Title:
Kreis des Eisenberges
Creator:
Ganßauge, Gottfried Wikipedia Kramm, Walter Wikipedia Medding, Wolfgang Wikipedia
PURL:
https://orka.bibliothek.uni-kassel.de/viewer/image/1339494911887_0003/11/

Einführung
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Ämtern Eisenberg und Lichtenfels, sowie den ihm anläßlich des Einschlusses Waldecks an
Preußen am l. Ñpril 1929 zugeteilten preußischen bis dahin zum Kreise Frankenberg ge
hörenden Exklaven, den Kirchspielen Eimelrod und Höringhausen.
Vorgeschichte
Die ersten Spuren urgeschichtlicher Siedlung im Kreis des Lisenbergs weisen in die jüngere
Steinzeit zurück. Zwar ist das bisher bekannte steinzeitliche Fundmaterial noch recht spärlich,
aber die geographischen und geologischen Voraussetzungen für eine umfangreichere Sied
lungstätigkeit in größeren Teilen des Gebietes sind vorhanden. Außerdem führt die schon in
urgeschichtlicher Zeit benutzte lveinstraße, die die Verbindung zwischen dem unteren Main,
der lveser und Westfalen herstellt, in nordsüdlichcr Richtung durch das ganze Gebiet hin
durch. Wir dürfen daher mit einiger Bestimmtheit mit dem Vorhandensein von steinzeitlichen
Siedlungen rechnen, wenn auch die bisher bekannten steinzeitlichen Denkmäler noch vor.
wiegend Streufunde sind.
Die geographische Lage an der alten Handelsstraße gibt unserem Gebiete den Eharakter eines
Über- und Durchgangslandes. Das prägt sich auch in der Verschiedenartigkeit des Fund
materials aus,- denn die vier bisher bekannten steinzeitlichen Stücke gehören ebenso vielen ver
schiedenen Kulturkreisen an: Ein geschlagenes breitnackiges Flintsteinbeil aus Münden stammt
aus dem nordischen Kulturkrei-, eine Streitaxt aus Deisfeld ist schnurkeramischen Ursprungs,
ein Schuhleistenkeil aus Korbach ist bandkeramisch, und ein zweiter Fund aus Korbach, ein
spitznackiges Beil aus Felsgestein, darf wohl dem Michelsberger Kulturkreis zugewiesen werden.
Außer diesen wenigen Stücken wurde nur noch in den Gemarkungen von Berndorf und Mühl
hausen bearbeitetes und unbearbeitetes Flintsteinmaterial geborgen, das in diese Epoche zu
gehören scheint.
Besser als über die steinzeitlichen Verhältnisse sind wir über die Bronzezeit unterrichtet. Eine
größere Anzahl von Hügelgräbern gibt Kunde von dem anscheinend recht beachtlichen Umfange
der damaligen Siedlungstätigkeit, von den bisher entdeckten Hügeln liegen zwei im Lengefelder
Walde, einer im Welschen Lied bei Goddelsheim, einer im Goddelsheimer Gemeindewalde Niggen-
deck, einer im Lnsenberg zwischen Gber-Lnse und Goddelsheim, fünf im Streitholz zwischen
Korbach und Strothe, einer in der Marke bei Korbach und zwölf im Dalwigker holz bei
Korbach. Leider ist ein Teil der Hügel durch Raubgrabung beschädigt oder zerstört. Line
gefunden. Während das eine, ein Randleistenbeil mit angedeutetem Absatz, voraussichtlich im
Untersuchung der beiden Grabhügelgruppen im Dalwigker holz auf Veranlassung des Ver
trauensmannes für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer im Bezirk Kassel hat über das un
gefähre Alter der Gräber Aufschluß gegeben. Die ältere Gruppe dürfte um 1500 v. d. 3r.
entstanden sein. In einem Grabe sind allein zehn Tote beigesetzt worden- darunter befand
sich ein Mädchen, dessen Schädel recht gut erhalten ist. An Beigaben kamen ein Bronzearm-
ring und zwei bronzene Haarspiralringe zum Vorschein. Die zweite Gruppe gehört an das
Ende der Bronzezeit. Rach dem Tonscherbenmaterial, das sich als Beigabe vorfand, ist ihre
Entstehung zwischen 900 und 800 anzusetzen.
Vas übrige bronzezeitliche Fundgut ist gering,- lediglich in Gttlar wurden zwei Bronzebeile
gefunden. Während das eine, ein Randleistenbeil mit angedeutetem Absatz, voraussichtlich im
Korbacher Heimatmuseum einen Platz finden wird, ist ein älteres Stück, das schon im vorigen
Jahrhundert gefunden wurde, als Rr. 658 der Antikensammlung des fürstlich - waldeckischen
Museums einverleibt worden.
Über die späteren Epochen der vor- und frühgeschichtlichen Zeit haben Grabungen auf einem
Reihengräberfriedhof aus der Karolingerzeit am Nordausgang des Dorfes Goddelsheim wert
volle Aufschlüsse gebracht. Während der Freilegung der Skelettgräber aus dem 8. und 9. Jahr
hundert stieß man auch auf eine Anzahl Brandgrubengräber aus dem ersten Jahrhundert der
Zeitrechnung. Durch sie erhalten wir die erste Kunde von der Siedlungstätigkeit und den Be
stattungssitten der Germanen im Kreise des Eisenbergs. Die Gräber enthielten neben Leichen
brand, Holzkohle und Asche u. a. Bruchstücke verschiedener Urnen, Eisen- und Bronzefibeln,