachsenkriegen in einem konzentrischen Angriff die 
Grenzen des Frankenreiches weit nach Norden bis über die Diemel vortrug, die alte Sachsen 
feste Eresburg im Jahre 772 eroberte und zu einem Hauptstützpunkt seiner Eroberungen aus 
baute. Die Lroberungszüge Kaiser Karls führten durch Waldecker Gebiet und folgten wahr 
scheinlich der alten südnördlichen Verkehrsstraße von Frankfurt über Frankenberg und das 
Hochland von Korbach zur Eresburg. Diese alte Heeres- und Handelsstraße führte innerhalb 
unseres Kreisgebietes von Frankenberg über die höhe zwischen Sachsenberg und viermünden 
hinab zur Totenfurt unterhalb der Niederorker Mühle, stieg von hier hinauf zur Fürstenkirche 
östlich von Fürstenberg, führte dann östlich von Immighausen vorüber über die Itter ober 
halb von Dorfitter, dann über den Kappenberg nach Korbach und von hier über Dingering 
hausen, am Totenkopf vorbei über die Giershagener Hochfläche nach Marsberg. Kaiser Karl 
legte zur Sicherung seiner rückwärtigen Verbindungen und zum Schutze dieser Verkehrswege 
befestigte Reichshöfe und Straßenfestungen an. Lin solcher fränkischer Königshof hat zweifel 
los in Korbach selbst auf dem Kilianshügel, dem vom Altstädter Markt, Tränkestraße, Neuer 
weg, Tempel und Stechbahn umgrenzten Raume, gelegen, um den die alte Heeresstraße im
        

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