Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1795)

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seine Zimmer nach der Straße 
zu waren gerade der Mittags 
sonne ausgesetzt; die hintern 
Zimmer aber giengen in einen 
engen, von hohen Mauren ein 
geschlossenen Hofraum , und 
waren sehr dunkel. Jo diesen 
arbeitete er- in jenen aber pflegte 
er zu speisen , zu frühstücken u. 
s. w. Sein Gesicht nahm ad, 
und er hatte einen tesiandigen 
Schmerz tn ven Augen Er 
versuchte Aua ngläler und zog 
verschiedene Okulistt n zu Rathe; 
alles umsonst Endlich kamer auf 
die Vermuthung, daß bas öftere 
und schleunige Hin- u. Hergehen 
aus seiner dunkln Srudierstude 
in die hellen Zimmer, die Ursache 
seiner Krankheit seyn möchte. 
Ec miethete ^ch daher ein an 
deres Ouartier, und enthielt 
sich eine Zeitlang alles Schrei- 
denö und Lesens bey Lichte; 
dies war hinreichend; ihn in 
kurzem von fernem Uebel zu- 
brfreyn. 
Blindheit oder Mnigstens 
eine große Augenschwäche rührt 
sehr häufig von einer solchen 
dem Anschein nach ganz' unbe 
deutenden Ursache her. Dah r 
sollte ein jeder, besonders wenn 
er schwache Augen hat, auf 
Umstände dieser Art Achtung. 
geben, denm es' ist: leicht dem? 
Uebel vorzubeugen, aber es iti- 
heilen ist schwer,, und bisweilen- 
unmöglich. 
Ich hoffe, daß mau es m* 
zeihm wird, wenn ich iolaendeS- 
Mittel gegen Augeaichwache, 
dke weder vom Aller, noch» 
von einer Krankheit,- oder 
einem andern in die Augem 
fallenden Uebel herrührt, em 
pfehle — hilft es nicht, so darf 
man wenigstens nicht befürch 
ten, daß es etwas schadet. Zu 
einem Nößel Branowein thut: 
man zwey Unzen Rosmarien« 
blalter, schüttelt dies des TageS 
ein- oder ein paarmaal durch 
einander, läßt es drey Tage 
stehen, und seihet es alsdann 
durch. Von dem Klaren dieses 
Aufgusses nimmt man einen 
Theelöffel voll, vermischt ihn 
mit vier Theelöffeln warmen 
Wassers, und wäscht damit 
des Abends die Augen so, daß 
auch etwas von der Mischung 
zwischen das Augenlied und den 
Augapfel kommt. Nach und 
nach milcht man immer weniger 
Wasser bey, bis man endlich: 
von beyden gleichviel nimmt. 
(Vorstehende Regeln sindauS' 
einer zu. empfehlenden Schrift- 
grnom»
	        

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