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und W upper tal-B armen 1933. Auch
aas Reichs-Schütz-Fest in Dresden 1935 fand
in Verbindung mit der Neuen Schütz-Gesellschaft
statt. Weitere Schütz-Feste find geplant 1936 in
Leipzig und 1937 in Lübeck. — Gerade
dieses Jahr hat die Notwendigkeit des Bestehens
per Neuen Schütz-Gesellschaft deutlich erwie'en.
Noch fehlt Heinrich Schütz, der mit Bach und
Händel zu den Großen altdeutscher Musikkultur
gehört, die selbstverständliche Anerkennung, die
ihm gebührt. Umso größer ist die Aufgabe, die
hier der Neuen Schütz-Gesellschaft gestellt ist.
Die Neue Schütz-Gesellschaft ist zwar zur Mitte
aller echten Bemühungen um Schütz geworden
und in ihr hat die gesamte Schütz-Pflege der Ge
genwart ihre sinnvolle und würdige Zusammen
fassung gefunden.
Das Schütz-Jahr aber hat die Schütz-Arbeit
und Schütz-Pflege auf einen wesentlich breiteren
Boden gestellt. Soll der so empfangene Impuls
nicht wieder verloren gehen, noch in seiner Kraft
einbüßen, bedarf es der Sammlung aller Kräfte,
um die neuen Aufgaben zu bewältigen.
Das betrifft die hessische Landschaft nnmittel-
bar; denn sie ist die Heimat des jungen Schütz
Heinrich Giebel 70 Jahre alt.
Heinrich Giebel ist in Hessen sowohl als Ma
ler (Willingshausen) als auch als Lehrer an der
Universität Marburg und als Vorstandsmitglied
des Hessischen Geschichtsvereins ein reichlich be
kannter Mann geworden. Der am 1. November
1865 in Kassel Geborene feiert nunmehr seinen
siebzigsten Geburtstag, und es ist eine gern erfüllte
Pflicht, dieses Tages auch im „Hefsenland" zu ge
denken.
Außer auf der Kasseler Kunstakademie erhielt
Giebel seine künstlerische Ausbildung durch lang
jährigen Studienaufenthalt in Nönnchen, 1901
kehrte er nach Kassel zurück, aber schon 1904 ließ
er sich in Marburg nieder, wo er zunächst eine
Nnalschule gründete. Hier ist er dauernd ge
blieben und heimisch geworden.
Das Kunstinstitut der Universität hat von
Mai bis Anfang Juli dieses Jahres in den
Oberlichtsälen eine große Ausstellung von Gie
bels Werken veranstaltet, die einen starken Ein
druck hinterließ und einen Überblick über vie
Arbeiten Giebels in allen Schaffensperioden bot.
Sie zeigte nicht nur die gradlinige Entwicklung
des Künstlers, feine ständige Arbeit an jich selbst,
sie zeigt vor allem auch die große Vielseitigkeit
des Künstlers, der neben Figuren-Bildern auch
— in ihrem geistigen Raume wuchs er zum Mei
ster heran. Sie sollte deshalb lebhafter teilnehmen
an den Bestrebungen, die seiner Wiedereroberung
dienen. Daß der Oberpräsident der Provinz Hes
sen-Nassau, Prinz Philipp von Hessen, die
Schirmherrschaft über die Neue Schütz-Gesell
schaft übernommen hat, zeigt, welche Bedeutung
diesen Bemühungen von höchster landschaftlicher
Stelle zuerkannt wird.
Der Mitgliedsbeitrag ist für das Schütz-Jahr
1935 auf RM. 3.— herabgesetzt. Dafür erhal
ten die Mitglieder die originalgetreue Neuaus
gabe der Lukas-Passion von Heinrich Schütz und
den Faksimiledruck der „Kurtzen Beschreibung des
Herrn Heinrich Schützens müheseeligen Lebenö-
Lauff" aus der Leichenpredigt des kurfürstlich
sächsischen Oberhofpredigers Martin Geier.
Im Jahre 1936 wird gegen den auch herab
gesetzten Mitgliedsbcitrag von RM. 3.— (statt
RM. 6.—) die Gesamtausgabe der „Psalmen
Davids von 1627 nach Dichtungen von Corne
lius Becker von Heinrich Schütz" ausgegeben.
Neuanmeldungen find zu richten an die Geschäfts
stelle der Neuen Schütz-Gesellschaft, Kafsel-Wil-
helmshöhe, Heinrich-Gchütz-Allee 6r.
Aufnahme: lvolf Zeller, Übersee