Full text: Hessenland (47.1936)

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wären sein und der Gen. Major Geyso ihm sel 
bige auch darneben (Macht gegeben, daß, wofern 
das Geld nicht alsbald erstattet würde, er ihn mit 
ins Lager nehmen möchte; hat auch, nachdem er 
Amtm. solche Anforderung, (welche erstmals uf 
1000 Rthlr. Hernachen ioo Dukaten bestunden) 
abznbitten unterstanden, mit entblößtem Degen 
auf ihn dargelaufen und übel über ihn geschmähet. 
Ob nun wohl der Amtm. den Generalmajor 
Geysen, (welcher ihm neben an deren kurz hier 
auf im Hof entgegenkommen, die Hand gebotten 
und gesagt: Es ist mir leid vor den Herrn, daß 
er in den Handel kommt, aber das macht niemand 
anders als euer Herr) um Verschonung dieser on- 
verschuldeten llflage ersucht, hat er jedoch onver- 
holen beantwortet: Ihr hättet das Schloß ehen 
der und vor Pflanzung der Geschütz ufgeben mö 
gen, so bedürftet ihr dessen nicht und der Stück- 
major, welcher selbst zugegenstunde, wäre einmal 
an ihn Amtm. verwiesen, darbei bliebe es auch 
und wollte er nicht mit ihm (Major handeln und 
ein Stück Geld vor seine Bemühung hergeben, 
so würve er ihn mit fortnehmen, möchte alsdann 
sehen, wie er wieder ledig würde und verzehrte 
noch also viel dazu. Nebst deren ferneren Über 
fahrung: Jtzo kommt ihr und bittet um Hüls, 
nun ist es Zeit, warum habt ihr euch unter des 
Feindes Schutz gegeben, item ihr rebellische Leute, 
itzo kommt ihr gelaufen, warum seid ihr nicht 
drnnten in der Stadt blieben? Der Amtm. hier 
auf repliciert: Das Fl. Haus aufzugeben hätte 
nicht in seine Händen gestanden, sondern der hier 
auf kommandierende Hauptmann hierüber zu tun 
und zu lassen gehabt und wäre er Amtm., wie 
er selbst besser verstände, über keine Kriegs- son 
dern Amtssach dahin bestellet und er Amtm. 
hätte sich solches Übels nicht besorgt, auch ohne 
das, weiln wegen I. F. Gn. Er das Hans zeit 
seiner Bedienung also viele Jahr bewohnet. 
Pflichten halber nicht darvon abweichen dürfen. 
Antw. So sollte er auch nun sehen, daß er dem 
jenigen das Geld schaffte. 
Herrn Landgraf Ernstens F. G. beneben (Ma 
jor Uflen haben vor I. F. G. Schloß, als eben 
der accord getroffen, und die Pforten eröffnet 
werden sollten, diöcurfive angedacht: (Was werden 
wir nun mit dem Amtmann (ut ipsum dieta- 
bant) machen, worauf der andere beantwortet, 
Herr Landgraf Georgens F. G. hätten von Nie- 
derheff. Beamten etliche gefangen bekommen, so 
wollten sie den Amtmann also lang in Arrest 
nehmen und mit sich führen, bis die ihrige auch 
wiederum entlesigt wären. 
Beide darmstädtifche Capitains und Soldaten 
seind zum Abzug selbigen Tags bis naher Kirch- 
hain genötigt und auf das F. G. Haus Hom 
berg mit Grafen von Kirchberg und etzlichen Rot 
ten (Musquetieren, welche die ganze Zeit sie hier 
auf logieret, alle Gemach ohnnachläsfig durchlau 
fen und vollends, bevorab an Früchten, zugrund 
spolieret, besetzt hinterlassen; auch Sonntags den 
i2ten alsbald am Schloßturm mit 9 Tonnen 
Pulvers die (Minen zu legen angefangen. 
Den 13. und i4fen ejuödem feind alle Brust 
wehren uf der Schloßmauern und sowohl in- wie 
außerhalb des Hofs umhergeführten Ballisaden 
und Homtyre niedergeworfen. 
Nachmittags um 4 ühr d. i 4 ten ist die (Mine 
am Turm angesteckt und selbiger beneben einem 
hieran gelegenen Stück (Mauer, so den kleinen 
Hof beschlossen, gleichsam mit Verwunderung in 
einem moment zugrund niedergefället, sodann 
mehrberührter Graf alsbald mit seinen Unterge 
benen wiederum abgezogen und den Platz quit 
tiert, die Stadt aber mit Z Niederhefs. diömun- 
dirten Reiter salvaguardiret worden. 
Und ist hierbei nicht onangedacht zu lassen, daß, 
ob man gleich dabevorn solche Gewalttat und 
Verübung nicht vermuten können, jedoch sich vor 
einem Jahr letzten Tags nahem hl. Christfest und 
zeithero noch einmahls, als ein sonderbares nota- 
bile zugetragen, daß morgends bei anbrechendem 
Tage uf solchen Turm eine klägliche Stimm und 
Geruf anderst nicht, als ob einem etwa zu Leid 
widerfahren feie, gehöret worden, welches dann 
nicht allein die Einwohnende solches F. Hauses, 
sondern auch verschiedene von Bürgersleuten ver 
nommen, auch so gar und mit solcher Bewegung, 
daß diejenige, so es gehöret, über ganzen Leib 
hierdurch überschüttet und in Schrecken geraten, 
worüber dann dieser Geschichte halber leichtsam 
Gedanken zu machen find. 
Den i7ten seind alle Türme uf Amöneburg 
(ohne einen, so stracks nach occupierung dieses 
Orts niedergelegt) samt dem Schloß gesprenget 
und den i8ten ejuödem die Stadt, welche nun 
mehr an die 913 Jahr gestanden und in anno 
731 erbaut worden, in vollem Brand gesetzt, 
auch von dato Opperatora gemacht, mit dem 
Adelichen Haus Schweinsberg gleichergestellt zu 
verfahren, inmaffen dann beide Pforten und zwi 
schen von Tag zu Tag der hohe Turm uff der 
Oberburg aber den 3oten ejusdem nachmittags, 
ohnerachtet die Sampt Schenkische von Adel sol 
ches sowohl bei der Fürstl. Frau (Wittib zu Kas 
sel, als dem Niederhefs. General-(Major Geysen
	        

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