Full text: Hessenland (47.1936)

Wedekind, 67 I. alt (Kasiel, io. 12.): Konrektor i. R. 
Paul Fischer (Kassel, 11. 12.); Administrator H. 
Schneider (Udenborn, 12. 12.): Justizinspektor i. R. 
Robert Müller, 67 I. alt (Kassel, 12. 12.): Frau 
Metropolitan Minna Brand, geb. Lappe (Treysa, 12. 
12.); Sanitätsrat Dr. med. Koelschtzky, 80 I. alt 
(Kastei, 16. 12.); Brauereidirektor L. Eisenberg, 66 I. 
alt (Kassel, 31. 12.); Justizinspektor Karl Pflug, 60 
I. alt (Kassel, 4 - r - 36): Rcchnungsrat i. R. Georg 
von Elstermann, 85 I. alt (Kassel, 7. 1.); Oberpvst- 
inspcktor i. R. L. Benkert, 80 I. alt (Kassel, 7. 1.); 
Fran Marie Stier, geb. Bonaring, 86 I. alt (Mar 
burg, 7. i.): Frau Doris Hartmann, geb. Michaeli, 
68 I. alt (Marburg, 6. 1.); Rechnungsrat i. R. G. 
Pommer, 67 I. alt (Marburg, 6. 1.); Dr. Hans 
Serfort, 37. I. alt (Kassel, 16. 1.). Regierungsrat i. R. 
Arthur v. Schützbar gen. Milchling, 68 I. alt (Marburg, 
ig. 2). 
Geboren: Ein Sohn : Franz Beck u. Frau Helga, 
geb. Oegenhardt (Kastei, 23. 11. 35); Archivrat Dr. 
Fr. Uhlhorn und Frau, Meta geb. Triebet (Marburg 
10. 12. 33); Apotheker K. Schulze und Frau Gertrude, 
geb. Ahle (Marburg, 16. 12. 33.) — E i n Mädchen: 
Dr. med. Euler und Frau Ruth, geb. Handt (Korbach, 
9. 12. 33); Staatsarchivrat Dr. G. Wrede und Frau, 
Gertraud geb. Drewes (Marburg, 27. 12. 33). 
Vermählte: Gewerbelehrer Theo Scheer und Frau 
Luise, geb. Klingelhöfer (Rendsburg, 21. 12.): Dr. 
med. W. Klingelhöfer und Frau Ilse, geb. Nordhau 
sen (Berlin, 21. 12.). 
Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. 
Herausgegeben vom Vorstände des Vereins. 
Zweigverein Kassel. 
Der geschichtswissenschaftliche Auösprachabend am 
l8. November 1933 brachte einen Beitrag von Dr. 
H. K r a m m über die Elisabethkirche zu Marburg. 
Redner führte besonders aus, daß Hessen, das während 
der Ottonenzeit ein Mittelpunkt höchster geistiger und 
künstlerischer Kultur gewesen, dann erstarrt und steril 
geworden war, mit der Elisabethkirche wieder am An 
fang eines Aufstieges steht, nachdem fast gleichzeitig 
die unnatürliche Bindung an Thüringen mit seiner 
Kolonialkultur gelöst worden war; wie aber dazu am 
Anfang des 13. Jahrhunderts der große Umbruch auf 
allen Gebieten kommen mußte, um das Wunderwerk 
der Elisabethkirche hervorzubringen. 
Am 2. November zeichnete dann in Verfolg der 
Vortragsreihe dieses Winters Herr Studienrat Dr. 
Schmitt die Stellung Hessens in der mittelalter 
lichen Reichgpolitik. Wohl hat Hesten unter Ottonen 
und Saliern außenpolitisch eine geringe Rolle gespielt, 
dafür war eg aber, durch seine geographische Lage be 
dingt, ein Hauptstützpunkt der Kaderpolitik. Die Stau 
fer machten dann Schwaben, Franken und Thüringen, 
mit dem Hesten seit 1130 vereinigt war, zur Grund 
lage ihrer Reichspolitik. Wichtig für Hessen wurde die 
Heiligsprechung der Landgräfin Elisabeth und die 
Niederlastung des Deutschen Ordens in Marburg un 
ter Kaiser Friedrich II. Gleichzeitig aber begann sich 
der Gegensatz zu Mainz fühlbar zu machen, der dann 
das ganze Mittelalter hindurch die hessische, seit der 
Trennung von Thüringen wieder selbständige Politik 
maßgebend bestimmen sollte. Landgraf Heinrich I. ver 
mochte durch seine kluge Politik Rudolf von Habg- 
burg gegenüber 1292 die Rei'chsstandschaft durch die 
Belehnung mit der Boyneburg zu erwerben. Die end 
gültige Besiegung von Mainz und die Katzenelnboge- 
ner Erbschaft beendeten den Aufstieg. 
