Full text: Waldeckisches Intelligenzblatt (1788)

lungen , dahin gebracht, daß 
man seinem Exempel und var- 
gestelten Erfahrungen, natür 
licher weise zuerst in seiner Nach 
barschaft im Coburgischen, Wei 
marischen, in Venen Anbalti 
schen Fürstenthümern Deßau, 
Köthen, und Bernburg, wie 
auch in Vem weiter entlegenen 
Königreich Böhmen, im Oe- 
sterreichischen, und Branden 
burgischen, in Schwedisch Pom 
mern, und an vielen andern 
Orten mit lobenswürdigem Ei 
fer nachgcfolget ist, und eine 
vor Herrn und Unterthanen viel 
nützlichere Landwirthschafe ein 
geführet hak. 
Und warum folte solches hier 
jm Lande nicht ebenfals möglich 
seyn? und welcher bisher uner- 
kantee Nutzen und Vortheil 
würde unsern Landleuten, De* 
neu Mey rey Conductoren, und 
überhaupt dem ganzen Lande 
dadurch zustießen, wenn der 
Anbau der Futterkrauter, die 
dadurch entstehende Stall- unp 
Hürdenfütterung, und aus die 
ser folgende Abschaffung der 
Brache, und deren Besamung 
mit Futterkrautern, und Früch 
ten eingeführt würde; wodurch 
die Stadt Corbach, welcher es 
an Wiesen und Heuwachs fehlt 
allein einige tausend Thaler und 
viele andere Gemeinden, die sich 
in gleichen Umständen befinden, 
auch ein ansehnliches jährlich 
profitiren würden. Die Schaf 
halters , und die müßigen Schä« 
fers würden dabey zwar sauer 
außsehn, und allerley Einwen 
dungen dagegen machen, wie 
es bey der vor fünfzig Jahren 
angefangenen, unv nunmehr fast 
überhand nehmenden Anpflan 
zung der Cartoffeln, und Dick 
wurzeln auch ergangen ist; aber 
nach Verlauf von zwanzig, 
dreißig Jahren wird man sagen, 
was man jetzo von den Cartof 
feln spricht: wer hatte es ge 
glaubt , daß durch die Futter 
krauter , und Bestellung der 
Brache die Landwirthschaft, der 
Viehstand, und üherhaupt der 
Nahrungsstand der Bauren fo 
sehr hatte verbeßert werden kön 
nen. Solle der allerdümste, 
und nachlaßigste Bauer nicht 
zum Nachdenken, und mehre 
ren Fleiß angereizt werden kön 
nen , wenn er mit Wahrheit 
versichert, und durch vorgelegte 
Proben überzeugt würde, daß 
er durch Anbau der Futterkräu 
ter , und dabey einzuführende 
Stall- und Hürdenfüttervng 
feinen Viehstand nicht al/ein gar 
sehr verbeßere und vermehren 
könne, sondern auch sein biß- 
hero blos und allein zur Hude 
preißgegebeneS Brachfeld mit 
Zrüch-
	        

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