Full text: 70 Jahre Flugplatz Fritzlar 1938 - 2008

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1939 – 1945: Während des Zweiten Weltkrieges 
Kriegsstationierungen KG 54 
Mit Beginn des 2. Weltkrieges, im September 1939, verlegte der Stab KG  54 zur 
Vorbereitung auf den Westfeldzug von Fritzlar nach Gütersloh und wenig später nach 
Münster-Handorf. Die I./KG 54 verlegte nach Lippspringe. Im Verlauf des Krieges war 
die I./KG 54 unter anderem in Evreux westlich Paris zum Luftkrieg gegen England 
stationiert. Der Russland-Feldzug wurde unter anderem vom Flugplatz Dnjepropetrowsk 
nördlich der Krim unterstützt. Im Mittelmeerraum wurden von Catania auf Sizilien 
sowie Timpakion und Iraklion auf Kreta   britische Geleitzüge und Ziele in Nordafrika 
bombardiert. Weder der Stab KG 54 noch die I. Gruppe kehrten während des Krieges an 
ihren Heimathorst Fritzlar zurück. Teile der I./KG 54 schulten ab September 1944 in 
Giebelstadt auf den neuen Düsenjäger Me 262 um und wurden umgehend unter starken 
Verlusten in der Reichsverteidigung eingesetzt, bevor sich die Gruppe bei Prag auflöste.  
 
1941 – 1944: Außenstelle der Junkers Flugzeugwerke 
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde es für deutsche Rüstungsunternehmen 
notwendig, über redundante Test- und Produktionseinrichtungen zu verfügen. In diesem 
Zusammenhang wurde der seit Ende 1939 fast verwaiste Fritzlarer Flugplatz mit seinen 
Flugzeughallen ab August 1941 als Ausweichbetrieb der Junkers Flugzeugwerke Dessau 
genutzt. Er wurde zunächst mit der Bezeichnung „Junkers Änderungshorst Fritzlar“ auf 
Instandsetzung von Flugzeugen der Luftwaffe und Rüstungsproduktion von 
Flugzeugkomponenten umgestellt. Mit zunehmender Auslastung und Erschöpfung der 
Kapazitäten der Werke Dessau und Bernburg sowie steigender Bedrohung durch 
Luftangriffe gewann Fritzlar immer mehr an Bedeutung für die Junkerswerke. 
 
Der Kasernen-Lageplan aus dem Jahr 1943 zeigt neben 7 Flugzeughallen einen 
Sportplatz im Bereich des heutigen Heizwerkes und im Bild links oben jenseits der 
Bundesstraße 3 einen Komplex mit Wohnbaracken für osteuropäische Arbeitskräfte.
        

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