Full text: Hessenland (46.1935)

Personalien. 
Geboren: E i n Junge: Dr. Voelker und Frau, 
geb. Höocl (Kassel, 10. g): RcchtSanwalt Kreischer und 
Frau Elise, geb. Brauer (Marburg, 17. g); Ober 
stabsarzt Dr. med. Diehls und Frau Cornelia, geb. 
Diebel (Kassel, 16. 10.): Bibliothekar Dr. Wolf 
0. Both und Frau Elisabeth, geb. Freiin v. Müffling. 
E i n M ä d ch e n : Optikermeister Böhler und Frau 
Magda, geb. Coenen (Marburg, 23. 8.); Studienassessor 
Dr. Kröhl und Frau Hanne, geb. Seih (Spangenberg, 
28. 8.); Geologe Dr. Böhm und Frau Anne, geb. Heck 
(Kassel, 8. 10.). 
Vermählte: Dipl.-Jng. Rudolf Koeltzsch und Fran 
Sophie, geb. Knöpfel (Schtvanebeck, 15. 8.); Dipl.- 
Jng. H. Kühne und Frau Lotte, geb. Müller (Kassel, 
17. 8.); Dr. mbd. Siegfried Leipner und Frau Ursula, 
geb. Scholz (Oanzig, 2/s. 8.); Reg.-Jnspektor Groß und 
Frau Henny, geb. Feldmauu (Caldern/Verden-Aller, 
31.8.); Oberarzt Dr. med. Bock und Frau Ruth, geb. 
Läpp (Marburg, 24. g.); Oberleutnant HanS-Karl 
Boehm und Frau Ursula, geb. Boehm (Kassel, ß. g.); 
Gerichtsassessor Dr. Manfred Gouuermann und Frau 
Else, geb. Berkenbusch (Kassel, ß. 10); Dipl.-Ing. 
Weigel und Frau Erika, geb. Ernst (Kassel, ß. 10). 
Gestorben: Rechnunggrat i. R. W. Wiegand, 78 I. 
(Kassel, g. 8.); Konrektor i. R. Schwab, 72 I. (Kassel, 
10.8.); Fabrikant Georg Neutze, 77 I. (Volkinarsen, 
n. 8.); Lina Geßner, geb. Holzschue, 8g I. (Gensuu- 
gen, 13. 8.): Direktor Max Pastorff, 37 I. (Kassel, 
ig. 8.); Geheimer Justizrat Duesterberg, 7g I. (Kassel, 
4. g.): Staatsarchiodirektor i. R. Geh. Archivrat, Prof. 
Dr. Friedrich Küch, 72 I. (Marburg, 18. g.); Metro 
politan a. O. Adolf Georg Wille, 70 I. (Marburg, 
23. g.); Sanitätgrat Dr. med. Heil, 70 I. (Kassel, 26. g.); 
Gewerbeschuldirektor a. D. W. Grunewald, 71 I. (Kas 
sel, 21. g.): Rektor i. R. Buder, 73 I. (Kassel, 24. g.); 
Kantor Boedecker, 72 I. (Benterode, 22. g.); Kreis 
oberinspektor Karl Hartinann (Wolfhagen, 23. g.); Di 
rektor i. R. Böhm, 6g I. (Kassel, 2g. g.): Reichsbahn- 
Oberinspektor i. R. H. Sierig, 74 I. (Kassel, Z. 10.); 
Laudstallmeister Frhr. Paul von Nagel, 60 I. (Waren 
dorf, 3. 10.): Hauptmann Ahrens (Kassel, 8. io); Ge 
neralmajor a. D. Hoegner, 62 I. (Kassel, 13.10.): 
Reichsb.-Jnspektor i. R. Breucher, 70 I (Kassel, 16. 10.). 
Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. 
Herausgegeben vom Vorstande des Vereins. 
Der erste Sommerausflug fand am 13. Mai 1335 
statt und galt dem Gebiete westlich des Langenberges. 
Unter Führung von Herrn Landesbibliotheksdirektor 
Dr. Hopf wurde zunächst der Falkenstein besucht. 
Hier errichtete Hessen im Jahre 13^6 eine Burg gegen 
die kurmainzische Schauenburg, zugleich als Verstär 
kung seiner Besestigung in Niedenstein. Der Falkenstein 
wurde der Familie von Hund anvertraut und spielte 
in den Kämpfen des Jahres 1387 eine gewisse Rolle. 
