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Friedrich Fennel stm Gsterberg bei Willingshausen
Walter Hoeck (geb. 20. 6. 85), Hans Bremer
(geb. 25. 2. 80) und Ernst Wiehert (geb. 20. 6.
84). Die meisten von ihnen wohnten in der
Siebertschen Gastwirtschaft, Hoeck in der alten
Wassermühle.
Adolf Lins und Hugo Mühlig hatten Wil-
lingshausen mit Röllöhausen vertauscht, um durch
eine neue Umgebung neue Anregung zu haben.
Tatsächlich ist das Gesicht der Röllshäuser Land
schaft ein vollkommen anderes, als das der Wil-
lingshäuser. Bei WillingShansen das noch ver
hältnismäßig enge Tal der Antreff, in das die
Wälder sich zum Teil bis nahe an das Dorf
heranziehen. Röllöhausen dagegen liegt in dem brei
teren Schwalmtal, das sich flußabwärts zu wei
ten Wiesenflächen mit schönen Fernen erweitert.
Das Bild des Dorfes, durch welches die Schwalm
mitten hindurch fließt, wird gewissermaßen er
gänzt durch den am östlichen Ende des Dorfes
sich erhebenden Schönberg, mit dem Dörfchen
Schönberg und der den Berg bekrönenden alten
Totenkapelle, welche nach Norden, Sud und West
weit in das Tal hinausfchaut. Ein besonders
schönes Bild zeigt sich, wenn man vom westlichen
höher gelegenen Ende des Dorfes mit den sehr
malerischen alten Häusern im Vordergründe über
das Dorf hinweg nach dem dahinter sich erheben
den Schönberg mit seiner Kapelle schaut. Diesen
Blick hat Adolf Lins in einem schönen großen
Bild mit aufgehendem Mond festgehalten.
Steigt man von dieser Stelle weiter hinauf, so
kommt man auf das sogenannte „Gebrannte",
eine Hochfläche mit Feldern, von der man eine
herrliche Rnndsicht nach allen umliegenden Ber
gen hat, und von der mehrere mit alten Bäumen
bewachsene Schluchten sich in das Tal hinab
ziehen. Hier oben ist der schönste und großartigste
Teil der Röllshäuser Landschaft.
Die Berliner Maler, welche alle Figuren
maler waren, zogen weniger wegen der Land
schaft, als wegen der (Menschen nach Röllshau-
sen. Vielleicht saßen ihnen in Willingshausen
auch schon zu viel Maler.
In Willingshausen, wie in allen Grenzdör
fern des Schwalmgebiets, war die Tracht schon
etwas im Abnehmen. Heute ist in Willings
hausen, Merzhausen und Wasenberg kaum noch
ein Bursche in Schwälmer Tracht zu sehen, un
ter den Schuljungen aber nicht ein einziger mehr.
In den echten Schwalmdörfern dagegen, beson-