Full text: Hessenland (46.1935)

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hielt und sich an das mächtige Viehhaus, einen 
zweistöckigen Fachwerksbau, anschloß. Das Feld 
dahinter war die Kälberwiese. Der nach TLesten 
an das Viehhaus grenzende Vorhof wurde der 
Reihe nach von dem Schafstall, der Zehntscheuer, 
dem kleinen Stall des Landknechts, dem Ochsen 
stall und der Pfortenscheuer umgrenzt, die so nach 
dem daneben liegenden Tor mit einer Fußgänger 
pforte genannt wurde. Neben dem Tor lag das 
Pforthaus und die Kälberscheuer, die auf dem per- 
als Jägerhaus bezeichnet wurde und in der Flucht 
der Brücke über den Schloßgraben lag. Süd 
östlich an dieses Torhaus schloß sich der Hundehof 
mit Hundeställen und der Iägerstube an. Der 
Plan von 1616 zeigt diese Situation weiter ver 
ändert und zwar nur noch einen großen Hunde 
stall und ein außerhalb des Hofes liegendes Jäger 
haus. Der grüne Platz an der Westseite grenzte 
an vier große von Staketen eingefaßte Küchen 
gärten. 
spektivischen Bild von 1616 als Hühnerhaus und 
großer Marstall bezeichnet wird, beide zweistöckige 
Fachwerksbauten auf massivem Sockel. Mätten 
auf dem großen Hof standen noch die große 
Scheuer und ein langes Gebäude, das als „auf 
des Schreibers Gemach" bezeichnet wird. Diese 
Gebäude find auf dem Plan von 1616 nicht mehr 
vorhanden, während auf diesem die große Scheuer 
an die Ecke der Pfortscheuer anschließt, und sie 
wohl nach ihrem Abbruch im Hof versetzt wurde. 
Von dem Tor daneben gelangte man über einen 
größeren Platz und durch ein weiteres Tor neben 
der neu aufgebauten Scheune auf die um den 
Wirtschaftshof verlaufende Straße nach Fran 
kenberg. Längs dieser Straße verlief ein Graben, 
der sie von einem Baumgarten trennte. 
An den großen Marstall im Westen schloß 
nach Süden eine Fachwerkömauer an, die bis zu 
einem Torhaus, dem Obertor, führte, das auch 
Überschreiten wir nun die Zugbrücke über den 
Schloßgarten, so betreten wir zuerst ein zwei 
stöckiges Torgewölbe mit flankierenden Rund 
türmen, die zusammen unter ein Dach gefaßt 
waren, zu der einen Seite eine Pfortstube, auf 
der andern aber neben einer Treppe zum Ober 
geschoß ein Turmgelaß enthielten. Das Oberge 
schoß enthielt die Kanzlei und zwei Schlafkammern 
mit einem Mittelerker über dem Tor und einem 
zweiteiligen Aborterker. 
Von dem Tor aus gelangte man vor das auf 
der Westecke liegende Tor der Hauptburg, das in 
den von Nordwest nach Südost verlaufenden Hof 
führte. Das an ihm im Westen liegende Ge 
bäude ist in seiner Außenmauer am Hofe gerade 
geführt, aus ihr springt in der Mitte ein acht 
eckiger Wendeltreppenturm und in der südlichen 
Ecke der gewaltige Rundtnrm hervor, der bei dem 
Umbau um 1480 durch Hans Zakob von Ettlin-
        

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