Später, nachdem der Kampf zwischen Hessen und 
Mainz entschieden war, verfiel die Burg. Darauf be- 
stchtigte man, von Herrn Dr. Jordan geführt, die 
Altcnburg, die gewaltige Dolksburg aus der Zeit um 
Christi Geburt, die als Mittelpunkt des Chattcngaues 
— das Mattinm der Geschichte — eine so große Rolle 
in der Geschichte unserer Heimat gespielt hat, bis sie 
im Jahre 13 von Germanikus zerstört wurde. 
Ein weiterer Ausflug führte am 3. August zunächst 
nach Naumburg. Herr Landesbibliotheksdirektor Dr. 
Hopf besprach hier die strategische Lage dieses festen 
Platzes, der nach dem Emporkommen des Hauses Bra 
bant in die Hände von Mainz geriet, das von hier und 
der Weidelsburg aus den hessischen Raum bis auf eine 
schmale Grenzlinie am Habichtswald zurückdrängte bis 
Hessen im 13. Jahrhundert siegte und die Weidels 
burg gewanu. Naumburg blieb kurmainzisch, doch ver 
sank die Burg im 30jährigen Kriege in Trümmer. 
Weiter führte die Fahrt an der alten Kloster 
kirche von Netze vorbei, wo die Gebeine der Gra 
fen von Waldeck ruhen, nach Waldeck selbst und weiter 
nach Bergheini, dem Sitz einer Nebenlinie des Wal 
decker Fürstenhauses. Hier besichtigte mau unter Füh 
rung des Herrn Kirchenrates Karl Hopf die inter 
essante, im Überganggstil erbaute Wehrkirche mit ihren 
spätmittelaltcrlichcn Wandgemälden, dem reich 
Für die Schriftleitung verantwortlich Archivrat Dr. F. 
diese Adresse oder an den Herausgeber, Marburg a. L., Markt 21. 
160 
schnitzten Flügelaltar und den Grabsteinen des Hauses 
Waldeck. 
Zweigvereili Gelnhausen. 
Am i i. Februar sprach Herr Studienassessor Dr. H. 
Bott aus Hanau über „Alte Geluhäuser Mühlen 
und das kaiserliche Wassergericht in der Wetterau". 
A» alten Mühlen in Gelnhausen gab es: an der Kin 
zig die Stadtmühle unterhalb der heutigen Kreisspar- 
kafse mit der Walkmühle, die Wasenmühle unterhalb 
des Schifftores, die Neu- oder Obcrmühle innerhalb 
des Fabrikgeländes der Veritas-Gummiwerke, am 
Mühlbach die Lohmühle, die man heute noch so nennt, 
wenn sie auch jetzt keine Mühle mehr ist, und die noch 
bestehende jüngste Mühle, die Burgmühle. Zahlreiche 
Verordnungen, wie die Geluhäuser Polizei-Ordnung 
von 1672 — ebenso schon 133g und früher — und der 
Mehlwiegeeid von 166/s sorgten für Ordnung im 
Mühlbetrieb und schützten die Bürger gegen schlechte 
Ware und Übervorteilung. Im Gegensatz zu andern 
Städten waren die Müller in Gelnhausen aber keine 
unehrlichen Leute, sondern frei, Zunftgenossen der 
Bäckerzunft, auch Zunftmeister und konnten sogar Rats 
herren werden. Drei dieser Geluhäuser Meister als 
„von ihren 4 Ahnichten her geborene Müller", dazu 
„fromme und ehrbare, verschwiegene Personen, so der 
Wasserwageu und Kunst erfahren und gualifizicret" 
wurden für würdig erachtet, als kaiserliche Wasserrich- 
ter der Wetterau berusen zu werden. Generationen 
hindurch haben auf den Mühlen dieselben Familien 
gesessen, so die Steuernagel, die Euring, die Kees und 
die Hühu. 
Ein weiterer, am 3. März 1333 von Herrn Landes 
bibliotheksdirektor Dr. Hopf gehaltener Vortrag über 
„Verkaufte Soldaten" behandelte das allen Hessen 
besonders am Herzen liegende Thema des Soldaten 
handels (vgl. „Hessenland" Jahrg. 46, 1333, S. 64). 
ge- 
Uhlhorn, Marburg a. L., Spiegelslustweg 17. Zuschriften an 
Verlag und Druck: Dr. C. Hitzcroth, Marburg a. L. 
D. A. IV/33: 830
        

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