Full text: Hessenland (46.1935)

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markungen ein Nebenbetrieb, kleine, einfachste 
Kalköfen werden in kleinen Steinbrüchen neben 
der Feldarbeit vom Besitzer oder Pächter z. T. 
ohne fremde Arbeitskräfte betrieben. Ein größeres 
Kalkwerk ist nur bei Müs und Langenbieber, hier 
stehen neuzeitliche Oefen zur Verfügung. Ziege 
leien find mit einer Ausahme auf die nähere Um 
gebung der Stadt Fulda beschränkt. 
Zn dem nordwestlichen Ausläufer des Fuldaer 
Beckens, dem eigenartigen „Vogelsbergrandtal", 
' ließen UUmeralquellen ein besonderes Vvirtschaftö- 
leben entstehen. Zn Bad Salzschlirf entwickelte 
sich westlich des alten Dorfes ein Kurviertel, Kur- 
anlagen umgeben alte und nenerbohrte Ouellen, 
in ihnen erheben sich Kurhaus und Badehänfer, 
nm sie ordnen steh Pensionen und Hotels an. 
Das Fliedebecken bildet topographisch ein 
Gegenstück zum Fuldaer Becken. Die Entstehung 
der Fliedeniederung wird noch erforscht, außer tek 
tonischen Kräften wirkte hier Salzauslaugnng 
mit und schuf die im Osten und Westen von 
Sandsteinhöhen, im Süden vom Basaltrücken des 
Landrückens umgrenzte Niederung. Das Ein 
sinken bewirkte eine Auffüllung besonders mit 
eiszeitlichen Schotterablagerungen, auch Verleh- 
mungsmaffen konnten sich sammeln. 
So entstand ein besserer Ackerboden, als ihn 
die umgebenden Sandsteinhöhen bieten konnten, 
und damit war die Grundlage für dichtere Besied 
lung gegeben. Von vorgeschichtlicher Besiedlung ist 
noch fast nichts bekannt. Von den ältesten We 
gen wurden die breiten, feuchten Talweiten im 
Becken sicher gemieden, erst der Bau befestigter 
Straßen und der .Eisenbahn legte den Verkehrs 
weg mitten hindurch, gerade hier kann man das 
Wandern der Verkehrslinie von den Höhen 
straßen der Vorzeit zu den Talrandwegen (alte 
Heerstraßen!) und schließlich znr Tallinie gut ver 
folgen. 
Die Talauen der Fliede und ihrer Nebenbäche 
wurden unlängst entwässert und geben gute Wie 
sen, die zu den Ackerbaudörfern der Niederung 
gehören. Der sandige Boden der Niederung läßt 
natürlich den Roggenbau gegenüber dem Weizen 
weit überwiegen. Nach den Rändern des Beckens, 
zumal nach Süden zu am Nordabfall des Land 
rückens, tritt der Ackerbau immer mehr zurück, 
die Grasflächen überwiegen beträchtlich. Einen 
starken Aufschwung nahm das Wirtschaftsleben 
durch den Bergbau, der am Rande der nordwest 
lich anschließenden Buntsandsteinplatte einsetzte. 
Bis iooo Miaun fanden im Kaliwerk Arbeit, 
Neuhof, zumal im Ortsteil Ellers, Kalbach, 
Nommerz und Flieden wurden zu stattlichen Ort- 
Bodennuhung 
Wald Ackerland Weide 
Schutt Urlìi-li r r r J EZEül 
Löß u. Lehm fl 1 | j H I I ! I 
Vulk. Gestein 
Muschelkalk 
Röt 
Sandstein 
223 m 
M: Milseburg, St: Stcinivand, W: Wasserkuppe 
Bahnhöfe sind unterstrichen, kleine schwarze Recht 
ecke bezeichnen Einzelhöfe 
5lbb. 8. Boden und Bodennutzung rings um die Ivasserkuppe
	        

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