Full text: Kreis des Eisenberges (N.F., Bd. 3)

Einführung 
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Ämtern Eisenberg und Lichtenfels, sowie den ihm anläßlich des Einschlusses Waldecks an 
Preußen am l. Ñpril 1929 zugeteilten preußischen bis dahin zum Kreise Frankenberg ge 
hörenden Exklaven, den Kirchspielen Eimelrod und Höringhausen. 
Vorgeschichte 
Die ersten Spuren urgeschichtlicher Siedlung im Kreis des Lisenbergs weisen in die jüngere 
Steinzeit zurück. Zwar ist das bisher bekannte steinzeitliche Fundmaterial noch recht spärlich, 
aber die geographischen und geologischen Voraussetzungen für eine umfangreichere Sied 
lungstätigkeit in größeren Teilen des Gebietes sind vorhanden. Außerdem führt die schon in 
urgeschichtlicher Zeit benutzte lveinstraße, die die Verbindung zwischen dem unteren Main, 
der lveser und Westfalen herstellt, in nordsüdlichcr Richtung durch das ganze Gebiet hin 
durch. Wir dürfen daher mit einiger Bestimmtheit mit dem Vorhandensein von steinzeitlichen 
Siedlungen rechnen, wenn auch die bisher bekannten steinzeitlichen Denkmäler noch vor. 
wiegend Streufunde sind. 
Die geographische Lage an der alten Handelsstraße gibt unserem Gebiete den Eharakter eines 
Über- und Durchgangslandes. Das prägt sich auch in der Verschiedenartigkeit des Fund 
materials aus,- denn die vier bisher bekannten steinzeitlichen Stücke gehören ebenso vielen ver 
schiedenen Kulturkreisen an: Ein geschlagenes breitnackiges Flintsteinbeil aus Münden stammt 
aus dem nordischen Kulturkrei-, eine Streitaxt aus Deisfeld ist schnurkeramischen Ursprungs, 
ein Schuhleistenkeil aus Korbach ist bandkeramisch, und ein zweiter Fund aus Korbach, ein 
spitznackiges Beil aus Felsgestein, darf wohl dem Michelsberger Kulturkreis zugewiesen werden. 
Außer diesen wenigen Stücken wurde nur noch in den Gemarkungen von Berndorf und Mühl 
hausen bearbeitetes und unbearbeitetes Flintsteinmaterial geborgen, das in diese Epoche zu 
gehören scheint. 
Besser als über die steinzeitlichen Verhältnisse sind wir über die Bronzezeit unterrichtet. Eine 
größere Anzahl von Hügelgräbern gibt Kunde von dem anscheinend recht beachtlichen Umfange 
der damaligen Siedlungstätigkeit, von den bisher entdeckten Hügeln liegen zwei im Lengefelder 
Walde, einer im Welschen Lied bei Goddelsheim, einer im Goddelsheimer Gemeindewalde Niggen- 
deck, einer im Lnsenberg zwischen Gber-Lnse und Goddelsheim, fünf im Streitholz zwischen 
Korbach und Strothe, einer in der Marke bei Korbach und zwölf im Dalwigker holz bei 
Korbach. Leider ist ein Teil der Hügel durch Raubgrabung beschädigt oder zerstört. Line 
gefunden. Während das eine, ein Randleistenbeil mit angedeutetem Absatz, voraussichtlich im 
Untersuchung der beiden Grabhügelgruppen im Dalwigker holz auf Veranlassung des Ver 
trauensmannes für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer im Bezirk Kassel hat über das un 
gefähre Alter der Gräber Aufschluß gegeben. Die ältere Gruppe dürfte um 1500 v. d. 3r. 
entstanden sein. In einem Grabe sind allein zehn Tote beigesetzt worden- darunter befand 
sich ein Mädchen, dessen Schädel recht gut erhalten ist. An Beigaben kamen ein Bronzearm- 
ring und zwei bronzene Haarspiralringe zum Vorschein. Die zweite Gruppe gehört an das 
Ende der Bronzezeit. Rach dem Tonscherbenmaterial, das sich als Beigabe vorfand, ist ihre 
Entstehung zwischen 900 und 800 anzusetzen. 
Vas übrige bronzezeitliche Fundgut ist gering,- lediglich in Gttlar wurden zwei Bronzebeile 
gefunden. Während das eine, ein Randleistenbeil mit angedeutetem Absatz, voraussichtlich im 
Korbacher Heimatmuseum einen Platz finden wird, ist ein älteres Stück, das schon im vorigen 
Jahrhundert gefunden wurde, als Rr. 658 der Antikensammlung des fürstlich - waldeckischen 
Museums einverleibt worden. 
Über die späteren Epochen der vor- und frühgeschichtlichen Zeit haben Grabungen auf einem 
Reihengräberfriedhof aus der Karolingerzeit am Nordausgang des Dorfes Goddelsheim wert 
volle Aufschlüsse gebracht. Während der Freilegung der Skelettgräber aus dem 8. und 9. Jahr 
hundert stieß man auch auf eine Anzahl Brandgrubengräber aus dem ersten Jahrhundert der 
Zeitrechnung. Durch sie erhalten wir die erste Kunde von der Siedlungstätigkeit und den Be 
stattungssitten der Germanen im Kreise des Eisenbergs. Die Gräber enthielten neben Leichen 
brand, Holzkohle und Asche u. a. Bruchstücke verschiedener Urnen, Eisen- und Bronzefibeln,
        

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