Full text: Hessenland (38.1926)

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N o ch fehlen uns von den mindestens 1 Million 
Reichsmark betragenden Baukosten etwa 13 0 0 0 0 M 
zur Fertig st ellung des Baues. Darum gebe 
ein jeder, den unser Ruf erreicht. Selbst die kleinste Gabe 
schafft hier bleibende Werte, wenn wir auch hoffen, das; 
größere Spenden uns nicht vorenthalten bleiben. 
Die Spenden können gegebenenfalls r a t e n io e i s e 
bis zum Jubiläum geleistet werden, doch bitten wir, Zu 
sagen von Spenden tunlichst bis zum 1. Novem 
ber 1926 zu geben, damit der Überblick über die Mittel 
rechtzeitig gewonnen werden kann. 
Auch Spenden in Baumaterial und E i n r i ch - 
tungsgegenständen sind uns hochwillkommen. 
Anfragen hierüber bitten wir an die unten bezeichneten 
Stellen zu richten. Wir bitten, 
1. Geldspenden einzuzahlen oder zu ü b e r w e i s qt 
auf Konto „Jubiläumsgabe für die Universität Mar 
burg" bei der L a n d e s h a u p t k a s s e in Kassel, 
.Ständeplatz 17 (Postscheckkonto Nr. 3719, Frank 
furt/Main, oder Nr. 11, Hannover) oder bei der 
N a ss a u i sch e n Landesbank inWiesbaden, 
Rheinstraße 42/44 (Postscheckkonto Nr. 600, Frank 
furt/Main, oder Nr. 49 638, Köln. Auch sämtliche 
Landesbankstcllen an allen größeren Plätzen im Re 
gierungsbezirk Wiesbaden nehmen Spenden entgegen). 
Beide Banken verfügen auch über ein Reichsbankgiro 
konto. 
2. Z u s a g e n von Geldspenden oder Material sowie et 
waige Anfragen zu richten an den „Ausschuß für 
die Jubiläumsgabe zur 400-Jahrfeier der Universität 
Marburg" in Marburg, Universitäksstraße 7 (Land 
grafenhaus), Telephon 476. 
Gebt und zeichnet schnell und ein jeder nach Maßgabe 
seiner Kräfte. Des bleibenden Dankes der Universität. 
Marburg in der Gegenwart und in den künftigen Ge 
schlechtern ist jeder Stifter gewiß! 
Marburg, im September 1926 
Universitätsbund M a r b ir r g e. B. 
Der Bors.: Dr. phil. h. c. Dr.-Jng. e. h. Haeuser, 
Geheimer Regierungsrat, Höchst/Main. 
Fassadenzeichnung des Zubtläumsbaues. 
Aus alter und neuer Zeit. 
Ein Rhinozeros in Kassel im Jahre 174 7. 
In der Landesbibliothek in Kassel findet sich eine Ab 
schrift einer handschriftlichen Chronik des 18. Jahrhun 
derts, die von dem Gärtner Johann Ernst Graßmeher 
in Kassel verfaßt und deren Original verloren ist. 
(Ms. Hass. 2» 147.) 
Diese hat Prof. Dr. Losch in Steglitz 1904 heraus 
gegeben. In ihr findet sich auf Seite 83 folgende Notrz: 
„Am 25. Juni (1747) ist ein großes Nasenhorn, oder, 
wie man sagt Behimot, in Per Orangerie angekommen 
und am 18. (Juni) wieder weggezogen." 
Bei der Besichtigung und schon vorher wurden Flug 
blätter* verteilt, die folgenden kultur- und naturgeschicht 
lich sehr interessanten Inhalt hatten: 
„Es tvird allen denen Liebhabern kund gethan, 
— folgt Bild des Rhinozeros — 
daß anjetzo allhier ankommen ist ein lebendiger 
Rhinozeros, wird zwar zum Theil nicht unbekannt seyn, 
daß dasselbe schon vor einem Jahr zu Berlin, Breslau, 
Wien, München, Treßden, Leipzig und Frankfurt und 
* Ein solches Flugblatt findet sich in hiesigem Privat 
besitz. 
anderen großen Städten des Reichs, für Geld zu sehen 
herumgeführet worden, da aber doch die mehrste kleine 
Orthschafften hierzu keine Gelegenheit, auch wohl nichts 
erfahren haben, als haben deßwegen für dienlich erfunden, 
denenselben zu Lieb ein solches sowohl in natürlich vor 
gestellter Figur, als auch die wahre Beschreibung mit 
zuteilen. Dieser Rhinozeros, der nach vieler Gedancken 
der Behemoth seyn solle, nach der Beschreibung Hiobs 
Cap. XI v. 10. Es ist Verwundenes würdig für einen 
jedweden, der dasselbe lebendig zu sehen bekommt; Viel 
mehr aber kan die Allmacht des Schöpfers solcher 
großen Thieren dabey bewundert werden. Wie dann 
auch viele, so es um ein Billiges gesehen, bezeugen, daß 
ihnen 2. bis 3. fl. und mehr nicht so lieb, als solches 
anzuschauen, gewest seye. Und ist dieses das erste Thier, 
welches in Teutschland lebendig gekommen ist, es ist 
9. Jahr alt, und gleichsam ein Kalb, dieweil dasselbe 
noch viele Jahre wächset, und diese Thiere auf 150 Jahre 
alt werden, es ist 5. Schuh und 7. Zoll hoch und 12 
Schuh lang, und 12 Schuh dicke gewesen den 1. Mai 
1747. sodaß solches viel größer und schwerer ist, als 
wie es aus Bengalen im Jahr 1741. da es 3. Jahr ge
	        
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