Am 16. Dezember sprach Herr Mittelschullehrcr 
Günther über dag hessische Volksschulwesen. Nach 
der Reformation bildete sich die Stiftsschule zu St. 
Marti» 1339 zur Kasseler Lateinschule um. Landgraf 
Karl fügte ihr das Collegium Carolinum bei, das aber 
niemals seinen Charakter zwischen Lateinschule und 
Universität verlor. Landgraf Friedrich II. gab der 
Für die Schriftleitung verantwortlich Archivrat 
diese Adresse oder an den Herausgeber, 
Lateinschule neue Räume in dem Zanthierschen Hause 
der Oberen Königstraße und schloß ihr ein Lehrer- 
seminar an, das ein zwischen der Oberen Königstraße 
und der heutigen Wolfsschlucht gelegenes Gebäude zu 
gewiesen bekam. Es war einem Kollegium anvertraut 
das aus den Regierungsmitgliedern Lennep, Ledderhose 
und dem Rat Casparson bestand. Nach der Reform 
vom Jahre 1822 wirkte besonders Inspektor Vogt aus 
Weimar, der aus der Schule Pestalozzis hervorge 
gangen war, am Seminar. Damit die jungen Semi 
naristen nicht die Fühlung mit dem Lande verlören, 
wurde, namentlich auf Betreiben des landständischen 
Abgeordneten Scheuch, das Seminar unter Direktor 
Baumann im Jahre 1832 nach Homberg an der Efze 
verlegt, wo es sich noch heute befindet. 
Volkswirt Bruno Jacob gab dann anschließend 
noch einige Einzelheiten aus den ländlichen Volksschu 
len an den Beispielen der Schulen in Oberzwehren, 
Rothenditmold und Bettenhanscn. 
In seinem im Rahmen der Vortragsreihe „Hessen 
>nid das Reich" am 6. Januar 1936 gehaltenen Dor 
trag über die Zeit des Landgrafen Philipp gab Erster 
Bibliothekgrat Dr. Israel ein lebendiges Bild un 
seres größten Hestenfürsten. Nach einer Jugend, die 
von Kämpfen zwischen seiner Mutter und den Land 
ständen erfüllt war, in seinem politischen Werden be 
stimmt durch die Kämpfe SickingenS und den Streit 
mit Nassau um die Katzenelnbogener Erbschaft, erlebte 
der junge Landgraf auf dem Wormser Reichstag von 
1321 die lebendigen, zukunftsweisenden Kräfte der Re 
formation, die für sein ferneres Leben richtungweisend 
werden sollte. Eingehend wußte der Vortragende die 
weiteren Abschnitte seines Lebens über das Marbnrger 
Religionsgespräch von 1329, den Augsburger Reichstag 
von 1330, das erste Jahrzehnt des Schmalkaldener 
Bundes big zum Jahre 1340 darzustellen, in dem 
Philipp durch die unglückselige Doppelehe seine Stel 
lung dem Kaiser gegenüber entscheidend schwächte. Von 
jetzt an beginnt der Niedergang bis zum Ende im 
Jahre 134?. Nach der Gefangenschaft hat der Land 
graf sich kaum noch mit der großen Politik befaßt und 
die letzten Lebensjahre nur noch inneren Reformen sei 
nes Landes gewidmet. 
Or. F. Uhlhorn, Marburg a. L., Spiegelslustweg 17. Zuschriften an 
Marburg a. L., Markt 21. Verlag und Druck: Or. C. Hitzeroth, Marburg a. L. 
O. A. I/36: 830 
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