Full text: Hessenland (46.1935)

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Karl Dörbecfter Landschaft bei Christerode 
finden am meisten entspricht. Zur Zeit schmückt 
er ein Landhaus in der IVihe von Berlin mit 
Wandmalereien. 
Aus dem Schwalmtal, mit seinen unendlich 
weiten Auen, wenden wir uns jetzt über Ober 
grenzebach, dem Knüll zu. 
In Obergrenzebach arbeitete der Frankfurter 
Maler Zakob Happ (geb. 18. 8. 1862 in Frank 
furt a. M.), ein Schüler Gustav Schönlebers in 
Karlsruhe, von 1894 bis Herbst 1921 sehr häu 
fig längere Zeit. Er malte Bilder von Kindern, 
jungen Mädchen und alten Männern, schmückte 
auch mehrfach Bücher des Schulrats und 
Schriftstellers I. H. Schwalm, der damals Leh 
rer in Obergrenzebach war, mit Bildern. 
Ungefähr zur selben Zeit malte der aus 
Mainz stammende Maler Karl Goebel in Ober 
grenzebach gleichfalls eine Reihe von Figuren 
bildern. — 
Zn Christerode, im südlichen Teil des Knüll- 
gebirges bereits in beträchtlicher Höhe in viel 
gestaltiger und waldreicher Landschaft, der Heimat 
seines Vaters, malt öfters der Marbnrger Maler 
Karl Dörbecker (geb. 9. 10. 1879 in Märrburg) 
Landschaften, welche die Eigenart des Knüll- 
Hochlaudes in bester Weife kennzeichnen. Alles 
ist groß und einfach erfaßt. 
Von Christerode wandern wir über Haupt 
schwenda nach dem Knüllteich. Dieser Teich, auf 
dessen westlicher Seite, vielleicht heute noch 
prachtvolle alte Hutebuchen stehen, verlor schon 
vor mehreren Zähren an der eigenartigen Schön 
heit der Einsamkeit durch Errichtung einer Ju 
gendherberge an seinen Usern. Zm vorigen 
Zahre wurde in seiner unmittelbaren 8Uähe ein 
Schulungslager eingerichtet, durch welches der 
Aufenthalt am westlichen Ufer des Teiches sehr 
erschwert worden ist. Die Landstraße, welche 
am westlichen Teil des Teiches vorbeiführt, ist 
natürlich frei geblieben. Von dieser Landstraße 
gehen wir in gerader Richtung ans das Knüll- 
löpfchen los und erblicken bald nach Ueberschrei- 
ten der Straße ZiegenhaimSchwarzenborn ans 
einer dem Knüllköpfchen vorgelagerten Höhe ein 
niedriges, breit hingelagertes Hans. Hier wohnt 
der Maler Friedrich Wilhelm Bögler geb. r8. 
10.1902 in Hofgeismar) den wir nun besuchen 
wollen. Mit seinen auf dem Bauhaus in Wei 
mar erworbenen Kenntnissen hat er sich im Zahre 
1929 dieses ebenso schöne wie zweckmäßige Haus 
mit großem Arbeitsraum errichtet. Er erzählt: 
„Die Liebe zu ver hessischen Heimat, besonders 
für die vulkanische Formation des hessischen Berg- 
landes war auch der Grunv für meine Anst'ed- 
lung hier, mitten im Felsen der Basaltkuppen. 
Znfolgedessen ist diese hessische Landschaft das 
jenige, was ich von jeher am liebsten gemalt habe. 
Durch meine verwandtschaftlichen Beziehungen 
Karl Lenz Vauernkopf
	        

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