Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1788)

Früchten besamen , und dadurch 
anstat der bißhero vom Winter- 
und Sommerfelds nur erhalte 
ner zweyer Erndten, nun auch 
Die dritte vom Brachfelde geni- 
ßen tönte. Und in welchen gar 
nicht zu berechnenden Flor wür 
den bey dem immer mehr einrei 
ßendem Holzmangel, sowohl die 
hcrschafrlichen als privAt-Wal 
dungen gerathen, wenn solche 
ohne alle Künsteleyen, und Ko 
sten , mit Schaf« und Vieh 
hude verschont würden. Ich 
bin versichert, und wolte dar 
auf wetten, daß alle diese Vor 
schläge und verdcherungm auch 
bey uns ganz sicher, bey einigen 
bald, bey vielen aber leider sehr 
langsam, und vieleicht erst in 
zehen — zwanzig Jahren zu 
stände kommen werden, indem 
ich als ein alter, und den hiesigen 
Gang (Waldeckschen langsamen 
Schneckengang) wohkennender 
Mann, aus der Erfahrung 
wohl weiß, wie viel Geduld, 
Zeit, Mühe, und Ueberredung, 
bey dem tragen, an den alten 
Schlendrian gewöhnten, und 
zu allen, zu seinem eignen wah 
ren besten abzielenden neuen El'n- 
richtungen furchtsam und miß 
trauisch gemachten Bauern es 
kostet, ehe man sich nur ein gu 
tes Zutrauen erwerben, und 
ihm seinen wahren Vortheil be« 
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greiflich machen kann. Des 
Hrn. Schubart von Kleefeld 
Zuruf an alle Bauen ist zwar 
schon im vergangenen Jahr durch 
das Jntelligenzblat bekant ge 
macht , und deßen Befolgung 
aufs beste anempholen worden, 
auch haben Jhro Hochfürstliche 
Durchlaucht unser gnädigster, 
(wann ich den Außdruck wagen 
darf, gar zu guter) Landesherr 
den Anbau der Fntterkräuter 
durch die Beamten besonders 
anrathen lassen, und darauf zu 
dessen weiterer Ermunterung 
eine Prämie von 52 Gulden 
außgesezt. aber man hat tauben 
Obren gepredigt, und ich habe 
noch nicht gesehen, oder gehört, 
daß alles dieses weder bev dem 
Haußman noch bey bey denen 
Meverey Conductoren die gehof- 
te Würkung hervorgebracht hak. 
Der Richter Grebe, ein braver 
vernünftiger und ehrlicher Man 
zu Helmscheid, wo es an der 
Viehfütterung sehr fehlt, hat 
zwar darzu im Kleinen einen 
guten und, löblichen Anfang ge 
macht, und ihm sind auch schon 
verschiedene aus dafiger und der 
Mühlhauser Gemeinde, wie ich 
selbst gesehen habe rühmlich nach- 
gefolget; und ich hoffe, es wer 
den ihm unter der Hand mehre 
re nachgehen. Aber wie man 
hier mit allen wohlgemeinten 
Vor»
	        

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