Full text: Hessenland (46.1935)

Friedrich Wilhelm Vogler 
Romantische Landschaft vom Rnüll 
zu Thielmann wie auch durch L. Knaus, der ja 
ein Freund meines Großvaters war, hatte ich von 
jeher ein großes Interesse für die hessischen 
Maler". 
Die Schaffensweise Böglers weicht von der 
aller bisher genannten Künstler ab. Denn seine 
TVerke entstehen nicht nach sorgfältigen Natur- 
stndien, sondern rein gefühlsmäßig allein durch 
Naturbeobachtung, und erhalten dadurch ohne 
weiteres einen eigenartigen Stil. Engeren Zu 
sammenhang mit der Natur zeigen seine feinen 
Landschaften, Ölgemälde und Aquarelle, in denen 
weite Fernblicke, Walo und Feldlandschaften ab 
wechseln. Von außergewöhnlicher Feinheit der 
Farbe find seine Aquarelle, auf denen er meist 
Frauen in einfacher ländlicher Tracht in freier 
Landschaft darstellt. Diese Aquarelle find dabei 
so klar und einfach im Aufbau, daß sie auch Ent 
würfe für große Wandbilder sein könnten. 
Nach diesem Besuch besteigen wir das Knüll 
köpfchen. Wir erinnern uns dabei, daß auch der 
Berliner Maler ter Hell, der Maler der gro 
ßen, weiten deutschen Höhenlandschaft, hier oben 
auch mehrere seiner schönen Landschaften schuf. 
Vom Gipfel des Köpfchens lasten wir dann 
unseren Blick schweifen über alle die Gaue, in denen 
Künstler hessisches Land und hessische Menschen 
geschildert haben, und erwägen dabei, welche 
Stellung diese Schilderungen innerhalb der ge 
samten deutschen Kunst einnehmen. 
Aus der langen Reihe der vorstehenden Berichte 
ergibt sich, daß die hier entstandenen Werke nicht 
nur Kunde vom Hefsenland in alle Welt getragen 
haben, sondern daß sie auch als Kunstwerke selbst 
zum großen Teil reiche Anerkennung gefunden 
haben. Die Werke von Ludwig Knaus haben sogar 
^Weltgeltung erlangt, und TVerke anderer hierge- 
nannter Künstler find in vielen Museen zu fin 
den. 
Ob in der Zukunft Hessens Land und Leute in 
der deutschen Malerei noch denselben Raum ein 
nehmen werden, wie in den letzten hundert Zah-
        

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