Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1789)

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nur braucht man nicht zu stark 
einzustreuen, und der Mist muß 
wenigstens 3 Wochen tm Stal 
le liegen, wenn «r dem Lande 
nützlich sepn soll. Das Strie 
geln des Viehes ist im Minier 
wegen des länger» Liegen des 
Mistes im Stalle und der da 
her rührenden Unreinigkeiten nö 
thiger, als sonst. Von der 
Schwemme laßt sich in den 
Wintertagen kein Gebrauch ma 
chen, doch dürste es im Früh 
jahr nicht zu verwerfen seyn, 
nur muß es alsdenn eine Stun 
de lang draussen in der Sonne 
gelassen werden, daß eö wieder 
abtrocknen könne. 
Man wird sich vielleicht 
darüber wundern, daß die Kü 
he den Winter über selbst bey 
dem Brühfutter täglich dreymal 
getränket weren so llen. Wenn 
man aber bedenket, daß die tro- 
kenen Fütterungsmittel Stroh- 
hecksel und Heu mehrere salzige 
Theile bey sich führen, die den 
Durst reizen, so wird es nicht 
weiter befremden. Ob dies 
Tränken im Stalle oder in der 
freyen Luft geschehen soll, muß 
der Beurtheilung beS Land- 
mannS überlassen werden. Weil 
aber die meisten Kühe alsdenn 
trächtig sind, und sie beym Frost 
wetter leicht Schaven leiden 
können, so ist das Tranken im 
Stalle vorzuziehen. 
In allen Ländern, wo man 
für die Woh fahrt des Viehes 
und dessen Nutzbarkeit eine ge 
wisse Aufmerksamkeit Hegel, su 
chet man solches mit öfterm und 
reichlichem Salz zu versorgen. 
Schlesien giebt darunter ein 
merkwürdiges Beyspiel, und 
man bedienet sich daselbst sowol 
vor die Schaafe als das nutzba 
re Rindvieh des bekannten 
Steinsalzes. F.st ln allen 
Ställen findet man große Stü 
cke davon ln Stricken aufgehan 
gen, zu welchen das Vieh beym 
Aus und Einbinden gehen und 
seinen Appetit stellen kann. ES 
dienet solches nicht allein zu ih 
rer Erhaltung, sondern auch 
zur Vermehrung der Milch. 
Für eine des Sommers auf 
Slallfütterung stehende und 
des Winters mrr Brühfütte 
rung ernährte Kuh sind jähr 
lich 8 Metzen an Salz nöthig, 
davon die Kühe wöchemuch 
zweymal, jedesmal T ' ? td Metze 
oder eine gute Hanvöll bekom 
men. 
In Ansehung der Leute , die 
zur Besorgung dieser bey der 
Brühfütterung vorgeschlagenen 
Ord-
	        

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