Full text: Hessenland (49.1938)

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noch Zwei Mauerblöcke auf den Ecken, die der Zugvor 
richtung der Brückcnklappe als Auflager dienten. Von da 
steigt der Burgweg der Südwand des Burghofes entlang 
bis zu einem Tor in einem vorgelegten Zwinger, von dem 
aus der Burgweg beherrscht wurde. Südlich daran liegt 
ohne direkten Zusammenhang mit dem Vurggemäuer 
noch ein in den Grundmauern erhaltenes Gebäude, von 
dem aus man den Zugang Zur Burg vom Bergmassiv 
aus einsehen konnte. 
Nach Durchschreiten des Zwingers, in den ein spitz- 
bogiges Fenster der Hofmauer mündete, wendet sich der 
Burgweg nach Norden und mündet über dem Steilhang, 
der oben eine Mauer trug, in das Burgtor in der jetzt 
fast ganz verschwundenen östlichen Hofmauer, die nördlich 
an den von Ost nach West verlausenden Gebäudekomplex 
anschloß. 
drei Stockwerke, deren Deckenbalken auf noch vorhande 
nen Tragekonsolen lagen. Die Fenster nach dem nördli 
chen Graben zeigen noch Spuren steinerner Mittelstützen, 
meist sind aber die Gewände und Stützen herausgebro 
chen und verschleppt. Einige Fenster sind auch notdürftig 
vermauert bis aus einen Lichtschlitz, was auf eine späte 
Benutzung der Burg als Wohnung oder Unterschlupf 
deutet. An einer Öffnung nach dem Graben zu im dritten 
Stock sieht man unten noch ausgekragte Konsolen, die 
zeigen, daß hier ein Aborterker vorgebaut war. 
Was die Geschichte der Burg anbetrifft, so sagt darüber 
Bruchmann 1 ), daß die Zeit der Entstehung nicht feststeht, 
daß aber die Angabe thüringischer Chronisten, daß zur 
Zeit des thüringischen Erbsolgekrieges und des damit fast 
gleichzeitigen Interregnums die v. Bohneburg sie erbaut 
hätten, viel Wahrscheinlichkeit für sich habe. Vermutlich 
Östlich steht der durch eine Reihe von Spitzbogenfen 
stern, von denen das mittlere noch einigermaßen gut er 
halten ist, als Kapelle anzusprechende Bau, der unter 
dem hohen Erdgeschoß, den äußeren Fensterschlitzen nach 
zu urteilen, Zwei Keller übereinander enthält. Der obere 
Keller ist durch eine Mauer in Zwei voneinander getrennt 
gewesene Gewölbejoche geteilt, in denen das östliche zum 
größten Teile eingestürzt ist. Durch diese Einbruchstelle 
gelangt man vor ein Mauerloch und durch dieses in den 
Zweiten Keller. Dieser war durch einen langen Keller 
hals mit Zwei Rundbogentüren mit dem gewölbten Kel 
ler unter den östlichen Teil des an die Kapelle anstoßen 
den Palasbaus verbunden und ursprünglich nur von die 
sem aus betretbar. Äußerlich springt der Kapellenbau 
etwas vor die Flucht des Palasbaues vor. 
Der Palas enthält außer dem Z. T. gewölbten, z. T. 
im Westen als Balkenkeller ausgebildeten Keller noch 
ist damals der „comitatus“ Netra, der einst von 
Konrad II. dem Kloster Fulda geschenkt worden war Zur 
Zeit des Strebens von Fulda nach dem Besitz der Bohne- 
burg, in die Hände der bohneburgischen Burgmannen ge 
langt, denn ein großer Teil des Ringgaues gehörte den 
v. Bohneburg und anderen Burgmannen, z. T. unter ful- 
discher Lehenshoheit. 
„Die ältesten Angehörigen der Familie v. Brandenfels 
sind demnach wohl Bohneburger- denn 1261—75 kommt 
ein v. Bohneburg vor, der den Namen v. Brandenfels 
führt. Aber auch Angehörige der Familien v. Treffurt 
und v. Kolmatsch nennen sich nach der Burg. Und auch 
später nannten sich Einzelne sowohl nach ihrem Stamm- 
1) Vgl. G. Vruchmann, Der Kreis Eschwege, Territorialge 
schichte der Landschaft a. d. mittleren Werra, Marburg 1931, 
N. G. Elwert.
	        

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