Full text: Hessenland (49.1938)

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Landschaft zu schnitzen befähigt war. Er beweist eine 
Größe der Leistung, die nach einem Meister forschen 
lassen kann. Man möchte es säst nicht glauben, daß ganz 
allgemein im 18. Jahrhundert, und dort besonders wohl 
in der zweiten Hälfte, in der Rhön so meisterhaft ge- 
daß es nun nötig wäre, der Nhönbevölkerung eine lockere 
und leichtsinnige Lebensführung andichten zu müssen, 
diesen Charakterzug würde der fraglos nicht leichte Le 
benskampf der Menschen der Rhön sicherlich nicht zu 
lassen. Daß aber in einem gesicherten und ordentlichen 
Mb. 8. Geschnitzter Schrank 
schnitzt und geschreinert worden ist. Aber dennoch wird 
man sich damit begnügen müssen, daß gerade in dieser Zeit 
eine solche Vollendung der Schnitzkunst erreicht wurde. 
Es scheint das zeitliche Gesetz der bewegten und rei 
chen Gliederung, der gelockerten und flüssigen Form, der 
frischen und schnellen Wendung des späten 18. Jahr 
hunderts in aller sachlichen und gediegenen Anordnung 
dem Charakter dieses Blutes entsprochen zu haben. Nicht, 
Verhältnis, in einer guten und gediegenen Lebensfüh 
rung, die sich mit dem Rechten und Möglichen in zufrie 
dener Weise ihren guten Weg bahnt, eine reiche und 
kräftige Fantasie und ein klares Empfinden für Schön 
heit und Geschmack lebt, läßt sich aus den Spitzenleistun 
gen dieser Schnitzkunst für die Rhön herauslesen. 
Wie weit dieser Formensinn und das Schmuckbedürf 
nis sich in einem äußerlich so karg anmutenden Nhön-
	        
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