Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

HoS 
U. tt fr a g e. Eine Jungfrau sucht einen Gatten. 
Keusch, geduldig, nüchtern 
und reinlich 
Muß haben gute Augen, 
Die zum Nähen und Flicken 
taugen. 
Ausserdem versteht sich am 
Rand, 
Daß er auch haben muß Witz 
und Verstand. 
Muß liebreich, spaßhaft seyn 
und weiter 
Kein gebrechlicher und schwa 
cher Schneider 
Sondern ein Mann der zu 
leben weiß, 
Krieg ich den, so »ep dem 
Himmel Preis. 
Sollte sich nun ein Schnei 
der mit diesen Eigenschaften 
finden, der Lust zum Ehestände 
hatte, so darf er nur je ehender 
je lieber nebst dem Ott seimS 
-me ehrbare Jungfrau in 
Frankenwelche 20 Jahre alt, 
an Geist und Körper gesund, 
von untadelhafter Aufführung 
und lustigen Humors, dabey 
von der- Mutter Natur mit 
einem schosen Wuchs und Ge- 
sicht begabt und aller weiblichen 
Arbeiten kundig ist, auch ein 
unverschuldetes Haus icoo st. 
werth und einige Güter- 
Stücke besitzt, wünscht sich 
«inen Man» von folgenden 
Eigenschaften: 
Cr muß seyn schön von Ge 
stalt, 
Zwanzig bis vier und rMmig 
Jahre alt. 
Eines ehrlichen Mannes 
Sohn 
Und ein Schneider von Pro- 
feision 
Er muß haben durch Gottes Aufenthaltes im Reichs -Anzer 
Seeg-'N 
Wenigstens 4 00 si. im 
Vermögen, 
Hat er aber auch etwas 
drüber, 
Nun so ist es der Braut desto 
lieber. 
Vom Gemüth muß er ein 
Engel seyn 
ger bekannt gemacht werden. 
Auf Seiten der anfragenden 
Jungfrau ist alles in der schön 
sten Ordnung und es wird als 
dann das Nähere schon besorg^ 
auch die Eimückungsgebühre« 
reichlich erstattet werden. 
W. 
t 
(Aus dem Rcichkanzekger No, 27* Novembr. 179s. 
I 
Ueber
	        

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